Am GP von Sargans glänzt der Nachwuchs im Ring

Am Samstag, 8. November 2025 ging der GP von Sargans zum 23. Mal über die Bühne. Den Champion-Titel holte das Rind Hofstetter’s Doboy Dora von Marco Hofstetter aus dem luzernischen Entlebuch. St. Gallen fuhr mit dem Rind Alte Post’s Optimus Lisa von René Giger aus Unterterzen einen Abteilungssieg ein.

St. Galler Sieger: René Giger mit seinem Siegerrind Rind Alte Post's Optimus Lisa. Bild: Samuel Alessandr
St. Galler Sieger: René Giger mit seinem Siegerrind Rind Alte Post’s Optimus Lisa. Bild: Samuel Alessandri

Der GP Sargans füllte nach altbewährtem Rezept die Markthalle von Sargans: Genetik vom Feinsten, leidenschaftliche Züchter und Züchterinnen, stylische Präsentationen, jede Menge Action und eine legendäre Party.

Die besten Rinder aus der Schweiz und dem nahen Ausland kämpfen hier um die Krone. Bewertet und rangiert wurden insgesamt 142 Rinder, aufgeteilt in zwölf Abteilungen. Rinder aus 18 verschiedenen Kantonen der Schweiz sowie aus Österreich und Liechtenstein wurden zur Schau gestellt. Pius Arnold, Braunvieh-Experte aus dem Prättigau richtete stringent und einheitlich. Simon Gisler als Ringman stand ihm tatkräftig zur Seite. Die Breite an Qualität steche am GP Sargans hervor, so der Richter mit Urner Wurzeln.

Sieg geht ins Luzernische

Einige hatten den Zuchtbetrieb Vitali aus Olivone mit dem letztjährigen Vize-Champion-Rind Vitali Top TI Pete Destiny im Auge für den Champion-Titel. Andere Three-Salzgebers, die mit mehreren Rindern in verschiedenen Abteilungen an den Start gingen. Letztlich kam der Sieger aus der Zentralschweiz. Kurz vor Mitternacht kürte Pius Arnold Hofstetter’s Doboy Dora von Marco Hofstetter aus Entlebuch zum Champion. Das Rind, eine Doboy-Tochter, überzeugte den Richter vor allem mit ihrem milchbetonten Rahmen, der Tiefe und der offeneren Rippe. Auf den zweiten Rang schaffte es Three-S Hank Valea von Three-Salzgeber und Beat Zrotz aus Pany (GR). Fuchshaupt Clint Casablanca von Roland Lustenberger aus Escholzmatt (LU) erhielt die Ehrenerwähnung. Damit standen gleich drei Eigenzüchtungen auf dem Podest.

Champion Doboy Dora von Marco Hofstetter aus Entlebuch, mit Familie, Richter und Ehrendamen. Bild: Samuel Alessandri
Champion Doboy Dora von Marco Hofstetter aus Entlebuch, mit Familie, Richter und Ehrendamen. Bild: Samuel Alessandri

St. Galler Sieger

An der diesjährigen Ausgabe des GP von Sargans gab es auch St. Galler Sieger: René Giger aus Unterterzen brillierte in der Abteilung 2 mit Alte Post’s Optimus Lisa. Die Tochter von Optimus und Lilly stammt aus Eigenzucht. «Es ist ein Lohn für jahrelange Arbeit», so René Giger voller Freude «und ein besonders schönes Erlebnis, hier am GP Sargans ganz oben zu stehen». Zu seinem Rind Lisa meinte er, «sie hat es von Anfang an gut gekonnt, das Laufen an der Hand mit perfekter Haltung».

Ein weiterer Fast-Sieger war auch Felix Schneider aus Schwendi im Weisstannental mit zwei dritten Plätzen: Pete’s Cosara in der Abteilung 4 und Collaps‘ Jamie Sue in der Abteilung 6. Beide Tiere präsentierte jeweils Jungzüchter und Neffe Manuel Schneider im Ring.

Moderierter Livestream

Die Siege konnten dank Livestream von zu Hause mitgefeiert werden. Im Vergleich zum letzten Jahr steigerte sich die Zuschauerzahl sogar von 6300 auf über 8000 Fans via Fernsehen. Das tat jedoch dem Besucherandrang vor Ort keinen Abbruch, so Reto Grünenfelder. Im Gegenteil, es fördere das Fieber an dieser Jungzüchterveranstaltung. Und das sei auch weiterhin das Hauptziel am GP von Sargans, die Nachwuchsförderung, sagt das Mitglied des Organisationskomitees. Der moderierte Video-Livestream bleibt weiterhin kostenfrei – das Organisationskomitee möchte den GP von Sargans einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Nachwuchsförderung geglückt

Während das Organisationskomitee mehrheitlich konstant den GP seit 23 Jahren führt (es gab nur eine Änderung), gab es bei den Jungzüchtern mittlerweile einen Generationenwechsel. Das zeigt sich zum Beispiel an den diesjährigen Ehrendamen Sara Durer und Marina Reinhard: Beide sind Töchter von Jungzüchterinnen, die am 1. GP von Sargans im 2002 Rinder in den Ring führten.

Dass die Nachwuchsförderung am GP Sargans geglückt ist, ist auch bei den Rindern ersichtlich, wo dieses Jahr gleich mehrere Töchter von der Siegerin des GP Sargans 2022, Zrotz Brice Vera, im Ring zur Schau standen. Genau hinschauen durfte man in der Abteilung zwölf: Hier traten 100-Prozent-Schwestern aus dem gleichen Jahrgang an. Der Zuchterfolg durch Embryotransfer brachte innerhalb von zwei Monaten die zwei Töchter von M & M’s Apple Hank und Zrotz Brice Vera hervor. Three-S Hank Valea holte den Abteilungssieg vor ihrer Schwester Three-S Hank Vape. Die Halbschwester Three-S Holdrio Voice komplettierte das Podest, auch eine Zrotz-Brice-Vera-Tochter.

Der GP von Sargans überzeugte auch dieses Jahr wieder mit vielen tollen Rindern und leidenschaftlichen Jungzüchterinnen. Während bei den Rindern allerdings das Alter auf elf bis 23 Monate begrenzt ist, ist die Grenze bei den «Jungzüchtern» nach oben offen. Hier zählt Leidenschaft vor Alter. Das Schöne für die Veterinär-Kontrollkommission ist: Der GP von Sargans sei immer gut, es laufe friedlich ab und alle wüssten Bescheid. Das mache den GP zu einem Genusserlebnis für alle.

Rind Jamie Sue von Felix Schneider aus Schwendi, hier mit Manuel Schneider (im karierten Hemd), in der Abteilung 6. Bild: Annette Ziller
Rind Jamie Sue von Felix Schneider aus Schwendi, hier mit Manuel Schneider (im karierten Hemd), in der Abteilung 6. Bild: Annette Ziller

Leistung und Ergebnis

250 Anmeldungen, 142 Ergebnisse: So ist Reto Rauch, Präsident des Organisationskomitees, bereits gespannt, wie viele Anmeldungen im August nächsten Jahres eintreffen werden. Dieses Jahr wurden aus 250 Anmeldungen, 150 Rinder ausgewählt. 142 Rinder wurden schlussendlich in den Ring geführt. Wer an den GP Sargans kommen darf, entscheiden in erster Linie die Leistung und Ergebnisse der letzten Jahre, und danach das Los für einen Startplatz in den Ring des GP Sargans. Der Termin für die 24. Ausgabe steht bereits: 14. November 2026. Bis dahin kann geübt werden.

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