NSG stellt Weichen für die Zukunft

An der Generalversammlung der Nutz- und Schlachtviehgenossenschaft (NSG) blickte Präsident Ruedi Thomann auf 10 282 Tiere und ein starkes Plus im 2025 zurück. Noch höhere Tierzahlen, personelle Wechsel und eine neue Software prägen die Zukunft der Genossenschaft im 2026.

Abstimmung an der Generalversammlung der NSG in der Markthalle Wattwil.
Abstimmung an der Generalversammlung der NSG in der Markthalle Wattwil.

Am 20. April 2026 fand in der Markthalle Wattwil die 77. ordentliche Generalversammlung der Nutz- und Schlachtviehgenossenschaft (NSG) statt. Nach einem gemeinsamen Abendessen eröffnete Präsident Ruedi Thomann die Versammlung gegen 21 Uhr und begrüsste rund 45 stimmberechtigte Mitglieder sowie rund 40 Lieferanten und zehn Gäste.

Im Zentrum der Versammlung stand der Rückblick auf ein aussergewöhnlich erfolgreiches Geschäftsjahr. Präsident Thomann bezeichnete das vergangene Jahr als «Rekordjahr», das in die Geschichte der NSG eingehen werde. Mit einer Auffuhr von insgesamt 10 282 Tieren konnte das beste Ergebnis seit Bestehen der Genossenschaft erzielt werden. Damit verzeichnete der Ertragsposten «Tierverkehr» in der Erfolgsrechnung ein Plus von rund fünf Millionen Franken. Der daraus resultierende Gewinn von über 38 000 Franken unterstreicht die positive Entwicklung der Organisation.

Mehrwert bleibt zentral

Die NSG erfüllt eine wichtige Aufgabe für die Preisbildung im Schlachtviehbereich: Sie organisiert öffentliche Viehmärkte für die gesamte Landwirtschaft, fördert den Absatz von Nutz- und Schlachttieren und informiert laufend über Markt- und Preislagen. Für die Produzenten bleibt der Mehrwert der Genossenschaft durch bessere Preise ihrer Schlacht- und Nutztiere zentral. Bis zu einem Franken mehr pro Kilo erzielte der Produzent auf den Viehmärkten der Genossenschaft im Vergleich zum Verkauf an Händler, so der Marktbericht vom letzten Viehmarkt in Sargans. Insgesamt über das Jahr erreichte die Kategorie 1X1 Kühe ein Plus von 64 Rappen, für A1- und T3-Kühe wurden im Schnitt 53 Rappen/Kilo über dem Tabellenpreis bezahlt.

Aktuell betreibt die NSG Märkte in Wattwil, Sargans sowie in Appenzell und Herisau. Im 2025 wurden Herausforderungen gemeistert: Viehmärkte mit weniger als 50 Tieren mussten abgesagt und auf andere Standorte verschoben werden. Proviande übernahm die Kosten für die Experten bei kleinen Viehmärkten nicht mehr. Glücklicherweise konnte mit Proviande ab 1. Januar 2026 eine Lösung gefunden werden, sodass auch kleinere Märkte weiterhin Bestand haben.

Ein weiterer Höhepunkt der NSG im Jahr 2025 war die Olma-Auktion. Die Veranstaltung mit 32 Tieren erzielte einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 4303 Franken, rund 500 Franken mehr als im Vorjahr. Das Höchstgebot lag bei 5400 Franken. Die nächste Auktion wird im Oktober durchgeführt und findet zum 60. Mal statt. Anmeldungen erfolgen über die Plattform Brunanet.

Alexandra Köfers Abschlussworte wurden von der Generalversammlung mit grossem Applaus aufgenommen.
Alexandra Köfers Abschlussworte wurden von der Generalversammlung mit grossem Applaus verdankt.

Wechsel in der Geschäftsführung

Auch strukturelle Veränderungen standen auf der Traktandenliste. In der Geschäftsführung kommt es zu einem Wechsel: Nach frühzeitiger Ankündigung von Alexandra Köfer übernimmt der Geschäftsführer- Stellvertreter Patrick Altherr die operative Leitung. Köfer war seit Anfang 2024 in der Geschäftsführung tätig und wurde für ihre engagierte und kompetente Arbeit gewürdigt. Besonders hervorgehoben wurden ihre organisatorischen Fähigkeiten sowie ihre Durchsetzungskraft in einer traditionell männerdominierten Branche. Die Geschäftsführung-Stellvertretung wird ab 1. Mai von Anita Inauen übernommen. Inauen ist auf einem Milchwirtschaftsbetrieb in Neuhaus aufgewachsen und war die vergangenen fünf Jahre als Sachbearbeiterin im Land- und Forstwirtschaftsdepartement des Kantons Appenzell Innerrhoden tätig. Im Rahmen dieser Arbeit organisierte sie auch die Viehmärkte in Appenzell.

Neben den betrieblichen Themen wurden auch agrarpolitische Entwicklungen angesprochen. Die Sparmassnahmen des Bundes betreffen die Landwirtschaft und konnten mit einer knappen Entscheidung im Parlament (91 zu 90 Stimmen) jedoch gering gehalten werden. Im Hinblick auf die Wahlen 2027 wurde die Bedeutung von bäuerlichen und landwirtschaftsnahen Kandidierenden betont.

Die turnusgemässen Gesamterneuerungswahlen bestätigten den bisherigen sechsköpfigen Vorstand sowie den Präsidenten Ruedi Thomann einstimmig für die Amtsperiode 2026 bis 2029. Auch das Geschäftsprüfungskommissionsmitglied Lukas Bitschnau wurde wiedergewählt. Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Markus Berner wurde Niklaus Fässler als Ersatzrevisor gewählt.

Der Vorstand der NSG (v. l.): Jakob Oertli, Markus Dörig, Peter Sprecher, Peter Frei, Ruedi Thomann, Alfred Preisig, Pius Riget.
Der Vorstand der NSG: Jakob Oertli, Markus Dörig, Peter Sprecher, Peter Frei, Ruedi Thomann, Alfred Preisig, Pius Riget (v. l.).

Neue Software im Einsatz

Im Jahr 2026 wird neben diesem personellen Wechsel auch die Weiterentwicklung der neuen Marktsoftware die NSG auf Trab halten. Mit dem System «qLine» der Firma Querformat AG soll die Effizienz der Abläufe weiter gesteigert werden. Dies wird insbesondere begrüsst, weil aktuell die Tierzahlen bereits im ersten Quartal sehr hoch sind und damit ein weiteres Rekordjahr erwartet wird.

Zum Abschluss der Versammlung sorgte eine persönliche Anekdote für einen besonderen Moment: Die scheidende Geschäftsführerin Alexandra Köfer erinnerte daran, wie wichtig es sei, auf das eigene Bauchgefühl zu hören, selbst in Zeiten zahlreicher Meinungen und Unsicherheiten. Ihre Worte wurden mit grossem Applaus aufgenommen.

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