Toggenburger Älpler erfahren wichtige Infos für Rega-Tierrettung
Ein Blick zurück auf den wechselhaften Alpsommer 2025, die Ehrung verdienter Älpler und ein Referat über die Rega-Tierrettung prägten die Hauptversammlung des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg. Trotz des Schneefalls fanden zahlreiche Mitglieder am Dienstag, 17. Februar 2026, den Weg nach Ennetbühl.

Im Rahmen der alljährlich stattfindenden Hauptversammlung der Toggenburger Älpler stand nebst den Ehrungen langjähriger Mitglieder und der Erledigung der statutarischen Geschäfte auch ein Referat im Zentrum. Der mit Humor gewürzte Vortrag des Rega-Tierrettungsflughelfers Daniel Kränzlin kam bei den Anwesenden, trotz der bereits fortgeschrittenen Zeit, gut an. Mithilfe von Bildern gab der Rega-Flugretter Einblick in den Arbeitsalltag. «Was für uns tägliches Brot ist, bedeutet für unsere Auftraggeber, aber auch für die zu rettenden Tiere eine Ausnahmesituation.» Trotzdem sei es wichtig, im Vorfeld möglichst genaue Informationen zu geben. «Wir müssen wissen, wo genau sich ein Tier befindet, in welchem Zustand es ist und auch ob es in der Nähe nicht registrierte, in der Luft hängende Kabel gibt.» Die Rega-App helfe, die nötigen Koordinaten genau anzugeben. Bezüglich Zustand des zu rettenden Tieres war zu erfahren, dass vorgängig eine genaue Abklärung unabdingbar sei. «Im Zweifelsfall bitte einen Tierarzt beiziehen, denn wenn wir schwer verletzte Tiere lebend bergen, machen wir uns strafbar», erklärte Daniel Kränzlin.
Bestätigt wurde diese Haltung von der ebenfalls anwesenden Mirjam Scherrer von der Grosstierarztpraxis in Nesslau. «Selbst für uns ist der Zustand eines Tiers oft nicht ganz einfach zu beurteilen: Soll lebend transportiert werden, besteht eine Chance auf Heilung oder ist einschläfern angesagt?», so die Tierärztin. Auch sie betonte, dass die Flugrettung nach geltenden Vorschriften durchgeführt werden müsse, «sonst machen sich die Verantwortlichen strafbar». Aus diesem Grund seien genaue Informationen durch den Tierhalter wichtig. Der Referent wies auch darauf hin, dass die Anschlagtechniken regelmässig trainiert werden müssten: «Zudem muss jeder Flughelfer einen Sachkundenachweis beim Strickhof machen.»
Keine Wasserknappheit
Präsident Thomas Bohl erinnerte an den frühen Start des vergangenen Alpsommers, an das zu Beginn wechselhafte Wetter und an den hohen Futterbedarf der Tiere. Im Juli wurde gegen Schnee und Kälte gekämpft. «Doch mit guter Weideeinteilung konnte die Zeit überstanden werden», sagte der Präsident. Dafür sei Wasserknappheit kein Thema gewesen. Das Sommerwetter im August habe Menschen und Tieren dann gute Tage beschert. Die Alpwanderung wurde gemeinsam mit den Alpsektionen Sarganserland und Werdenberg-Rheintal durchgeführt. Diese führte vom Wildhauser Chuchitobel zur Alp Gamplüt. «Auf grosses Interesse stiess dabei die Besichtigung der neu erstellten Alpkäserei von Thomas und Bruno Götte sowie die Informationen über die Region.»
«Wenig Freude hat die Wolfpräsenz gemacht, auch wenn er in unserer Region weniger aktiv war. Die Medien, die das unerträgliche Leid der betroffenen Nutztiere nicht würdigen und das Ganze verharmlosen, gehen unter die Haut», sagte Thomas Bohl. Erfreut zeigt er sich über die Lockerung der Abschusskriterien. Allerdings seien dabei die Anforderungen bei den Schafherden zu wenig berücksichtigt worden.

