Bündnis sichert Getreideannahme in St. Margrethen

Am Freitag, 8. Mai 2026, luden die Laveba Genossenschaft, die Ufa AG und die Firma Lütolf zu einem Buurehöck nach St. Margrethen ein. Im Zentrum stand die Zukunft der Getreidesammelstelle. Nun werden Kräfte gebündelt. Die Kooperation hat Vorteile für die Landwirtschaft und die Region.

Christian Lütolf (links) und Philipp Bürge von der Laveba geben sich die Hand auf eine erfolgreiche Partnerschaft.
Christian Lütolf (links) und Philipp Bürge von der Laveba geben sich die Hand auf eine erfolgreiche Partnerschaft.

Zu Gast beim Buurehöck bei der Firma Lütolf in St. Margrethen waren Vertreter der Laveba Genossenschaft, der Ufa AG, der regionalen Landi und Getreideproduzenten aus der Ostschweiz und dem Rheintal. Der Abend bewies: Wenn man vorausschaut und frühzeitig das Gespräch sucht, können Lösungen gefunden werden, die allen dienen.

Philipp Bürge, Leiter Geschäftseinheit Handel & Agrar, und Peter Sprecher, Leiter Agrar, von der Laveba Genossenschaft führten durch den offiziellen Teil des Buurehöcks, zu dem trotz des schönen Wetters einige Interessierte nach St. Margrethen fanden. Und jene, die direkt vom Feld kamen, konnten die Zeit bis zum Nachtessen mit knusprigen Ribelmais-Chips von Lütolf überbrücken.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Peter Sprecher legte die zukünftigen Herausforderungen auf den Tisch, mit denen sich die Laveba in den letzten Monaten intensiv beschäftigte. Meinrad Seitz, der die Sammelstelle seit 1995 betreut, wird in zwei Jahren pensioniert. Für ihn einen gleichwertigen Nachfolger zu finden gestaltet sich als schwierig. Wie löst man seine Nachfolge? Hinzu kommt, dass die Sammelstelle mit Baujahr 1982 einen grösseren Investitionsbedarf hat. Lohnt sich eine Sanierung im Hinblick auf die stagnierende beziehungsweise rückläufige Getreidemenge?

Um diese Fragen zu klären, überprüften die Verantwortlichen die aktuellen Strukturen und suchten parallel das Gespräch mit dem benachbarten Unternehmen Lütolf, dessen modernisierte Sammelstelle über genügend Kapazitäten verfügt. Die Verhandlungen führten zu einer erfreulichen Lösung. Die Getreideannahme wird nächstes Jahr um 500 Meter Luftlinie verschoben und am Standort von Lütolf gebündelt.

Für die produzierende Landwirtschaft ändert sich nichts. Die Firma Lütolf garantiert die Abnahme sämtlicher Futtergetreidesorten, die bisher von der Laveba entgegengenommen wurden. Dies gilt auch für die Abwicklung von Ufa-Kundengetreide. «Die Kooperation sichert den Fortbestand der Getreideannahme in der Region.»

Gebühren und Anmeldung

Nach der schriftlichen Kommunikation der geplanten Änderungen kamen Landwirte auf die Laveba zu mit Fragen betreffend Gebühren und Anmeldung. Peter Sprecher weist darauf hin, dass die Annahmegebühren bisher moderat gewesen seien. «Die Firma Lütolf wird die Gebühren am neuen Standort auf vergleichbarem Niveau fortführen.»

Die Trocknungskosten unterlagen in den letzten Jahren aufgrund der Kriege grossen Schwankungen. «Dieses Jahr müssen wir schauen, wie sich der Energiepreis entwickelt. Wir sind bestrebt, stets die Kostenwahrheit weiterzugeben», sagt Peter Sprecher. Auch bei der Firma Lütolf würden die Energiepreise im Auge behalten.

Betreffend Anmeldung sagt Peter Sprecher: «Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, dass sich alle bei der Getreideannahmestelle anmelden und nicht spontan vorbeikommen», sagt er augenzwinkernd. «Aber mit Meinrad Seitz hatten wir einen flexiblen Mitarbeiter.» Auch die Firma Lütolf wünscht eine Anmeldung am Vortag. Die entsprechenden Planungs- und Vorbereitungsarbeiten haben bereits begonnen. Christian Lütolf betont: «Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich bewusst, dass während der Saison Flexibilität gefragt ist.»

Investition in die Landwirtschaft

«Auf Investitionen in die Sammelstelle zu verzichten heisst nicht, dass sich die Laveba nicht für die Landwirtschaft einsetzt», versichert Peter Sprecher. Dies stehe auch in den Statuten und bleibe DNA. «Das gesparte Geld investieren wir anderweitig in die Landwirtschaft.» Nach Abbruch der Sammelstelle wird im Jahr 2027 ein Kellergeschoss mit 300 bis 400 Palettenplätzen für ein Agrarlager erschlossen, das die Landi nutzen kann. «Es ist geplant, die Agrargüter zugweise einzukaufen, um so die besten Preise für unsere Kunden herauszuholen.»

Peter Sprecher informiert weiter, dass sich die Laveba und die regionale Landi auf die Fahne geschrieben haben, nahe bei den Bauern zu sein. «Nicht nur bei den Preisen, sondern auch als attraktiver und kompetenter Berater.» Dazu baut das Landi-Netzwerk seine Beratungskompetenz in der Region weiter aus.

Ribelmais-Chips im Shop

Die neue Partnerschaft geht über die reine Getreideannahme hinaus, denn die Förderung lokaler Erzeugnisse ist ein zentraler Bestandteil der Kooperation zwischen Laveba und Lütolf. «Neu werden die bekannten Ribelmais-Chips von Lütolf nebst der Landi auch in den Laveba-Shops verkauft», sagt Philipp Bürge erfreut. Dort werden sie unter den regionalen Artikeln zu finden sein, mit dem grünen Label «HeimatGnuss». Ein klares Bekenntnis zur Regionalität.

Applaus für 30 Jahre Einsatz

Auch wenn Meinrad Seitz dieses Jahr noch die Getreideannahmestelle beim Ufa-Mischfutterwerk direkt gegenüber der Landi leiten wird, bekam er bereits jetzt einen grossen Applaus und den Dank der Laveba Genossenschaft. In zwei Jahren gilt es dann, definitiv Abschied zu nehmen, dann geht Meinrad Seitz in den wohlverdienten Ruhestand.

Ein Interview mit dem abtretenden Meinrad Seitz findet sich in der Print-Ausgabe 21/2026 des «St. Galler Bauer» vom 22. Mai 2026.

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