Aufrichte für die Holzvision Max
Der Verein Säntis Innovations-Cluster Holz wurde für das Projekt «Holzvision Max» mit dem Label Schweizer Holz ausgezeichnet. Im Zentrum steht der Muni Max, der am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) ab dem 29. August 2025 Tradition, Innovation und Holzbaukunst der Schweiz repräsentiert.

«Ich habe von Anfang an, an euch geglaubt», sagte Jakob Stark, Präsident des Schweizer Holz-Dachverbandes Lignum beim Aufrichtefest für den Muni Max auf dem Festgelände des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (ESAF) in Mollis. Der Thurgauer Ständerat dankte der vereinigten Holzkette, dass diese Vision durch das Zusammenwirken von Forst und Sägereien, über Holzindustrie und den Holzbau bis hin zu Schreinereien, Holzhandel und Logistik, Realität geworden ist.
«Ich habe munimässigen Respekt vor eurer Leistung», betonte Stark. Weil bei der «Holzvision Max» mit 326 Kubikmetern gelabeltem Schweizer Holz der geforderte Anteil von 80 Prozent Schweizer Holz wie auch die nötige inländische Wertschöpfung bei Weitem übertroffen wurde, wurde das Gesamtobjekt mit Muni Max, Schwingerbar und Gabentempel mit dem Label Schweizer Holz ausgezeichnet. «Muni Max ist erster und wichtigster Botschafter des Schweizer Holzes», betonte Stark, der die Ehrung zusammen mit dem zweifachen Eidgenossen Martin Roth vornahm. Die Projektleiter Stefan Müller und Martin Antemann nahmen die Plakette für den Verein Säntis Innovations-Cluster Holz entgegen, der insbesondere in der Säntisregion mit verschiedenen Aktivitäten Innovation, Vernetzung und Sensibilisierung bezüglich des Werkstoffs Holz fördert.

Leuchtturm des Holzbaus
Der hölzerne Stier ist 21 Meter hoch, fast zehn Meter breit, 36 Meter lang und wiegt 182 Tonnen. Zahlreiche Waldbesitzer aus fünf Ostschweizer Kantonen haben für das Projekt 1200 Kubikmeter Rundholz kostenfrei zur Verfügung gestellt, Sägereibetriebe und Leimholzproduzenten die Rohware zu günstigen Preisen oder gratis weiterverarbeitet und 29 Betriebe der Schweizer Holzindustrie die Elemente vorgefertigt. Der Holzstier wurde innerhalb von sieben Monaten aus 437 dezentral vorgefertigten Elementen mit fast 19 000 Schrauben zusammengebaut. Insgesamt haben sich über 220 Unternehmen und 500 Lernende aus der gesamten Schweiz in ihren Betrieben und an überbetrieblichen Kursen am Projekt «Holzvision Max» beteiligt. Diverse Ostschweizer Holzhändler haben mit ihrer aufwendigen Logistik die Verteilung der Holzprodukte von den Produzenten über die Verarbeiter bis zu den Monteuren in Mollis sichergestellt. Mit rund 70 Mitarbeitenden wurde das «Muni-Dorf» in einer Woche im Zweischichtbetrieb aufgestellt. «Wenn es drauf ankommt, kommt man aus all den Dörfern und Tälern zusammen und haut den Muni in drei Tagen auf den Platz», rief Martin Antemann in die Menge.
Der Muni Max steht auf zwei Stahlträgerrosten, die mit jeweils 70 drei Meter langen Schraubfundamenten in den Untergrund eingelassen sind. Aus Nebenprodukten der Holzernte für Muni Max wurden auch der Innenausbau für den Gabentempel, die Schwingerbar und der Lebendpreisstall errichtet, in dem der Siegermuni Zibu des Glarner Züchters Bert Horner auf seinen neuen Besitzer wartet. Die Kosten für die «Holzvision Max» belaufen sich auf rund 3,6 Millionen Franken, wobei das Projekt nur dank der Mitfinanzierung durch Sponsoren und Gönner sowie dem grossen Engagement zahlreicher Personen und Unternehmen realisiert werden konnte. Der Muni Max ist auf eine Lebensdauer von 25 Jahren ausgelegt und soll in einer späteren Version im Innenraum mit Treppen, Lift, Ausstellungsebenen und Aussichtsplattform begehbar gemacht werden.
Da das hölzerne Monument auf dem Flughafen in Mollis nicht stehen bleiben kann, weil es sonst den Flugbetrieb beeinträchtigen würde, soll der hölzerne Muni an einen anderen Standort in der Schweiz «umgestallt» werden. Ursprünglich sollte er für die Tage des Schweizer Holzes am 12. und 13. September auf die Schwägalp kommen und dort drei Jahre lang als Touristenmagnet aufgestellt werden und insbesondere während der Erneuerung der Säntis-Schwebebahn eine alternative Attraktion bieten. Das Vorhaben wurde jedoch eingestellt, hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen. Wo der Muni nach dem ESAF hingeht, wurde an der Aufrichte aber nicht verraten. «Er bleibt in unserer Distanz und es wird nicht so sein, dass ein Privater mit einem Nötli kommen und ihn mitnehmen kann», sagte Antemann und bemerkte, dass der neue Standort am nächsten Wochenende am ESAF bekannt gegeben wird.
Bieridee ist Realität geworden
«Bei den Schwingfesten wird der Muni so aufgestellt, dass er in Richtung des Schwingerkönigs blickt. Unser Muni schaut Richtung Säntis, Toggenburg und Thurgau», rief der Kuhflüsterer Christian Manser, der die Aufrichte moderierte und die Stimmung von Beginn an aufheizte. Der Muni Max wird zum Symbolfigur und Wahrzeichen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes, wo er mit seiner Mächtigkeit auch die Bedeutung der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft sowie die Kraft des regionalen Handwerks symbolisieren soll.

Die Holzvision Max ist aus einer Bieridee entstanden, als das Säntis Innovations-Cluster Holz nach Mollis zum Innovationstreffen eingeladen wurde, weil das ESAF einen Gabentempel brauchte. «Wir bauen einen Muni, sagte Martin Antemann und ich fügte hinzu, dass er so gross werden sollte, dass man den Glärnisch dahinter nicht mehr sieht», erinnerte sich Stefan Müller, der Martina Dumelin und Lukas Baumgartner stellvertretend für das 30-köpfige Projektteam dankte. Müller erzählte aber auch von Tiefpunkten, die er erlebte, als beantragte Finanzhilfen abgelehnt wurden und der geplante Standort auf der Schwägalp nicht zustande gekommen ist. «In mir hat es gekocht und ich hatte schlaflose Nächte», sagte Müller. Der Muni Max sei ein Gemeinschaftswerk mit nationaler Ausstrahlung, für das die Hölzigen mit den Vertretern aus Politik und Wirtschaft gemeinsam die Schweizer Nationalhymne sangen. «Die Idee, das Trojanische Pferd in den Schatten zu stellen, kommt nur von Handwerksgesellen. Ein Stier aus Holz ist ein wahrer Zimmererstolz», sagte der Holzbaupolier Reto Gort in seinem Richtspruch, den er zusammen mit seinem Chef Dario Jäger von der Holzbau AG in Vilters vorgetragen hat. Mit dem Zimmermannsklatsch zahlreicher Berufsvertreter wurde dann zum geselligen Teil übergeleitet, der bis spät in die Nacht hinein dauerte.
