Vier-Rassen-Eliteschau an der Olma: Das sind die schönsten Kühe
Unter wachsamen Augen des Olma-Publikums fand dieses Jahr bereits die 22. Ausgabe der Vier-Rassen-Eliteschau in der Arena statt. