Jubiläumsviehschau Hemberg begeistert Besucher
Ein gemütliches Volksfest mit viel Brauchtum ging am 26. September Hemberg über die Bühne. Braunvieh mit Niveau und Leidenschaft bei Jung und Alt prägten die Jubiläumsschau.
Kälte und Regen waren angesagt für den vergangenen Freitag. Ungünstig für eine Viehschau. Dies beeindruckte das Hemberger Bauernvolk aber nicht im Geringsten, sodass der Himmel auch ein Einsehen hatte. Trocken und frisch war es an diesem Tag, ideales Wetter für das Vieh. Die Jubiläumsschau mit echt gelebter Tradition beeindruckte rundum. Sennschellen, Treicheln, Zauren und viel Gemütlichkeit gab es für die Ohren; Braunvieh erster Klasse für die Augen. Die Organisation hatte ganze Arbeit geleistet. Man spürte förmlich, dass hier eine Jubiläumsschau ein Anlass von grosser Bedeutung ist. Die acht Personen des Organisationskomitees hatten sich auch gut vorbereitet. Man wollte diesen Tag schliesslich mit Zufriedenheit erleben. Einerseits sollte Gemütlichkeit Trumpf sein und der Jubiläumsabend gleich anschliessend an die Schau stattfinden. Andererseits war man erpicht darauf, dass an diesem Tag möglichst alles reibungslos funktionierte. «An unseren Sitzungen gab es lebhafte Diskussionen. Ideen wurden eingebracht und wieder verworfen. Vorschläge als gut empfunden oder abgelehnt», erzählt ein OK-Mitglied von der kameradschaftlichen Atmosphäre im Hemberger Viehzuchtverein.
Traditionell sennisch
Die ersten Zuschauer trafen auf dem Hemberg ein, bevor es zu tagen begann. Man wollte schliesslich nicht hinter dem Vieh herfahren, das sich zum Teil schon um halb acht Uhr auf den Weg begab. Die Auffuhr des Viehs wurde so organisiert, dass vor dem Eingang zum Schauplatz möglichst kein Stau entstehen sollte, was dann erfreulicherweise auch der Fall war. 28 Züchterfamilien fuhren auf und alle zeigten sich von ihrer besten Seite. Die Tiere herausgeputzt, deren Schellen frischen Glanz verliehen, genügend Helfer für die Herdenbetreuung auf dem oft weiten Weg zum Schauplatz, engagiert und viel Freude im Gesicht. 20 Züchter fuhren, zum Teil mit Geissen, traditionell sennisch auf. Von Weitem hörte man den Klang der Sennschellen, das leidenschaftliche Zauren und das Jauchzen. «Öberefahre ist für mich, und viele andere Sennen auch, ein besonderes Erlebnis. Da geht das Herz auf, und vor lauter Freude beginnt man einfach mit Singen», erzählte ein Senn gutgelaunt.
Die Herzen der Jungzüchter
Nur mit wenig Verspätung trafen die letzten Sennen auf dem Schauplatz ein. Die sieben Experten konnten ihre anspruchsvolle Arbeit beginnen. Jeder auffahrende Bauer war verpflichtet, einen Wärter zu engagieren, und diese befolgten die Anweisungen der Richter möglichst rasch. Der Schauplatz war grosszügig mit Vlies und Stroh abgedeckt worden. Während der Rangierung an den Latten präsentierte der Nachwuchs der Hemberger Züchterfamilien seine Lieblingskälber im Ring beim Schauplatzeingang. Die Tiere waren herrlich geschmückt worden und zeigten mit ihrer Ruhe, dass man sie auf diesen Auftritt vorbereitet hatte. Die Buben und Mädchen in ihren Trachten erfreuten die Zuschauer, egal ob sie jetzt ihr Sprüchlein keck vortrugen oder ob ihre Nervosität ihnen hier einen Streich spielte. Den anschliessenden Jungzüchterwettbewerb mit Rindern gewann Stefan Rechsteiner mit einem komplett ausgerüsteten Tier.
Grosszügige Sponsoren
In seiner Begrüssung hatte OK-Präsident Johannes Näf viele Dankesworte zu verteilen. Diese betrafen auch die zahlreichen Spender und Sponsoren dieser Jubiläumsschau. Geschnitzte oder bemalte Holztafeln, Weidschellen und perfekt geschnitzte Holzkühe konnten an die Züchter verteilt werden. Die Vergabe der Spezialpreise nach dem Mittagessen lockte viele Zuschauer an. Schöneuterwettbewerbe, Fitness-Star, höchste Lebensleistung, Rinderchampion, Erstmelkchampion und andere Auszeichnungen wurden vergeben. Interessant gestaltete sich die Vergabe des Betriebscups. 17 Züchter machten mit und brachten ihre 3 ausgewählten Tiere nach Aufruf in den Ring. So waren immer fünf Gruppen im Wettbewerb, zwei davon schieden jeweils wieder aus. Sieger wurde die Züchterfamilie von Claudia und Walter Rechsteiner; Zweit- und Drittplatzierte waren die Familien Vroni und Johannes Näf vor Marion und Michael Roth.

Miss Hemberg gekürt
«Die Hemberger Züchter präsentieren eine aussergewöhnlich breite Palette von tollen Kühen», meinte einer der Experten zum Gesamtbild der Viehschau. Die Miss-Wahlen gestalteten sich dementsprechend spannend. Schliesslich gewann Arcas Fränzi von Florian Schweizer bei den Originalbraunen und Julius Nora von Walter Rechsteiner bei den Brown-Swiss-Tieren. Die Zeit war fortgeschritten und die Betriebslatten wurden eiligst zusammengestellt. Das «Ablooh» erfolgte planmässig und wurde infolge aufkommenden Regens rasch praktiziert. Zu sehen gab es viel für das Publikum. Manche Herden konnten sich kaum zurückhalten und forderten die Sennen zu eiligem Tempo auf. Alptiere hingegen trotteten gemächlich Richtung Heimweide und erfreuten mit ihrer Ruhe. Einen Höhepunkt bildete dabei die Herde von Hansueli Bösch. Auf Wunsch des Organisationskomitees präsentierte er sein Senntum komplett mit Lediwagen, so wie er es bei seinen Alpfahrten jeweils praktiziert.
Fest ohne Unterbruch
Die Festwirtschaft auf dem Areal der Feuerwehr Hemberg funktionierte wunschgemäss. Eine Pause gab es für die Gastronomieleute nicht. Die Organisierenden hatten sich entschieden, den Schauabend gleich anschliessend an die Viehschau zu realisieren. Dieser Plan ging auf. Die Feststimmung war so durchgehend präsent, und am Abend fanden sich die Sennen in bester Laune wieder beim Schauplatz ein. Rasch wurde den Bauern noch ihr Jubiläumsgeschenk verabreicht, und weiter ging es mit grosser Gemütlichkeit.
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