Laveba startet ins 125. Geschäftsjahr
Mit der Delegiertenversammlung in Mels konnte kürzlich das 124. Geschäftsjahr der Laveba Genossenschaft erfolgreich abgeschlossen werden. Das Jubiläumsjahr wartet nicht nur mit einigen organisatorischen Neuerungen auf, sondern auch mit diversen Erlebnissen.

Was vor 125 Jahren in Wartau mit der Gründung einer landwirtschaftlichen Gesellschaft des Kantons St. Gallen begann, hat sich mit Laveba mittlerweile vom einfachen Dienstleister bei Einkauf und Vermarktung hin zu einem dynamischen Konzern im Handels- und Dienstleistungsbereich sowie zu einem Berater und Partner in der Agrarwirtschaft entwickelt. So verwundert es nicht, dass Verwaltungsratspräsident Josef Schmid die Versammlung mit einem geschichtlichen Rückblick auf die Unternehmensgeschichte begann.
Vier Kreisräte gegründet
Schlagworte wie «Grosses beginnt im Kleinen» oder auch «Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das schaffen viele» werden in der Laveba über das Jubiläumsjahr hinaus weiterhin mit derzeit 659 Mitarbeitenden und 53 Lernenden gelebt. Mit der Statutenänderung im November 2023 habe man sich zukunftsorientiert neu ausgerichtet. Dabei bleibe der Mensch weiterhin im Zentrum, betonte Schmid. Zur Restrukturierung gehört auch die Gründung der Laveba Regionalgenossenschaft und die Bildung der vier Kreisräte (Nord, Mitte, West und Ost). In diesen Kreisräten hatten die Delegierten bereits über die Jahresgeschäfte abgestimmt, sodass es nun anlässlich dieser Jubiläumsversammlung nur noch um die Präsentation des Ergebnisses ging. Diese wurden später von Josef Schmid präsentiert und gaben keinerlei Grund zu Beanstandung. Künftig wird die Delegiertenversammlung (DV) gemäss neuen Statuten nur noch im kleinen Rahmen mit den durch die Kreisversammlung gewählten offiziellen Delegierten stattfinden.
Drohnenservice erweitert
Die Jahresrechnung schloss mit einem erwirtschafteten Betriebsertrag von 623 Millionen Franken und lag damit nach dem pandemiebedingten Anstieg des Vorjahres wieder etwas tiefer. Dies sei jedoch immer noch das zweithöchste Resultat überhaupt. Astrid Ziebart, die Vorsitzende der Geschäftsleitung, erklärte dies damit, dass die Kundschaft wegen Corona darauf setzte, viel Zeit im eigenen Garten zu verbringen, und sich dafür (nicht nur) mit neuen Gartenmöbeln eindeckte. Zudem habe sich der nasse Frühling negativ ausgewirkt, gab Ziebart zu bedenken. Sie ist seit August 2023 im Amt und wird mit der ab August neu zusammengesetzten Geschäftsleitung schwungvoll durchstarten.
Man hat im vergangenen Jahr auch im Detailhandel in den Landi-Läden den Frontumsatz auf hohem Niveau stabil halten und in den Volg-Läden und den Laveba-Shops den Umsatz steigern können. In St. Margrethen und Thal sind neue Laveba-Shops mit Agrola-Tankstelle eröffnet worden.
Für den Agrarbereich sei eine positive Entwicklung im Futtermittelbereich zu verzeichnen gewesen, sagte Astrid Ziebart. Ausserdem sei die Nachfrage des Drohnenservice so gross, dass man diesen mit der Anschaffung einer Multispektraldrohne erweitert habe. Die Laveba unterstützte die Landwirtschaft mit 622 400 Franken Treueprämiengutschriften.
Innovativ, zukunftsorientiert
Unter namhaften Agrarinvestitionen 2023 erinnerte Ziebart an die Zeichnung weiterer Aktien an der Barto AG, die branchenübergreifend die Digitalisierung für Landwirte vorantreibt. Mit der Beteiligung an der Firma Urstamm soll die Rückverfolgbarkeit von Schweizer Datums- und Mondholz ermöglicht werden. Bezüglich des Bereichs Energie gab Ziebart bekannt, dass die Nachfrage nach «AdBlue» wachsend sei und man auch im Bereich erneuerbare Energien aktiv sei. So beispielsweise nicht nur bei der Photovoltaik, sondern auch bezüglich Wasserstoff MRH2 AG und durch Machbarkeitsstudien für Biogasanlagen. Mit K51 soll die Abwärme von Hochleistungscomputern für Gewächshäuser nutzbar gemacht werden und weitere Energie-Investitionen betreffen die Agile Wind Power. Auch im Bereich Immobilien ist die Laveba aktiv. Die Mieterträge stiegen um 6,3 Prozent. Nebst der Eröffnung der beiden Laveba-Shops mit Agrola-Tankstelle konnten 40 Wohneinheiten realisiert werden und sechs Liegenschaften in Niederuzwil und das «Center Moos» in Gossau erworben werden. Die Landi Sirnach-Wil konnte Neueröffnung feiern.

