Thema Bauen in der Landwirtschaft: Jula-Höck stösst auf Interesse

Ein Stallbau stellt Weichen für Jahrzehnte. Sandro Huser gab am 16. April 2026 einen Einblick in sein Bauprojekt in Necker. Ergänzt wurde der Junglandwirte-Anlass durch Fachreferate, welche die vielfältigen Herausforderungen rund um den heutigen Stallbau aufzeigten.

Fast alle Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter stehen in ihrer Berufslaufbahn einmal vor baulichen Fragen. Soll es ein Umbau, ein Anbau oder doch ein Neubau werden? Die Bedeutung des Themas zeigte sich am Höck der Junglandwirte St. Gallen und beider Appenzell (Jula). Über 100 Interessierte fanden sich vor einer Woche auf dem Betrieb von Sandro Huser in Necker ein.

Melkstand statt Roboter

Sandro Huser hat den Betrieb mit einer Fläche von 34 Hektaren im Jahr 2020 von seinen Eltern übernommen und im selben Jahr an den bestehenden Stall einen neuen Milchviehlaufstall für rund 50 Kühe angebaut. Dabei hat er sich für einen Melkstand der Firma Delaval entschieden. «Ich habe nur wenig arrondiertes Land für die Weide, deshalb habe ich mich für einen Melkstand und keinen Roboter entschieden», erklärte er. Der junge Landwirt hält Brown-Swiss-Kühe. Sein Zuchtziel sei eine fruchtbare Kuh mit einer Milchleistung von rund 8000 Kilo Milch. «Ich will mit jeder Kuh eine Abkalbung pro Jahr erreichen», sagte er. Zudem möchte er exterieurstarke Kühe züchten. Weitere Betriebszweige sind die Schweinemast, der Wald und Mastkälber im Winter.

Bei Sandro Huser in Necker trafen sich über 100 Interessierte zum Höck zum Thema Bauen. Bild: Anine Hungerbühler

Umgesetzt hat Sandro Huser sein Bauprojekt mit der Firma Delaval. Diese informierte am Donnerstagabend, 16. April 2026, in einem Fachreferat über wichtige Aspekte der Bauplanung. Zu Beginn gibt es laut Architekt Mario Hasler ein Vorprojekt mit einer Kostenschätzung, sodass Finanzierung und Tragbarkeit frühzeitig abgeschätzt werden können. Erst später folgt die Baueingabe. «Der Aufwand dafür ist heutzutage sehr gross», weiss er. Häufige Schwierigkeiten zeigten sich zum Beispiel bei den Ammoniakemissionen. So rechnet die Firma für die Planung mit einer Dauer von einem bis zwei Jahre, gefolgt von einer Bauphase von durchschnittlich einem Jahr. «Es lohnt sich oft, eine Vorabklärung mehr zu machen, um bei der Baueingabe schneller ans Ziel zu kommen», so Hasler.

Alte Gebäude nutzen

Hier spielt unter anderem die Wahl des Standorts eine zentrale Rolle. Sind beispielsweise Näherbaurechte nötig oder ist die Zufahrt für die Bauzeit ausreichend? Auch zusätzliche Herausforderungen wie Schutzverordnungen, Fruchtfolgeflächen sowie Wälder und Gewässer müssen laut Hasler für die Baueingabe genau betrachtet und entsprechend einbezogen werden.

Neben Punkten wie der Wahl des Futterlagers, der Melktechnik oder der Erschliessung ist auch die äussere Erscheinung zu klären. «Die Ästhetik wird immer wichtiger beim Stallbau, auch durch Vorgaben der Amtsstellen.» Zudem versucht die Delaval laut Mario Hasler, alte Gebäude möglichst weiterzunutzen, damit sie nicht aufgrund von raumplanerischen Vorgaben abgebrochen werden müssen.

Blick in die Zukunft

Neben rechtlichen und finanziellen Aspekten ist der Blick in die Zukunft wichtig. Jonas Hinder, Architekt bei der Delaval, sprach über ändernde Tierschutzvorschriften, die sich in den letzten Jahren immer wieder verschärft haben. So sei es sinnvoll, sich in der Planung nicht auf Mindestmasse festzulegen, um für künftige Vorschriften gewappnet zu sein. Aber nicht nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen können ändern – auch die betrieblichen. Hier will die Delaval bei der Planung ansetzen und die Erweiterbarkeit der Bauten möglichst gewährleisten.

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