Elektrische Blackengabel am Biohöck Ostschweiz vorgestellt
Am 21. August 2026 luden Laveba und Fenaco zusammen mit Landi, Agroline, Ufa, Ufa Samen und Landor zum Biohöck Ostschweiz auf die Betriebe der Familien Benjamin und Leopold Schurti in Triesen ein. Das Programm bot Innovation, Bewährtes und Zeit für Austausch mit Experten und unter Berufskollegen.
Brigit Elkuch, Agrar-Beraterin bei der Landi Buchs, begrüsste die Teilnehmer in Triesen und gab einen Einblick in das vorgesehene Programm. Benjamin Schurti stellte die wichtigsten Betriebszweige der beiden Betriebe vor: Milchwirtschaft und Bio-Weide-Beef auf dem Betrieb von Benjamin Schurti und Mutterkühe, Mastschweine und Legehennen sowie Catering auf dem Betrieb von Leopold Schurti. In zwei Gruppen aufgeteilt, besuchten die Teilnehmer zwei Demonstrationsposten im Feld sowie zwei Fachreferate unter Dach.

Elektrische Blackengabel
Bei anhaltendem leichtem Regen ging es gut ausgestattet mit Regenschirmen und Gummistiefeln zum Posten, wo die erstmalige Praxisdemo der elektrischen Blackengabel in der Ostschweiz vorgesehen war.
Lorenz Büchel, Agroline-Pflanzenbauberater im Rheintal, war für den Posten verantwortlich. Zur Einführung gab er einen Einblick in die Tätigkeitsfelder von Agroline. Neben dem klassischen Pflanzenschutz setzt sich Agroline auch mit innovativen Lösungen auseinander, dazu gehören Nützlingsproduktion, Drohnentechnologie, Präzisionssprühgeräte und elektrothermische Verfahren. Es ist ihm ein Anliegen, auch für den Biolandbau innovative und effizientere Methoden als das Stechen mit dem altbekannten Blackeneisen anbieten zu können. So ist er über ein Inserat auf Edouard Overney aus dem Kanton Freiburg und seine Erfindung – die elektrische Blackengabel – gestossen.
Die Entwicklung der elektrischen Blackengabel ist aktuell so weit fortgeschritten, dass Edouard Overney am Biohöck Ostschweiz nicht mehr einen Prototyp, sondern eine Demonstrationsmaschine vorstellen konnte. Sie besteht aus dem Generator hinten am Traktor, der den elektrischen Impuls auslöst. Ebenfalls aus einem Kamerasystem, das beim Überfahren der Fläche einen Bereich von drei Metern Breite und 80 Zentimetern Länge filmt und mithilfe von künstlicher Intelligenz Blacken mit sehr hoher Zuverlässigkeit erkennt. Die drei Meter breite Blackengabel ist vorne am Traktor geschützt unter einer Abdeckung und besteht aus acht Elektroden. Diese lösen bei den erkannten Blacken einen Stromstoss aus. Dieser Stromstoss zerstört das Pflanzengewebe. Der anhaltende Regen, auf den alle lange warten mussten und der somit willkommen war, erschwerte die Praxisdemonstration. Für diese Situation war mit einem Film, der im Trockenen gezeigt wurde, vorgesorgt worden.
Bewährter Maisanbau
Am zweiten Posten im Feld stellten Jakob Vogel von der Laveba und Daniel Füchter von der Ufa Samen den angelegten Anbau- und Sortenversuch beim Mais vor. Die Teilnehmer waren beeindruckt, wie sich der Mais präsentierte. Der Mais im Streifenfrässaatverfahren hatte mit starkem Unkrautdruck zu kämpfen und ist dem Mais im Pflugverfahren eindeutig unterlegen. Daniel Füchter ging auf die Bestimmung der optimalen Silomaisreife ein, erklärte Sortenunterschiede und betonte die Bedeutung der Sortenwahl. Er gab auch Tipps fürs Einsilieren von trockenem Mais, wie er in diesem Jahr auf vielen Betrieben in der Schweiz anzutreffen ist. «Fein häckseln, damit er gut verdichtet werden kann, und unbedingt Siliermittel verwenden. Auch Biobetrieben stehen diese zur Verfügung.» Er geht davon aus, dass in vielen Regionen der Mais früher siliert wird. Danach bestehe die Möglichkeit, noch Zwischenfutter anstelle von Gründüngungen anzubauen. Zum Schluss betonte Daniel Füchter ausdrücklich, dass ausreichend Saatgut an Lager ist.

Gesuchtes Geflügel
Thomas Schnarwiler, Bio-Geflügelspezialist vom Ufa-Beratungsdienst Oberbüren, ging auf die besonderen Herausforderungen in der Bio-Geflügelfütterung ein. Er zeigte auf, dass mehr als 75 Prozent der Biobetriebe verlängerte Umtriebe machen. Dadurch sinken der Bedarf an Hühnerküken und die Anzahl aufzuziehender Brüderhähne. Er betonte, dass aktuell im Bio-Geflügelbereich alles gesucht ist.
Am letzten Posten stellte Hansruedi Lusti vom Landor-Beratungsdienst Ostschweiz den lebendigen Boden und Bodenproben samt Auswertung und Interpretation der Resultate ins Zentrum seines Fachvortrags. Der Betrieb der Familie Schurti verfügt über lebendigen Boden. Als Beweisstück dafür zeigte er die Baumwollunterhose, die er am 30. Juni 2026 vor Ort vergraben und für den Biohöck nun wieder ausgegraben hatte.

Innovation auf gutem Boden
Urs Brändli, Präsident von Bio Suisse, nahm in seinem Referat das Thema Innovation und Boden auf. Auf Biobetrieben ist viel Innovationsgeist und Ideenreichtum feststellbar. «Innovation haben wir vor rund zwei Monaten an den Bio-Ackerbautagen gesehen und heute hier mit der elektrischen Blackengabel. Biobauern sind für gute Erträge auf einen vitalen, gesunden Boden angewiesen und widmen ihm viel Aufmerksamkeit.» Die Aufgabe der Bio Suisse ist es, die Auswirkungen von neuen Technologien auf das Bodenleben sorgfältig zu prüfen. In Versuchen am Fibl wurde keine signifikant schädigende Wirkung der elektrischen Blackengabel festgestellt. Bio Suisse hat deshalb eine Ausnahmebewilligung für den Einsatz auf Biobetrieben bis Ende 2028 erteilt.
Bei einem gemeinsamen Mittagessen und regen Gesprächen fand der Biohöck Ostschweiz einen gelungenen Abschluss.
