Culinarium: Regionalität ist kein Nischenthema
In Weite fand die Delegiertenversammlung 2026 des Trägervereins Culinarium statt. Dieser möchte sich stärker an den Bedürfnissen der Partner und Kunden orientieren und näher an den Markt und die Kundenerwartungen rücken. Deshalb wurden 2025 an rund 100 Tagen Degustationen direkt am Verkaufspunkt durchgeführt.

«Wenn wir auf das Berichtsjahr 2025 zurückblicken, sehen wir ein klares Bild: Regionalprodukte sind im Zentrum des Marktes angekommen», sagte Peter Nüesch, Präsident des Trägervereins Culinarium, anlässlich der Delegiertenversammlung. Diese fand heuer in Weite auf dem Betrieb Müller Azmoos AG, Gemüseanbauorganisation, statt. Bei den Umsätzen wurde 2025 ein neuer Höchstwert erreicht. Dies sei das Ergebnis von Vertrauen, das über viele Jahre von Produzenten, Verarbeitern, Handel und Gastronomie aufgebaut wurde. Gleichzeitig zeige die Entwicklung auch, dass Regionalität kein Nischenthema mehr sei. Culinarium ist als Regionalmarke innerhalb dieses nationalen Systems und als aktiver Teil des Vereins Schweizer Regionalprodukte eng in die Strategieentwicklung eingebunden. «Unter dem neuen Präsidenten Urs Schneider wird diese nun sehr fokussiert umgesetzt. Dies mit klarem Schwerpunkt auf der Stärkung der Markenbekanntheit von regio.garantie und den Regionalmarken im ganzen Land», sagte Peter Nüesch.
Unabhängiger werden
Der Präsident thematisierte die künftigen Herausforderungen, vor allem in finanzieller Hinsicht. So stünden die Budgets der Absatzförderung auf Bundes- wie auch auf Kantonsebene zunehmend unter Druck. Dabei stelle sich die Frage, ob Kürzungen gerade im Bereich Innovation und Absatzförderung am richtigen Ort ansetzen. «Wir bezweifeln dies und setzen uns klar dafür ein, dass diese Mittel für die Weiterentwicklung von Regionalität und Innovation erhalten bleiben», sagte Nüesch. «Gleichzeitig können wir uns als Trägerverein nicht ausschliesslich auf Mittel aus der Absatzförderung verlassen.» Deshalb sei es umso wichtiger, dass sich Culinarium noch stärker an den Bedürfnissen der Partner und Kunden orientiere und näher an den Markt sowie die Erwartungen der Kunden rücke. Dies bedeute: zuhören, weiterentwickeln und konsequent an der Umsetzung arbeiten. Regionalprodukte sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. Sie schaffen regionale Wertschöpfung, sichern Einkommen auf Landwirtschaftsbetrieben und stärken kleine und mittlere Verarbeitungsbetriebe.
Für Regionalität begeistern
Selina Müller, Projektleiterin Kommunikation bei Culinarium, moderierte ein Podium mit drei Akteuren aus der regionalen Ernährungswirtschaft und befragte diese nach Perspektiven und Herausforderungen. Für Alexander Zogg, Betriebsleiter Aufbereitung und Verkauf bei der Müller Azmoos AG, ist die Gewährleistung von Regionalität eine der Herausforderungen in der täglichen Arbeit. Man müsse das Vertrauen der Kunden gewinnen und festigen. Ebenso gelte es, Angebot und Nachfrage abzudecken und gleichzeitig Übermengen zu vermeiden. Samuel Bauert von der Migros Supermarkt AG sagte, dass für die Migros das «Aus der Region – für die Region»-Programm von Produkten lebe, mit denen die Kunden die bewusste Wahl für regionale Vielfalt in ihrer lokalen Filiale haben. Auf die Frage der Moderatorin, wie es gelinge, die junge Generation für Regionalität zu gewinnen, und ob dafür Social Media geeignet sein könnten, meinte Samuel Bauert: «Ich denke, wir erreichen die Jungen eher mit Glaubwürdigkeit und guten Produkten. Bei den Naturprodukten (Früchte und Gemüse) wird es sich nicht anders zeigen.»
Christof Gasser, Co-Geschäftsführer von Culinarium, erklärte, dass es von Vorteil sei, wenn immer wieder einmal eine Neuheit im Sortiment das Interesse breiter Kreise an Regionalität wecke. Als Vorzeigebeispiele nannte er die Ribelmais-Chips oder das saisonal erhältliche Joghurt mit Marroni aus der Ostschweiz.
Ersatzwahl Vorstand
Auf die Delegiertenversammlung 2026 hin sind Jessica Kamm, Gemüsebauvereinigung Rheintal, und Philipp Krucker, Fleischfachverband St. Gallen, aus dem Vorstand des Trägervereins zurückgetreten. Als Nachfolger für Jessica Kamm wurde Mario Baumgartner aus Kriessern, Betriebsleiter eines Acker- und Gemüsebaubetriebs, gewählt. Der Vorstand hofft, auf die Delegiertenversammlung 2027 hin auch eine Nachfolgekandidatur für Philipp Krucker zu finden.
Culinarium-Kennzahlen 2025

