245 Tiere beim Sarganserländer Betriebscup 2025 in Weisstannen
Für die traditionelle Prämierungsschau am Samstag, 4. Oktober 2025, auf dem Schauplatz Zipf putzte sich das Bergdorf Weisstannen so richtig heraus. 245 angemeldete Tiere sowie eine strahlende Herbstsonne, die pünktlich zur Prämierung erschien, warteten auf die vielen Besucherinnen und Besucher.

Eingebettet in einer der artenreichsten Gebirgslandschaften der Schweiz, liegt das 120-Seelen-Dorf Weisstannen auf rund 1000 Höhenmetern. Gleich drei spektakuläre Wasserfälle, ein Steinbocklehrpfad sowie Gipfel wie der Rotrüfner oder der Ringgenstein locken Naturfreunde aus nah und fern. In dieser Gegend kam es zudem zur berüchtigten Wiederansiedlung des Steinbocks im Jahre 1911. So ist es kein Wunder, dass die traditionelle Prämierungsschau Anfang Oktober Hunderte von Gästen anzog, die trotz anfänglich einstelligen Temperaturen den Weg ins Weisstannental auf sich nahmen. Für Grossvater Emil Tschirky aus Schwendi und Enkel Silvan kein Problem. «Hauptsache dicke Filzjacken», meinte der gut gelaunte Landwirt, während er seine Tiere ins Dorf hinauftrieb, vorbei an der Pfarrkirche und den mit Blumen, meist hübschen Geranien, geschmückten Häusern.
Kopf-an-Kopf-Rennen
Für den überregionalen Betriebscup, Champion- und Weisstanner Kuh, Jungrinder-Champion und Top-Rind Weisstannen waren total 245 Tiere angemeldet. Die beiden Schauexperten Markus Wickli aus Ennetbühl, und Paul Caduff aus Morissen, beurteilten und moderierten wie gewohnt professionell. Die Experten konnten pünktlich zur Schlussprämierung des Betriebscups gleichzeitig mit der strahlenden Sonne die Gewinner präsentieren. Das Kopf-an-Kopf-Rennen und die enge Ausscheidung sorgten für Spannung im Publikum. Gewonnen haben den Betriebscup schliesslich die Tiere der Viehzüchter Christian Schneider aus Schwendi und Ueli Tischhauser aus Oberschan. Experte Caduff lobte das Organisationskomitee sowie die motivierten Züchter, die alle mit grossem Aufwand und Einsatz wieder einmal mehr eine gelungene Schau auf die Beine stellten. Dies nicht zuletzt auch dank grosszügigen Sponsoren.
Für Nachwuchs ist gesorgt
Die traditionelle Kälberpräsentation der Kinder und Jugendlichen bot nicht nur viele Fotosujets für Eltern wie Besucher, sondern zeigte einmal mehr: Nachwuchs ist Trumpf in der Landwirtschaft. Der 15-jährige Rafael beispielsweise ist kürzlich mit seiner Familie in den Rütihof gezogen und sagte: «Mir gefällt das neue Leben hier oben in Weisstannen und daher mache ich gerne mit bei dieser Kälbli-Präsentation.» Auf der anderen Skala der Altersklasse lag die fünfjährige Ylvie aus Mels, welche die Tagesschule Weisstannen besucht. Sie bewies mit ihrem Leihkälbli Henry an der Präsentation wahre Qualitäten als Moderatorin, denn die Kinder durften mit dem Mikrofon noch etwas über ihre Tiere erzählen.

Die Kälberpräsentation wurde von der Ortsgemeinde Weisstannen gesponsert, vertreten durch Peter Aggeler, Ortsverwaltungsrat. Ob hier wohl der eine oder andere Viehzüchter «geboren» wird? Auf jeden Fall bekam jedes der stolzen Kinder jeweils einen grossen Applaus aus dem Publikum sowie eine kleine Gabe mit auf den Nachhauseweg.
Nachfahren der ersten Walser
Laut Geschichtsbüchern siedelten sich die ersten Walser aus Davos und Rheinwald um 1300 im Ort an, der als «ze Wisstan» erwähnt wird. Bereits um 1500 war das relativ raue Tal mit den steilen Hängen dicht bevölkert und trumpft heute mit der schönen Pfarrkirche St. Johannes Baptist und St. Antonius auf, der alten Dorfsäge und Sennerei und dem Nostalgiemuseum «Post ab!». Übrigens soll gemäss einer Sage der Name «Weisstannental» daher rühren, dass drei «Manne» vom vorderen Ringgenberg aus den geeignetsten Bauplatz für eine Kapelle – sprich: sicher vor Gefahren und von allen Seiten gut erreichbar – suchten. Am besagten Platz sollen drei Weisstannen gestanden haben. Der Felsturm auf dem Ringgenberg heisst seit jenem Tag «Gotthus-Chopf».
Der Weisstanner Armando Tschirky, der selber 20 Geissen und drei Esel hat, fand für sein zwölfköpfiges Wärterteam nur lobende Worte. Er freue sich bereits jetzt auf die nächstjährige Ausgabe der Prämierungsschau «auf dem Zipf». Wer nach dieser gelungenen Viehschau inmitten der prächtigen Gebirgswelt noch nicht genug hatte, der fand an der anschliessenden Älplerchilbi im Schützenhaus genügend Gleichgesinnte. Für die passende Tanzmusik und einen fulminanten Abschluss des Tages sorgte das Trio Furschbach aus Flums.


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