Investitionen werden wirksam
Die Berichterstattung bezüglich der Finanzen übernahm Mirco Leuzinger, ab 1. Juni 2024 Leiter Dienstleistungseinheit Zentrale Dienste. Auch sein Bericht gestaltete sich unkompliziert. Dies nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Entwicklung in den letzten fünf Jahren, in denen sich der Nettoerlös auf hohem Niveau halten liess, ebenso wie Eigenkapital und Eigenkapitalquote. Bezüglich der Investitionen in Immobilien und Verkaufsstellen ist natürlich zunächst ein negativer Effekt zu spüren, der sich jedoch bereits im laufenden Jahr positiv bemerkbar machen dürfte, sah Leuzinger voraus. Mit der Präsentation der Beschlussfassung wurde klar, dass der Jahresbericht, die Jahresrechnung der Laveba-Gruppe und die Jahresrechnung der Laveba Genossenschaft einstimmig angenommen wurden. Die Verwendung des Bilanzgewinnes fand ebenfalls einstimmige Zustimmung. Die Anteilsscheine werden (wie im Vorjahr) mit sechs Prozent verzinst.
Wahlen, Mutationen, Ehrungen
Die Verwaltungsratsmitglieder Josef Schmid, Präsident aus Weissbad, Barbara Horni, Vorsitzende Kreisrat Ost aus Bad Ragaz, Jürg Hess, Vorsitzender Kreisrat Nord aus Roggwil, Armin Bont aus Altstätten und Markus Hobi aus Neu St. Johann wurden einstimmig für eine weitere Amtszeit von vier Jahren im Verwaltungsrat bestätigt. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Urs Freund, Vorsitzender Kreisrat Mitte aus Bühler, Eugen Steinegger, Vorsitzender Kreisrat West aus Gross SZ, und Christoph Kempter aus Au. Für ein weiteres Jahr bestätigt wurde die Truvag Treuhand und Revisions AG aus St. Gallen als Revisionsstelle. Die neue Geschäftsleitung setzt sich nun wie folgt zusammen: Astrid Ziebart, Vorsitzende der Geschäftsleitung seit August 2023, Verwaltungsratspräsident Josef Schmid, Philipp Bürge, ab 1. August 2024 Leiter der Geschäftseinheit Handel, Marc Lippuner, Leiter Geschäftseinheit Energie, Serafina De Stefano, Leiterin Dienstleistungseinheit Immobilien, und Mirco Leuzinger, ab 1. Juni 2024 Leiter der Dienstleistungseinheit Zentrale Dienste.
Abschliessend würdigte Josef Schmid die Leistung der abtretenden Verwaltungsräte Felix Hollenstein (seit 2016), Benno Luder (seit 2012), Erich Suter und Andy Fitze (beide seit 2020). Eine persönliche Würdigung und ein Präsent aus der Hand von Astrid Ziebart gab es auch für folgende langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Fabienne Häni (25 Jahre, Landi St. Margarethen AG), Johannes Rechsteiner (25 Jahre, LG Grub), Beat Zollinger (25 Jahre Laveba), Walter Rotach (35 Jahre Landi Thur), Johannes Abderhalden (40 Jahre Landi Thur) und Peter Lenherr (40 Jahre Landi Werdenberg AG).
Freundschaftlich verbunden
Als Gratulant zum 125-Jahre-Jubiläum überbrachte Martin Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Fenaco, einen Korb mit frischen Äpfeln, symbolisch für den spendierten Hochstamm-Apfelbaum der Sorte «Freundapfel», einer alten Apfelsorte mit Wurzeln in der Ostschweiz. Dieser Baum stehe als Symbol für Wachstum und Weiterentwicklung, sagte Keller. Dabei betonte er die weiterhin bestehende, partnerschaftliche Verbundenheit der beiden Unternehmen über die gemeinsamen Tochtergesellschaften trotz 1993 erfolgter Trennung, als die Fenaco offiziell aus der Taufe gehoben wurde. Abschliessend ermutigte der Verwaltungsratspräsident dazu, die 125 Erlebnisse, organisiert von der Laveba für ihr Jubiläumsjahr, zu geniessen, indem man durch das Laveba-Gebiet reise und somit vom Jubiläum profitiere.

