Bäuerliche Vereinigung St. Gallen-Gossau hielt Versammlung ab

In Wittenbach fand die Mitgliederversammlung der bäuerlichen Vereinigung St. Gallen-Gossau statt. Nebst den Traktanden standen die Tätigkeit des St. Galler Bauernverbands, die bäuerlichen Kantonsratskandidaten und ein Kurzvortrag von Markus Ritter über Aktuelles aus der Agrarpolitik im Fokus.

Christoph Zürcher, Präsident der bäuerlichen Vereinigung St. Gallen-Gossau.
Christoph Zürcher, Präsident der bäuerlichen Vereinigung St. Gallen-Gossau.

Bei sehr winterlichem Wetter fanden 53 Mitglieder und 21 Gäste den Weg zum abgelegenen Restaurant Erlenholz in Wittenbach zur 21. Mitgliederversammlung der bäuerlichen Vereinigung St. Gallen-Gossau. Präsident Christoph Zürcher liess das vergangene Jahr mit ausgesprochen wechselhafter Witterung Revue passieren. Es habe aufgezeigt, dass Pflanzenschutz sehr wichtig sei: «Für mich ist klar, dass viele Entscheidungen aus Erfahrung oder aus dem Bauch heraus getroffen werden müssen, ganz sicher nicht von Drittpersonen im Büro.»

In Bezug auf die «extreme Biodiversitätsinitiative» werde die Werbetrommel zur Ablehnung gerührt. Entsprechende Werbetafeln stelle die bäuerliche Vereinigung St. Gallen-Gossau zur Verfügung. Unter dem Motto «Fitte Wiesen für die Zukunft» werden die Bauern ermuntert zu zeigen, was sie jetzt schon mit Blühstreifen, artenreichen Wiesen und anderem zur Biodiversität beitragen. Im August gebe es eine Abendveranstaltung zu den Themen Maschinenvorführung und Saatgutvorstellung. An der Olma 2024 sei St. Gallen Gastkanton unter dem Motto «z’Gascht bi üs dihei». Dabei sei der St. Galler Bauernverband (SGBV) verantwortlich für die Tierausstellung.

Bäuerliche Kandidaten

An der Versammlung stellten sich folgende Kandidaten mit bäuerlichem Hintergrund aus dem Kanton St. Gallen vor: Andreas Popp aus Steinach und Heinz Herzog aus Thal, Marco Helfenberger aus Waldkirch, Sabrina Egger-Liechti aus Muolen, Erich Eberle aus Wittenbach und Jonas Streule aus Eggersriet. Abwesend war Hansjörg Mannale aus Wittenbach.

Aus dem Bauernverband

Mathias Rüesch, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbands (SGBV), berichtete aus den Tätigkeiten im Verband. Der SGBV unterstütze 38 bäuerliche Kantonsratskandidatinnen und -kandidaten aus dem Kanton St. Gallen. Er mobilisiere den ländlichen Raum und motiviere zur Wahlbeteiligung. Es gelte, die Personen und Köpfe bekannt zu machen. Insbesondere werde die Werbetrommel gerührt für Kandidatinnen und Kandidaten, die im Rat das bäuerliche Gedankengut vertreten. Zu diesem Zweck stellt der SGBV digitale Flyer zur Verfügung und stelle die einzelnen Personen auch im «St. Galler Bauer» vor.

Wichtig seien auch die kommunalen Wahlen: «Schaut euch auch in euren Gemeinden um, damit sich bäuerliche Vertreter für die Gemeinderatswahlen aufstellen lassen», empfahl Rüesch. Da gebe es viel Handlungs- und Gestaltungsspielraum: Mitsprache bei der Gewässerraumausscheidung, Luftreinhalteverordnung (Schleppschlauch), ökologische Grundsätze, Mitsprache bei Bauten und Meinungsbildung zur Landwirtschaft.

Rede von Ritter

Markus Ritter, Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbands, war als Redner eingeladen. Er wolle einen Gesamtüberblick geben, «womer stond», und die wichtigsten Geschäfte streifen. Gespannt verfolgten die Versammlungsteilnehmenden die Ausführungen Ritters, die auch mit Humor gewürzt waren. Es sei gut gelaufen für die Bauernschaft bei den Nationalratswahlen im letzten Herbst. Es gelte immer dranzubleiben und die ganze Familie zu motivieren, um an Wahlen teilzunehmen. Die Zusammenarbeit unter bürgerlichen Parteien habe sich bewährt, hingegen sei man früher eher gegen eine solche gewesen. Wie schon Rüesch empfahl auch Ritter: «Wählt bäuerlich über Parteigrenzen hinaus.» Weiter sagte er: «Wenn gute Ideen und Impulse kommen, ist es zweitrangig, woher diese stammen. Kritisiert zu werden ist gut. Das kann Diskussionen eröffnen. Es wird von einem geredet. Doch schlecht ist, wenn gar nicht geredet wird über jemanden, denn dann wird man nicht wahrgenommen.»

Proteste in Deutschland

Mit Blick auf die Demonstrationen in Deutschland meinte Ritter, die Bauern dort hätten es vorher versäumt, sich in der Gesellschaft zu behaupten: «In der Schweiz müssen wir nicht zum Protest mit Traktoren auf die Strasse. Die Abschaffung der Steuerbefreiung auf Agrardiesel und den Abbau von Subventionen konnten wir auf politischer Ebene vorher verhindern.»

Markus Ritter, Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbands.
Markus Ritter, Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbands.

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