9. Ostschweizer Rinder-Nightshow suchte den Supreme Champion

Jungzüchter aus Kantonen zwischen Freiburg und Graubünden reisten pünktlich zum Wintereinbruch mit ihren Rindern nach Wattwil. Das «kompletteste» Rind aus vier verschiedenen Rassen wurde gesucht: Sidekick Dream Date von Jungzüchter Alain Lüthi vom Jungzüchterverein Schwyz holte den Titel.

Von links: Champion-Rinder mit Jungzüchtern: Tom Salzgeber (JER), Matthias Windlin (BS), Cyrill Germann (RH), Alain Lüthi (HO). Bild: Mirjam Baumann
Von links: Champion-Rinder mit Jungzüchtern: Tom Salzgeber (JER), Matthias Windlin (BS), Cyrill Germann (RH), Alain Lüthi (HO). Bild: Mirjam Baumann

Fast schon könnte man die Uhren danach stellen: Bereits zum 3. Mal läutete Frau Holle das Wochenende der 9. Ostschweizer Rinder-Nightshow in Wattwil ein. Wenn die Türen der Toggenburger Markthalle am vergangenen Samstag, 22. November, aufschlugen, blies sogleich eisiger Wind mit Schnee herein. Dies tat auch dieses Jahr dem regen Besuch der Rindershow und nachfolgenden Party keinen Abbruch: Rund 1000 Gäste konnte das Organisationskomitee willkommen heissen. Präsident Michael Lieberherr freute sich über eine ähnlich grosse Auffuhr wie die letzten Jahre, und, so fügte er hinzu, dieses Jahr besonders über mehr Anmeldungen von Jersey-Rindern.

Präsenz im Ring

An diesem Abend wurden rund 160 Rinder der Rassen Holstein, Red Holstein, Brown Swiss und Jersey, geboren zwischen Oktober 2023 und März 2025, vorgeführt. Präsentiert wurden sie von engagierten Jungzüchtern aus insgesamt 16 Jungzüchtervereinen. Gerichtet wurden sie in 16 Abteilungen, eingeteilt je nach Rasse. Die Richterarbeiten führte bei den Rassen Brown Swiss und Jersey Beat Betschart aus Menzingen im Kanton Zug durch, unterstützt von Marco Kathriner aus Stalden aus dem Kanton Obwalden, bei Holstein und Red Holstein Roland Gerber aus dem bernischen Eggiwil, mit Ringman Beat Güdel aus Kaltacker, ebenfalls Kanton Bern.

Beide Richter, in ihren Rassen Experten in linearer Beschreibung und Einstufung (LBE), freuten sich über eine professionelle Jungzüchterveranstaltung und über eine erstklassige Auswahl der vorgeführten Rinder. So kam es, dass die Qualität gerade in den höheren Abteilungen der Rinder immer stärker wurde und sich das Finale der Rinder-Nightshow hinauszögerte. Es galt schliesslich, am Ende des Abends jenes Rind auszuwählen, das mit seinem Exterieur beste Voraussetzungen hat, lang und gut viel Milch zu produzieren, so Beat Betschart. Der diesjährige Gewinner des Jungzüchterawards des GP Sargans hob weiter hervor, dass es dennoch eine Momentaufnahme sei und die Ringpräsenz mit Eleganz, Ausdruck und Feinheit bei der Wahl des Rindes ausschlaggebend sein kann. Daher lohnen sich Training und Vorbereitung von Rindern und Jungzüchtern auf die Abendvorführung im Ring.

Jungstars aus der Ostschweiz

Eine gewissenhafte Vorbereitung erfolgte sicher bei Familie Sätteli aus Mörschwil: Hier übten die Söhne Jorin und Lian mehr als ein Dutzend Mal, am Schluss sogar begleitet von lauter Musik. Im Ring wurden die «U10-Mannschaft» noch von Götti und Vater begleitet. Lange wird es jedoch nicht mehr dauern, bis sie allein im Ring stehen. Bei Lian ziehe es schon richtig an, meinte die stolze Mutter des Sechsjährigen, er achte bereits auf die Tricks und Kniffe, die beim Rind beim Vorführen wichtig seien. Die Arbeit von Sättelis wurde belohnt: so holte der vierjährige Jorin in der Holstein-Abteilung 2 den 3. Rang mit dem Tier Saetteli Sio Airina.

Früh übt sich, Familie Sätteli im Ring: Lian und Malik mit ihrem Vater Dominik. Bild: Annette Ziller
Früh übt sich, Familie Sätteli im Ring: Lian und Malik mit ihrem Vater Dominik. Bild: Annette Ziller

Weitere dritte Plätze gingen ebenso in die Ostschweiz: In zwei Brown-Suisse-Abteilungen holten Glarner Jungzüchter jeweils 3. Plätze: Elias Schiesser aus Glarus Süd mit Cavral Cynthia in der Abteilung 5; sein Bruder Jeremia tat es ihm nach: mit Brice Carine in der Abteilung 9. Als Ostschweizer Sieger der Abteilung als auch Champion der Rasse ging Cyrill Germann aus Eschlikon (Kanton Thurgau) mit seinem Red-Holstein-Rind Würth’s HO Avatar Indira hervor.

Das kompletteste Rind

Die diesjährigen Champion-Rinder gingen in unterschiedliche Jungzüchtervereine: Holstein holte der Verein Schwyz, Red Holstein Ostschweiz, Brown Suisse Ob- und Nidwalden und Jersey ebenso der Jungzüchterverein Ostschweiz (siehe Kasten). Als finale Siegerin ging an der diesjährigen Rinder-Nightshow das Rind Dream Date von Alain Lüthi aus Freienbach (Kanton Schwyz) hervor. Das Holstein-Tier holte als Tochter von Sidekick und Oslana den Supreme-Champion-Titel. Ob Dream Date dann auch als Kuh Champion-Titel hole, sei schwierig vorherzusagen, so der Holstein-Richter Gerber. Das Euter zählt später schliesslich 40 Prozent der linearen Beschreibung und Einstufung. Die Wahl sei schlussendlich auch Geschmackssache, so der Berner Richter. Der Trend zu kompletten Tieren habe erfreulicherweise zugenommen: mittelgrosse Tiere mit guten Beinen und Kondition. Im Unterschied zu früher, wo oftmals «zu scharfe» Tiere, zu magere Tiere im Ring vorgeführt wurden.

Showmanship und Programm

An diesem Abend wurde neben Rindern auch in gewohnter Weise die Showmanship-Prämierung durchgeführt. Die Nase vorne hatte dabei dieses Jahr Lea Birrer (Kanton Luzern), gekürt zum Showmanship-Champion von Jana Schram. Vizechampion wurde Mike Walker (Kanton Uri), Mention Honorable Valerie Bürkli aus dem Kanton Aargau.

Unterhaltung und Rahmenprogramm wurden vom sechsköpfigen Organisationskomitee mit der eigenen Festwirtschaft, mit der Tombola mit Embryonen als Losgewinnen und natürlich mit altbekanntem DJ Dachs geboten. Glücklich und zufrieden schloss das Komitee gegen vier Uhr morgens die Türen der Markthalle Toggenburg. Damit ist die Rinder-Nightshow 2025 Geschichte. Die nächste folgt bestimmt wieder zum Wintereinbruch im 2026.

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