Zwei neue Vorstandsmitglieder
Mit Stefan Naef und Oswald Stauffacher verabschiedeten sich zwei langjährige Vorstandsmitglieder. Einsitz nehmen neu Reto Egli aus Nesslau und Ruedi Brunner aus Ebnat-Kappel. Für eine weitere Dauer von drei Jahren wurden Präsident Thomas Bohl sowie die Vorstandsmitglieder Ralf Tischhauser, Johannes Näf, Hansueli Kipfer, Thomas Götte, Jürg Ammann, Ueli Brunner und Markus Fust bestätigt.
Bei seinem letzten Rechnungsabschluss konnte Stefan Naef positive Zahlen präsentieren. Bei Einnahmen von gut 4100 Franken resultierte ein Einnahmenüberschuss von 675 Franken. Das Vereinsvermögen per Ende Jahr wird mit knapp 10 500 Franken ausgewiesen. Es konnten sechs neue Mitglieder aufgenommen werden, dem stand ein Austritt gegenüber. Zum angestrebten Alparchiv war zu hören, dass sich bisher noch zu wenig Interessierte gemeldet haben. «Wenn nicht ein klares Interesse vonseiten der Alpen bekundet wird, stirbt das Projekt», hielt Stefan Naef fest.

Umfassende Informationen
Fredy Louis, Kantonsrat und Mitglied des Landwirtschaftsrats, informierte über Bestrebungen des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands (SAV), die Land- und Alpwirtschaft auch mit der AP 2030+ in die richtige Richtung zu steuern. «Es liegt die Zusicherung des BLW-Direktors vor, dass die bisher ausbezahlten Mittel nicht verschoben werden und das Gesamtbudget für die einzelnen Gebiete bestehen bleibt», so Fredy Louis. Es folgte der Hinweis, dass wegen der im Nachbarland Frankreich verbreiteten, gefürchteten Krankheit LSD im kommenden Sommer keine Tiere in Frankreich gealpt werden dürfen. «Dies wird Druck auf unsere Alpgebiete geben», so seine Überzeugung.
Von Dolores Gamper vom Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez (LZSG) war im Auftrag der Fachstelle Ackerbau zu hören, dass ab dem kommendem Jahr beim Kauf und Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln auf den Alpen eine Fachbewilligung vorliegen muss. Auch konnten die Anwesenden Albert Fässler, den Nachfolger von Christoph Högger, kennenlernen. Fässler ist der neue Leiter Direktzahlungen und ermunterte die Anwesenden, bei Fragen und Unsicherheiten mit seiner Amtsstelle Kontakt aufzunehmen.
Ehrung verdienter Älpler
Für ihre Verdienste wurden folgende Personen geehrt: Oswald Stauffacher, 46 Jahre, davon ein Jahr Alp Perfieren und 45 Jahre Alp Niederstock sowie 28 Jahre im Vorstand des Alpwirtschaftlichen Vereins; Werner Raumsauer, 36 Jahre im Vorstand der Alp Girlen, davon 20 Jahre als Präsident. Willi Roth, 28 Jahre im Vorstand der Korporation Nesselfeld, davon acht Jahre Alpschreiber und 20 Jahre Präsident; Stefan Naef, 26 Jahre, davon acht Sommer Älpler im Sarganserland, vier Sommer Alp Rittern, Alpmeister der Ortsgemeinde Kappel und seit 16 Jahren im Vorstand des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg, davon 15 Jahre Kassier; Niklaus Roth, 26 Jahre im Vorstand der Alpkorporation Oberstock-Friesen, davon zwei Jahre Aktuar und 16 Jahre Präsident; Elisabeth und Migg Forrer, 15 Jahre Alp Riet Niederstock, bei Familie Gross.

