Ostschweizer Eliteschau in Wattwil: Topkühe der Holstein-Zucht

In der Markthalle Wattwil standen am Freitag, 27. Februar 2026, zum dritten Mal die besten Holstein- und Red-Holstein-Kühe der Ostschweiz im Rampenlicht. 96 Tiere präsentierten sich im Ring und kämpften um die begehrten Champion- und Schöneuter-Titel.

Stimmungsvolle Eliteschau in der Markthalle Wattwil. Bild: Annette Ziller
Stimmungsvolle Eliteschau in der Markthalle Wattwil. Bild: Annette Ziller

Am Freitag, 27. Februar 2026, begrüsste Herbert Hablützel bereits um 18.30 Uhr, eine halbe Stunde früher, Züchter, Kühe und Gäste in der Arena der Markthalle Wattwil; bewusst. So wie der OK-Präsident meinte, damit nach den Championwahlen noch genug Zeit bleibe für gemütliches Zusammensitzen.

Ursprung und Besonderheiten

Die Eliteschau entstand vor drei Jahren, um für die Holstein-Rassen auch in der Ostschweiz eine Plattform zu bieten. Das Hauptzuchtgebiet der farbigen Kühe liege sonst eher in der Westschweiz, so der OK-Präsident. Mit dabei sein dürfen Tiere aus den Kantonen Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, Zürich, Glarus und Graubünden sowie angrenzenden Gebieten, wie dieses Jahr ein Züchter aus dem Kanton Schwyz. Während im ersten Jahr, 2024, die Eliteschau im Rahmen der Tier & Technik in St. Gallen über die Bühne ging, wurde sie nun bereits zum 2. Mal in der Markthalle in Wattwil durchgeführt.

Herauszustreichen bei der Eliteschau sei, so ein Gast, dass Zuschauer keinen Eintritt für diese überregionale Schau zahlen. Zum Zahlen, meinte ein Holstein-Züchter dann weiter schmunzelnd, fahre man lieber in Richtung Westschweiz. Nämlich wenn es um den Kauf von Tieren geht. Die Preise der Ostschweiz entsprechen eher Liebhaberpreisen als Realpreisen für die Holstein-Kühe.

Bevor die Tiere in den Ring geführt werden konnten, wurden die Kühe streng kontrolliert. Die Voreuterkontrolle wurde dabei von drei gewissenhaften Augenpaaren durchgeführt und die Euter vor allem auf «Überfülle» überprüft. Dabei sei es wichtig, die Tiere am Anfang bei der Auffuhr als auch später visuell und haptisch zu prüfen. «So kann festgestellt werden, welche Eigenheiten die Euter bereits bei der Auffuhr hatten und ob allenfalls Ödeme während der Schau entstehen», erklärte Markus Wickli aus Ennetbühl. Besonders am Zentralband sei ersichtlich, ob ein Euter überladen sei oder nicht. Für die Euterkontrolle wäre oft ein Ultraschall hilfreich. Damit könne man Ödeme feststellen. Doch das sei finanziell für so eine Schau nicht tragbar, so der Experte.

Bei der diesjährigen Ausgabe zeichnete sich die Eliteschau erneut durch die hohe Qualität der Tiere und eine ausgezeichnete Organisation aus, so ein Teilnehmer begeistert. Die insgesamt 96 Tiere wurden in Kühe der 1. Laktation in fünf Abteilungen sowie die Kühe der 2.Laktation und folgende in sechs Abteilungen aufgeteilt. Zu gewinnen gab es den Titel Junior- und Senior-Schöneuter (über beide Rassen) sowie Junior- und Senior-Champion Red Holstein und Holstein.

Der Richter Jürg Richner richtete stringent und konsequent. Bei den Rinderchampions gewannen Saetteli Alligator Harybel als Junior-Schöneuter und Saetteli Tower Arosa als Junior-Champion Red Holstein, beide von Dominik Sätteli aus Mörschwil. Nicolas Roth aus Amriswil durfte sich über beide Champion-Holstein-Titel freuen. Frero Blakely Enrica als Junior-Champion Holstein und Izzy-Gold als Senior-Champion Holstein bei den Kühen der 2. Laktation und mehr. Urs Horni aus Bad Ragaz holte mit seiner Senior-Kuh Rhein-Valley Ryder Ponza den Championtitel Red Holstein, während die Holstein-Kuh Ptit Coeur Genie Zaifa von Florian Stettler aus Meilen den Schöneuter-Titel in den Kanton Zürich holte.

Ringwoman begleitet Richter

Der Richter Jürg Richner, der einen Landwirtschaftsbetrieb in Unterkulm im Kanton Aargau führt, wurde bei seiner Bewertung im Ring von seiner Lehrtochter Anina Moser als Ringwoman begleitet. Er wolle sie «mit dem Schauvirus infizieren», meinte er schmunzelnd. Dazu Anina Moser nach getaner Ringarbeit: «Am Anfang war ich ziemlich nervös – und jetzt bin ich einfach nur glücklich und stolz über die geleistete Arbeit.» Als Ringwoman hatte sie die Aufgabe, die Tiere anzuführen und für einen geordneten Rahmen im Ring zu sorgen. Die gelernte Bauzeichnerin will später mit ihrem Zweitberuf Landwirtin selbst einen Betrieb übernehmen. Sie möchte sicherlich auch züchten und damit Teil von Viehschauen sein. Dabei, meinte Anina Moser abschliessend, sei für sie Landwirtschaft kein Beruf, sondern Berufung und mit viel Leidenschaft verbunden. Beste Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Züchterin der Zukunft. So ging dieser Wettbewerb, in dem harte Arbeit und Engagement zum Ausdruck kommen, aber auch die Liebe zum Tier, verbunden mit der Leidenschaft zur Viehzucht, pünktlich gegen 23 Uhr zu Ende. So entsprach man dem Wunsch des OK-Präsidenten.

Champion HO junior Ammann's Alligator Demora, Miss Sio Siri und Mention Hämmerli Perennial Emilia (von links).
Champion HO junior Ammann’s Alligator Demora, Miss Sio Siri und Mention Hämmerli Perennial Emilia (von links).
Champion HO senior Ammann's Reset Jala P, Miss Darlingo Izzy-Gold und Mention Ptit Coeur Genie Zaifa (von links).
Champion HO senior Ammann’s Reset Jala P, Miss Darlingo Izzy-Gold und Mention Ptit Coeur Genie Zaifa (von links).
Champion Red Holstein junior Power Lioba, Miss Saetteli Tower Arosa und Mention Maix-Baillod Star Nell (von links). Bilder: Robert Alder
Champion Red Holstein junior Power Lioba, Miss Saetteli Tower Arosa und Mention Maix-Baillod Star Nell (von links). Bilder: Robert Alder
Champion RH senior Ptit Coeur Blitz Pyrenée, Miss Rhein-Valley Ryder Ponza und Mention Wolfmountain Aladdin Amala (von links).
Champion RH senior Ptit Coeur Blitz Pyrenée, Miss Rhein-Valley Ryder Ponza und Mention Wolfmountain Aladdin Amala (von links).

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