Wolf bereitet St. Galler Schafzüchtern Sorge

Die umfassenden Aktivitäten des Verbands, ein Wunsch der Jungzüchter, aber auch die Sorgenfalten wegen der zunehmenden Wolfspräsenz prägten die Delegiertenversammlung 2026 des St. Gallischen Schafzuchtverbands in Buchs.

Die anstehenden Geschäfte an der Delegiertenversammlung des St. Gallischen Schafzuchtverbands wurden genehmigt.
Die anstehenden Geschäfte an der Delegiertenversammlung des St. Gallischen Schafzuchtverbands wurden genehmigt.

Buchs war am Sonntag, 8. Februar 2026 der diesjährige Versammlungsort der Delegiertenversammlung (DV) des St. Gallischen Schafzuchtverbands. Präsident Martin Keller konnte nebst den 49 stimmberechtigten Delegierten zahlreiche Gäste umliegender Kantonalverbände und des Fürstentums Liechtenstein, Vertreter des Schweizerischen Zuchtverbands, aber auch Politiker begrüssen. Er ging in seinem Jahresbericht auf die vielseitigen Aktivitäten ein, betonte die Wichtigkeit des Schauwesens und die Förderung der Jungzüchter.

Die Präsenz der Grossraubtiere, insbesondere die Zunahme der Wolfspopulation, bereitet den Schafzüchtern grosse Sorge. «Wir zählen auf die Politik und hoffen, dass unser Anliegen, die Bewaffnung der Hirten, um die Herden vor Ort schützen zu können, bald einmal ermöglicht wird», so Martin Keller. Der Verband bleibe am Ball und setze sich dafür ein, dass die Schafzucht auch in Zukunft ihren Stellenwert behalte.

Schafschlachtmärkte stärken

Klare Voten gab es von Berni Hardegger, dem Koordinator der Schlachtschafmärkte: «Die Teilnahme geht zurück, die Organisatoren sind auf Teilnehmende angewiesen, sonst können die Anlässe nicht stattfinden.» Einigkeit herrschte bezüglich der Absatzgarantie, die als grosser Vorteil der Märkte betont wird. Auch die Inlandleistungen seien nicht ausser Acht zu lassen, dies schütze die einheimische Schaf- und Lammfleischproduktion. Bezüglich der Preise war zu hören, dass diese 2025 gut waren. «Es braucht einfach mehr Solidarität vonseiten der Produzenten. Auch wenn während Corona direkt ab Hof an die Händler verkauft wurde, wir möchten die Märkte in Sargans, Oberriet und Wattwil erhalten», so der Appell von Berni Hardegger.

Auch im laufenden Jahr organisiert der Verband wieder die gewohnten Aktivitäten, seien dies die Schafschauen, die Weiterbildung der Experten, aber auch der Jungzüchtercup. Letzterer soll, dies der Antrag von vier Jungzüchtern, auf Ostschweizer Ebene durchgeführt werden. Der engagierte Schafzüchter Angelo Rizzi aus Luzein liess die Anwesenden wissen, dass Anfang März in Sargans eine Ostschweizer Marktorganisation gegründet werde. Es bestehe Offenheit gegenüber den Anliegen der Jungzüchter. Auch auf Schweizer Ebene wurde zugesichert, dass sie hinter dem Bestreben stehen, die Nachwuchszüchter zur fördern.

Bettina Eggenberger und Peter Ortler wurden für ihre wertvolle Arbeit geehrt.
Bettina Eggenberger und Peter Ortler wurden für ihre wertvolle Arbeit geehrt.

Ausgeglichene Zahlen

Geschäftsführer Mathias Rüesch konnte bei Einnahmen von jeweils gut 40 000 Franken einen Einnahmenüberschuss von rund 500 Franken vorlegen. «Dies entspricht den Zielsetzungen, dass der Verband eine ausgeglichene Rechnung präsentieren muss.» Im Budget sind ebenfalls ausgeglichene Zahlen vorgesehen, wobei auch im laufenden Jahr die grössten Brocken, sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Ausgaben, das Schauwesen betreffen.

Geehrt für ihre wertvolle Tätigkeit wurden Bettina Eggenberger und Peter Ortler. Bettina Eggenberger ist seit 15 Jahren Zuchtbuchführerin des Schafzuchtvereins Grabs und Peter Ortler 35 Jahre Zuchtbuchführer in Buchs. Präsident Martin Keller würdigte dies mit den Worten: «Zuchtbuchführer sind das Rückgrat unseres Verbands.» Verabschiedet wurde der langjährige Experte Oskar Büsser aus Jona.

Präsident Hansueli Eggenberger stellte den gastgebenden Verein vor und wies auf das Jubiläumsjahr hin. «Wir sind ein kleiner Verein mit engagierten Züchtern und wollen sowohl den Schäfern als auch dem Publikum während der kommenden Monate einige Schwerpunkte bieten.»

 

Auftakt zum 100-Jahre-Jubiläum

Ende März 1996 wurde das 70-jährige Bestehen des Schafzuchtvereins Buchs, früher Schafzuchtgenossenschaft, gefeiert. Basierend auf diesem Datum wurde für dieses Jahr das 100-Jahr-Jubiläum geplant. Doch eigentlich begann die Geschichte im Jahr 1908. Damals waren neun Züchter als Gründungsmitglieder dabei. Die Ziele sind damals wie heute: Förderung und Veredlung des einheimischen Braunköpfigen Fleischschafs (BFS). Das Augenmerk ist auch auf die Vermarktung gerichtet. Seit drei Jahren sind im Verein zudem Züchter des Weissen Alpenschafs (WAS) und eine Züchterin des Schwarzbraunen Bergschafs (SBS) dabei.

Ein Blick in die Protokolle zeigt, dass es in der Geschichte Unterbrüche gab. So war die Genossenschaft in den Jahren 1910 bis 1930 nicht aktiv. Die Protokollbücher zeigen nicht nur die Entwicklung der Zucht, es gibt auch Veränderungen bei der Schrift. 1942 wurde das Protokoll erstmals mit der Schreibmaschine und nicht mehr handschriftlich erstellt.

Die Delegiertenversammlung in Buchs bildete für die Buchser Züchter den Auftakt zum Jubiläumsjahr. Ende September werden die Buchser Schafzüchter in Sargans bei der Ausstellung dabei sein, und Anfang Oktober wird eine Jubiläumsschau stattfinden. Zudem ist vereinsintern eine Reise geplant. Details zu den Veranstaltungen werden folgen.

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