Ostschweizer verpassten Podest knapp

Der Urner Jungzüchterverein glänzte am 6. Brown Swiss Junior Contest in Sargans und eroberte den Titel vor Team Graubünden. Der Seriensieger Luzern landete auf dem 3. Platz. Die 28-köpfige Ostschweizer Delegation verpasste um Haaresbreite einen Podestplatz.

Manuel Schneider mit Müller Aldo Sg Kruemmel. Er erreichte in der Abteilung 8. den zweiten Platz.
Manuel Schneider mit Müller Aldo Sg Kruemmel. Er erreichte in der Abteilung 8. den zweiten Platz.

Nach einer coronageschuldeten Zwangspause starteten zehn Teams aus 14 Kantonen mit insgesamt 94 Teilnehmern und 149 Rindern am vergangenen Samstag topmotiviert zur 6. Schweizer Meisterschaft der Braunvieh-Jungzüchter in Sargans. Vor spärlicher Besucherkulisse wurden die Vorausscheidungen ausgetragen. Hingegen füllte sich die Markthalle gegen Abend, sodass die finalen Wettkämpfe von einer grossen und begeisterungsfähigen Menge mitverfolgt wurden. Elf Tiere wurden an Halftern von ihren Vorführern zum Finale um den Schautitel in den Sägemehlring geführt. Fünf Rinder – vorwiegend aus den ältesten Abteilungen – durften um den Titel Rinderchampion 2023 buhlen. Den Final beim Rinderwettbewerb entschied der Urner Jungzüchter Simon Arnold mit Wallimann BV Tu Sg ET Troya, vor Tom Salzgeber (GR) mit Zrotz Brice Vera und Hofstetter’s Barca Linnell von Michaele Schnider (AG/ZG) für sich. Ebenso landete das Tier Gula BS Brice Adele der Bündnerin Domenica Dolf und Kälingen Haegar Hosta der Schwyzerin Priska Schelbert auf dem vierten Platz.

Mit klaren und verständlichen Worten begründete Richter Enrico Bachmann aus dem solothurnischen Seewen die sorgfältig gefällten Entscheidungen in den zehn Abteilungen. Aber auch die Vergabe der Podestplätze wurde mit vielen Fachausdrücken und Detail-Analysen entsprechend kommuniziert. Der ehemalige schweizerische Jungzüchterpräsident Bachmann wurde von Bruder Marco als Ringmann unterstützt.

Den Vorführwettbewerb gewann Laurin Schmid aus Schüpfheim, Kanton Luzern, vor Bernhard Buholzer, Buttisholz, ebenfalls Kanton Luzern, und Fabian Betschart aus dem schwyzerischen Muotathal. Gerichtet wurde dieser Wettbewerb von Jonas Zürcher aus Frutigen.

Der fünfmalige Sieger Luzern rutschte am Samstag in der Markthalle School im zwölfstündigen Wettkampf, mit 71 Punkten, auf den Bronze-Medaillen-Platz ab. Der Sprung auf den Ehrenplatz mit 80 Punkten gelang dem bündnerischen «Steinbock–Team» mit Corina Schamaun an der Spitze. Der Kanton Uri mit Teamleader Erich Gisler eroberte mit einem Vorsprung von elf Punkten souverän den schweizerischen Mannschaftstitel 2023. Überschwänglich wurde dieser Triumph vor Mitternacht gefeiert, während es draussen ergiebig schneite.

Knapp am Podest vorbei

Die 28 Teilnehmenden aus den Kantonen St. Gallen und den beiden Appenzell mussten sich in Sargans bei der 6. Meisterschaft mit dem undankbaren 4. Schlussrang begnügen. Wobei anzumerken ist: Der vor einem Jahr gewählte Verbandspräsident Markus Tischhauser aus Nesslau ging mit einer sehr jungen Mannschaft in der Markthalle School an den Start. Nach der Pandemie und dem (gezwungenen) Unterbruch mussten viele, die im Jahr 2018 noch zu den Erfahrenen und Leistungsträgern gehörten, infolge Alterslimit ausscheiden. Doch etliche dieser Routiniers halfen bei der Teamerneuerung im Hintergrund mit und standen den «Frischlingen» mit Rat und Tat zur Seite.

Zur Rangliste geht es hier

Die Delegation mit Jungzüchtern aus den Kantonen St. Gallen und Appenzell eroberte an der Schweizer Meisterschaft den vierten Rang.
Die Delegation mit Jungzüchtern aus den Kantonen St. Gallen und Appenzell eroberte an der Schweizer Meisterschaft den vierten Rang.

Brown Swiss Junior Contest

Der Brown Swiss Junior Contest ist einzigartig. Sechs Disziplinen in verschiedenster Form und Facetten fliessen ins Gesamtergebnis ein. Nicht nur die Bewertung der Tiere selbst ist wichtig, sondern auch das Styling, das Können und Verhalten, die Kreativität, das Wissen, das Geschick sowie die Arbeit der gesamten Vereinigung. Es kommt aber auch auf die Fähigkeiten von jedem einzelnen Teilnehmenden an, die sich im Alter zwischen 14 und 30 Jahren befinden. Den Titel gewinnt jener Verein, der über alle sechs Disziplinen mit unterschiedlichsten Gewichtungen entsprechend gute Klassierungen erreicht. ig.

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