Zuger Stierenmarkt 2025: Päuli ist der Grösste, Otto der Schwerste
Über 11 000 Besucher genossen die positive und ausgelassene Stimmung am 134. Zuger Stierenmarkt für Braunvieh. Dabei konnten am Mittwoch und Donnerstag, 10. und 11. September 2025 198 Braunviehstiere von hoher Qualität bestaunt werden. Die 40 versteigerten Rinder und Kühe erzielten stattliche Preise.

Am ersten Markttag präsentierten sich 60 Brown-Swiss-Stiere (BS) und 138 Original-Braunvieh-Stiere (OB). Vier BS- und sechs OB-Experten rangierten die Stiere. Die Jungstiere waren am Morgen und die Senior-Abteilungen am Nachmittag an der Reihe. Mit dem aktuellen Ausstellungskonzept wurde dem Tierwohl und der Sicherheit der Besuchenden Rechnung getragen.
In 27 Abteilungen wurden alle 198 Stiere beurteilt und rangiert. Der grösste, BS-Stier Päuli, wies dabei eine Widerristhöhe von 173 Zentimeter auf und der schwerste, BS-Stier Otto, brachte exakt 1240 Kilo auf die Waage. Alle Stiere erhielten die Herdebuch-Prämierung.
Beeindruckende Qualitätsstiere
Die Qualität war schlicht sehr gut. In diesem Jahr präsentierten sich die Stiere in einem Top-Zustand. Oberpreisrichter Philipp Dahinden betonte: «Die Qualität war auch in diesem Jahr hervorragend. Vor allem an der Spitze waren die Entscheidungen eng und kleinste Nuancen gaben jeweils den Ausschlag für den Sieg. Das Gesamtpaket eines Stieres musste dieses Jahr einfach passen, um in die vorderen Ränge zu kommen. Beim Original Braunvieh stand dabei die Bemuskelung im Vordergrund.»
Mister-Wahlen und Spezialpreise
Am Mittwochmorgen wurden die Mister ZM Zug bei den Juniorstieren gekürt: Bei Brown Swiss gewann Lädi’s Cervin Chief von Andrin und Domenik Ledergerber aus Herrliberg. Beim Original Braunvieh holte sich Jakop von Martin Schrepfer aus dem zürcherischen Wald den Titel.
Am Nachmittag fanden dann die Mister-Wahlen bei den Senior-Stieren statt. Bei Brown Swiss siegte Schufi’s O Malley Otto von Samuel Schaufelberger aus Hittnau. Mister OB Senior 2025 wurde Winzer von Martin Schläpfer aus Speicher. Der Kanton Zürich stellte damit gleich Siegerstiere. Anschliessend wurden die Medaillen verteilt. Dabei erhielten 13 Stierenhalter für ihre Stiere eine Goldmedaille. Daneben wurden elf Silber- und 44 Bronzemedaillen vergeben.
Mister Genetik wurden der OB-Stier Olav von Severin Zumstein aus Stalden (Sarnen) sowie der BS-Stier Nümatt’s Giovanni Genderboy von Josef und Rita Grab-Nauer aus Unterägeri. Beim Betriebscup standen zwei OB- und ein BS-Betrieb auf dem Treppchen: Den Titel sicherten sich die Meiringer Gebrüder Winterberger, vor Alfred und Judith Anderegg, ebenfalls aus Meiringen, und Gian-Andrea Hänni aus Tschappina.

Schleppender Stierenhandel
An beiden Markttagen wurden wie im Vorjahr insgesamt 21 Stiere oder rund elf Prozent (wie im Vorjahr) für durchschnittlich 2955 Franken (Vorjahr 2967 Franken) verkauft. Der Höchstpreis betrug dabei 4200 Franken.
Auktion mit Spitzenpreisen
Am Donnerstagnachmittag, dem 11. September, lockte die Versteigerung viele Züchter und Besucher an. Mit Spannung verfolgten sie den Verlauf, der eine Standortbestimmung für die bevorstehende Handelssaison ist. Wie in den letzten Jahren wurde die Auktion auch im Livestream ausgestrahlt. Es wurde online fleissig mitgeboten.

Die Qualität der angebotenen Rinder und Kühe bewegte sich auf einem hohen Niveau. Die Käufer boten engagiert und die erreichten Preise sind erfreulich. Alle 40 im Ring aufgeführten Tiere – vom Jungtier über hochträchtige Rinder bis zur frisch gekalbten Jungkuh – fanden einen Käufer. Im Durchschnitt über alle Kategorien wurden 5005 Franken gelöst (Vorjahr 4745 Franken), was die Erwartungen übertraf. Dies lag aber auch an zwei Geboten, die preislich durch die Decke gingen. Den Höchstpreis erzielte dabei die Phil-Tochter Celin mit sagenhaften 20 000 Franken.
Fast nur Schweizer Genetik
Wie in den letzten Jahren üblich, stammte die Genetik bei den Auktionstieren fast ausschliesslich aus der Schweiz. Der Anteil an Schweizer Vätern betrug sagenhafte 97 Prozent. Mit 41 verschiedenen Stieren im Pedigree gab es eine grosse Vielfalt. Mit insgesamt fünfmal tauchte am häufigsten ein Schweizer Vater auf. Im Vergleich zum Vorjahr standen mit 17 Stück im Katalog doppelt so viele OB-Tiere zum Verkauf.
