«Alpwirtschaft ist in stetigem Wandel»

Rund 70 Mitglieder der regionalen Alpsektionen besuchten vergangenen Freitag die Grabser Alpen. Es gab Tipps für Massnahmen gegen die Verbuschung.

Der Alpwirtschaftskurs 2022 der Alpsektionen Sarganserland-Linthgebiet-Werdenberger-Rheintal führte in den Raum Voralp-Gamperfin. Die Informationen über die Alpsennerei Höhi-Voralp, der Besuch zweier Alpen sowie die Ausführungen zur Verbuschungs- und Verunkrautungsproblematik veranschaulichten, was Tagungsleiter Marco Bolt vom Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen in Salez eingangs festhielt: «Die «Alpwirtschaft befindet sich in einem steten Wandel», und zwar bezüglich der Besitzverhältnisse, der gealpten Tiergattungen und der Produktionsweisen.

Gemeinsam und privat

Bevor sich die rund 70 Teilnehmenden auf ihre Wanderung aufmachten, gab es Informationen über die Alpsennerei Höhi-Voralp, die 2002 den Betrieb aufgenommen hat. In der Gemeinschaftskäserei werden pro Jahr rund 100000 Kilo Milch von drei Alpen zu Alpkäse, Voralp Mutschli, Molkendrinks, Joghurt, Butter usw. verarbeitet.

Alpwirtschaftskurs
Der diesjährige Alpwirtschaftskurs fand auf dem Grabserberg statt.

Weil die Alpsennerei nicht alle Milch aus dem Raum verarbeiten kann, wurden den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern anhand der Alpen Gamperfin Brand (Familie Tischhauser) und Gamperfin Oberer Boden (Familie Gasenzer) zwei Alpen präsentiert, die ihre Milch privat verarbeiten und vermarkten. Florian Tischhauser käst sogar ganzjährig, auf der Alp und im Tal und vermarktet eine Vielzahl von Produkten, darunter auch Sauerkäse von der Hochalp, direkt und über lokale Absatzkanäle. Martin Gasenzer bewirtschaftet seine Alp von seinem «Talbetrieb» am Grabserberg aus. Rund 25000 Liter Milch verkäst er in seiner mobilen Käserei auf Rädern auf der Alp Oberer Boden. Die Vermarktung der Produkte obliegt in beiden Fällen den Frauen, namentlich Yvonne Tischhauser und Anja Gasenzer.

Alpweiden kontrollieren

Matthias Kern vom Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen in Salez stellte am Alpwirtschaftskurs die druckfrische Broschüre «Bewirtschaftung von Alpweiden» vor. Darin wird unter anderem aufgezeigt, wie der Klimawandel die Alpwirtschaft tangiert und wie wichtig es ist, gezielt gegen die Verbuschung und Verunkrautung der Alpweiden vorzugehen. Referent Matthias Kern und Tagungsleiter Marco Bolt betonten, dass künftig wieder vermehrt kontrolliert werde, wie auf den Alpen dieses Thema angegangen werde. Die kleine Broschüre enthält wichtige Informationen über die Unkräuter auf den Alpen und sie zeigt auf, wo sich der Kampf lohnt, und wo er sich nicht mehr lohnt, weil Büsche und Unkraut bereits die Oberhand gewonnen haben.

Ortsgemeinde als Gastgeberin

Der Alpwirtschaftskurs, bei dem die Teilnehmenden bestens mit Köstlichkeiten aus den Käsereien und aus dem Backofen versorgt wurden, fand auf den Alpen der Ortsgemeinde Grabs statt. Wie deren Präsident Ueli Sturzenegger ausführte, werden auf den 25 Grabser Alpen rund 2800 Tiere gealpt. Die Ortsgemeinde besitzt 3000 Hektaren Boden, davon sind nur rund 100 Hektaren im Tal, der Rest verteilt sich je hälftig auf Wald und auf Alpen.

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