St.Galler Bäuerinnen: Dreifachwechsel im Vorstand
An der Delegiertenversammlung des kantonalen Bäuerinnenverbands St. Gallen vom 28. Februar 2026 in Rheineck traten drei Vorstandsmitglieder zurück. Ihre Nachfolgerinnen wurden einstimmig und mit lautstarkem Applaus gewählt.

Lachen ist gesund. Lachen ist ehrlich. Lachen verbindet, baut Brücken und entschärft Konflikte. «Hast du heute schon herzhaft gelacht?», fragte die Präsidentin Patricia Giezendanner die Bäuerinnen, Landfrauen und Gäste im vollen Saal des Hotels Hecht in Rheineck. Als gutes Beispiel strahlte sie über das ganze Gesicht. «Manchmal lachen wir auch, um uns zu beruhigen», gab sie zu. «Darum lache ich immer mal wieder zwischendurch.» Von einer inneren Aufregung spürte man jedoch überhaupt nichts. Ihre erste Versammlung als Präsidentin war souverän, sympathisch und zügig. Gelacht wurde viel. Vor, während und nach der Versammlung.
Ein emotionaler Abschied
Nachdem Jahresbericht, Rechnung und Budget durchgewunken waren, kam Leben auf die Bühne. Begleitet von Lachern und Tränen. «Leider müssen wir uns von drei Vorstandsmitgliedern verabschieden», bedauerte die Präsidentin. Ihr fiel es sichtlich schwer, auszusprechen, was sie an Hedy Vetsch, Regula Bonderer und Rahel Fürst schätzte und was ihr bestimmt fehlen wird. Für die drei engagierten Vorstandsfrauen gab es eine emotionale Laudatio und einen frühlinghaften Blumenstrauss.
Drei Neue voller Vorfreude
Um die Lücke im Vorstand zu füllen, stiegen drei Frauen die Treppenstufen zur Bühne hoch. Allesamt bereit, in die Fussstapfen der Verabschiedeten zu treten: Karin Ackermann aus Sevelen (Region Werdenberg), Carina Rohner aus Balgach (Region Rheintal) und Corina Kohler aus Pfäfers (Region Sarganserland). Die Bäuerinnen stellten sich vor. Jede in ihrem Dialekt und mit einer Prise Humor.
Karin Ackermann erzählte von ihrem Betrieb und von einer herausfordernden Tierart, die auf ihrem Hof lebt: dem Pubertier. Diese bereite ihr viel Arbeit und sie komme sich ab und zu vor wie ein Dompteur. Mit einem lauten Lacher winkte sie ab und machte klar, dass sie sich trotzdem gerne die Zeit nimmt, um sich im Vorstand zu engagieren.
«I ha doch kei Zit», war die erste Reaktion von Carina Rohner auf die Anfrage des Vorstands. Zum Glück ging sie nochmals über die Bücher und stellte fest, dass sich ihr Spontanentscheid nicht richtig anfühlte. «Mir ging das Thema nicht mehr aus dem Kopf.» Ihr Bauch hat sich umentschieden, und dies wiederum freute den Vorstand.
Corina Kohler sagte mit einem Augenzwinkern, dass sie dem Charme von Patricia Giezedanner nicht widerstehen konnte. Um ehrlich zu sein, suchte sie nach etwas Sinnvollem, das sie nach dem Projekt Landfrauenküche anpacken wollte. Patricia Giezendanner habe sie an eine Vorstandssitzung mitgenommen und ihr klargemacht: Was dieser Vorstand leiste, sei für die Bäuerinnen und Landfrauen enorm wichtig. Also sagte sie zu.
Die drei Neuen, der restliche Vorstand sowie die Präsidentin wurden einstimmig und mit einem tosenden Applaus wiedergewählt. Wer welches Ressort übernimmt, erfährt man nach der ersten gemeinsamen Sitzung auf der Webseite des St. Galler Bäuerinnenverbands.
Sorgen lindern
Judith Infanger berichtete über den Verein Bäuerliche Sorgechratte. Der gemeinnützige Verein unterstützt in Not geratene Bauernfamilien, ist schweizweit tätig und finanziert sich durch Spenden, Zuwendungen und den Verkauf von Trauer- und Glückwunschkarten.
Bereits vor dem Mittagessen wurden die Bäuerinnen und Landfrauen mit einer geballten Ladung Neuigkeiten und Informationen gefüttert. Die Landfrauen Thal-Rheineck zeigten sich als würdige Gastgeberinnen, auf die man zählen konnte. Wie viele laute Lacher im Laufe des Tages durch den Saal hallten, wurde hingegen nicht gezählt.

