Jubiläums-Viehschau in Flums vor Traumkulisse
Am Samstag, 19. April 2025 hat der Viehzuchtverein Flums-Kleinberg mit einer Jubiläumsschau und einer Unterhaltung die Vereinsgründung von fünf engagierten Braunviehzüchtern im Jahr 1900 gefeiert. Viele Besucher verfolgten bei Traumwetter den urchigen Event auf 750 Meter über Meer.

Absprachen untereinander sowie Timing sind insbesondere in Berggebieten wichtig. Und weil das klappt, marschierten am vergangenen Samstag 20 Braunviehzüchter auf dem Flumser Kleinberg gleichzeitig los, um dann gestaffelt auf dem Schauplatz Fälli auf Portels einzutreffen. Dies deshalb, damit um neun Uhr pünktlich die Jubiläumsveranstaltung mit den 180 Tieren beginnen konnte.
Immer weiterentwickelt
Beim 100-jährigen Jubiläum, also zur Jahrtausendwende, zählte der Viehzuchtverein Flums Kleinberg noch 42 Bauern. Jetzt, 25 Jahre später, ist dieser mit Präsident Andreas Schlegel auf 22 Mitglieder geschrumpft. Güterzusammenlegungen ermöglichten, dass in etwa die gleiche Anzahl von Rindern gehalten werden kann. Die Milchleistung konnte dank gezielter Nachzüchtung aber gesteigert werden. Dies, obwohl zwei Viehzüchter zur Mutterkuhhaltung gewechselt haben. Fünf Viehhalter vom Kleinberg legten mit ihrem Pioniergeist im Jahr 1900 den Grundstein für die zahlreichen Erfolge und Fortschritte, welche die Genossenschaft mit der Haltung von vier eigenen Stieren in den darauffolgenden Jahrzehnten erzielen sollte. In einer landwirtschaftlich noch nicht motorisierten Ära wurden die Bullen über das ganze Einzugsgebiet so verteilt, dass die Kühe höchstens eine Stunde zum «Muni» hinlaufen mussten. Wie wertvoll damals ein Stier bei der Anschaffung sein konnte, lässt der Vergleich mit einigen Tausend Arbeitsstunden erahnen. Trotz fortschreitender Technik, neuer Zuchtmethoden und künstlicher Besamung – den Mitgliedern des VZV Flums Kleinberg werden weiterhin wichtige Faktoren in züchterischen wie in menschlichen Belangen von grossem Nutzen sein. Dieser Kitt wird durch die Alpung vom Kleinberger Vieh zusätzlich verstärkt.

Spannende Ausgangslage
Das umfassende Programm am Jubiläumssamstag war gespickt mit vielen Höhepunkten, Nominationen und Ehrungen. Der Titel Rinder Champion ging an die ehemalige Braunviehkönigin Alessia Sonderegger mit Rocky Willow. Die Schleife Miss Genetik bei der Rasse OB wurde an Rino Natalie von Anton Eberle vergeben. In der Rasse BS schwang Brice-ET Leyla von Rainer Bertsch obenauf. Politan Prisma von Anton Eberle erhielt die Auszeichnung Fitnesskuh. Die Schauexperten krönten Brice-ET Octavia von Marco Bertsch zur tollsten Kleinberger Kuh. Für den als Speaker amtenden Manuel Mannhart führte sein Älplerkollege Manuel Schneider die Kuh Calvin-ET Reina zum Titel Miss Kleinberg. Diese spannende Krönung mit zehn Kleinberger Kühen im Ring wurde auf 750 Meter über Meer von vielen Besuchern verfolgt.

Das kompletteste Paar
Mit regem Interesse wurde am Nachmittag der spezielle Wettbewerb Sarganserländischer Betriebscup mit Beteiligung von 18 Viehhaltern aus der Region mitverfolgt. Wie seit Jahren gewohnt, gelang bei dieser sonst im Herbst ausgetragenen Ausmarchung, bei dem das kompletteste Paar gesucht wird, faktisch denselben Braunviehzüchtern der Sprung in die finale Ausmarchung. Gewonnen wurde der regionale Wettbewerb von Christian Schneider mit Salomon Nora und Bormio Halisha vor Virestar Nischa und Jongleur Nena aus dem Stall von Marco Wildhaber. Der Titel Mention Honorable wurde von den beiden Richtern Andreas Wittenwiler aus Nesslau und Peter Eggenberger aus Grabs dem Jungbauer Manuel Mannhart zugesprochen. Insgesamt haben über tausend Interessierte und Festfreudige vor Ort das Geschehen während dem Tag, andererseits auch einige bis tief in die Nacht genossen. Ohne Frage: Es war ein würdiger Anlass im rühmlichen Rahmen für einen Jubilar, der seit 125 Jahren das Geschehen am Kleinberg mitprägt.
