Bio-Ring Appenzellerland: stabile Rahmenbedingungen nötig
Die Hauptversammlung des Bio-Rings Appenzellerland fand am 4. Februar 2026 in Gais statt. Thomas Pliska, Leiter Strategische Projekte und Forschung bei Bio Suisse, informierte dort über das neue Webportal «My Bio Suisse» und den Klimacheck.

Kürzlich trafen sich die Mitglieder des Bio-Rings Appenzellerland (BRA) im Hotel Krone in Gais zur Hauptversammlung. Vom 140 Mitglieder zählenden Verein waren 49 Mitglieder anwesend. Der Präsident Koni Meier freute sich denn auch über die gute Beteiligung. «Wir haben im Vorstand scharfe Diskussionen, die Meinungen sind verschieden», sagte Koni Meier. «Ich bin glücklich, dass wir mit dem gleichen Team weiterarbeiten können.» Koni Meier, er ist seit Jahresbeginn nicht mehr aktiv als Bauer tätig. Er möchte seine Amtsperiode, die 2028 endet, fertig machen. Ein Vorhaben, das bei den Anwesenden für ein spontanes Klatschen sorgte. Hingegen trat er als Delegierter von Bio Suisse zurück. Als Nachfolger wurde Peter Ziegler gewählt. Er betreibt mit seiner Familie einen Bio-Betrieb in Wienacht-Tobel.
Bio-Milchmarkt ist stabil
Beim Bio-Ring Appenzellerland ist es Tradition, dass jedes Vorstandsmitglied beim Traktandum Jahresbericht aus seinem zuständigen Ressort informiert. «Die Milchproduktion ist bei den Bauern gerade ein präsentes Thema», sagte Gallus Wetter beim Überblick zum Bio-Milchmarkt 2025. Zu den allgemeinen Zahlen: 14 Prozent aller Betriebe in der Schweiz sind Bio-Betriebe. Der Marktanteil der Bio-Milchproduktion liegt bei zwölf Prozent, rund 3000 Bio-Milchbetriebe in der Schweiz produzieren nach den Vorgaben des biologischen Landbaus. «Die Anzahl Bio-Milchbetriebe ist rückgängig», so Gallus Wetter. «Die jüngere Generation verfolgt eine andere Strategie und hat tendenziell nicht mehr Freude am Melken.» Aktuell ist der Bio-Milchmarkt stabil. «Der Milchpreis soll nicht gesenkt werden, das gäbe ein falsches Signal», sagte Gallus Wetter. Stabile Rahmenbedingungen sind notwendig für die mittel- bis langfristige Bio-Milchproduktion.

Problem Bruderhahnmast
«Rückblickend auf 2025 ist die Angebots- und Nachfragesituation auf dem Bio-Bankviehmarkt aussergewöhnlich», sagte Andreas Zuberbühler. «Bio-Bankvieh ist stark gesucht.» Rückläufig ist hingegen der Bio-Schweinemarkt, die Nachfrage ist zurückhaltend. Beim Rindfleisch konnte der Marktanteil leicht erhöht werden. Der Geflügelmarkt steht vor vielen Herausforderungen. «Ab 2026 sollen alle Küken leben. Die Brüder sollen aufgezogen werden», so Beat Rusch. «Die Erfahrung mit der Aufzucht von Bruderhähnen fehlt. Die Bruderhahnmast allein ist nicht lukrativ und muss von den Legehennenhaltern quersubventioniert werden.» Bereits jetzt ist der Fall eingetroffen, dass die Aufzuchtställe von Brüdern blockiert werden. Es sei voraussehbar gewesen, dass es beim Ei, dem «Bio-Königsprodukt», mit der neuen Regelung zu Problemen komme, erklärte Beat Rusch. Bei der Lösungssuche wird die Unterstützung von Bio Suisse vermisst. Koni Meier ergänzte: «Man wusste, dass es eine riesige Herausforderung ist. Die Vertreter der gesamten Branche von Geflügelzüchtern, Legehennenhaltern, Eierhandel, Detailhandel, Fachkommissionen und Bio Suisse haben sich vor zwei Jahren auf dieses Vorgehen geeinigt.»
Interessante Anlässe
«Der Familientag bei Max Gmür im Sittertobel und die Möglichkeit, die Anlagen vom OpenAir St. Gallen zu besichtigen, war interessant», infomierte Koni Meier zu den Vereinsaktivitäten. Auch der Bio-Höck bei Jakob und Marlene Graf in Rehetobel stiess auf grosses Interesse. Die von der Kassierin Claudia Schmid präsentierte Jahresrechnung 2025 und das Budget 2026 wurden einstimmig genehmigt. Die Aktuarin Judith Zeller machte Werbung, um Praktikumsplätze auf Bio-Betrieben anzubieten: «Wir erhalten viele Anfragen für Einsätze von 14 Tagen bis zu einem Monat.»
Tragfähiges Gleichgewicht
Landeshauptmann Stefan Müller sprach über die politischen Themen, den Aktionsplan Kontrollen und insbesondere die Agrarpolitik 2030: «Wir kommen heuer in eine entscheidende Phase.» Thomas Pliska, Leiter der Abteilung Strategische Projekte & Forschung bei Bio Suisse, informierte über den aktuellen Stand beim Portal My Bio Suisse. Das Referat, insbesondere zum Klimacheck und zu den Klimaschutzleistungen des Bio-Landbaus, führte zu heftigen Diskussionen. Die zentrale Frage war, wie beide Ziele in ein tragfähiges Gleichgewicht gebracht werden können.
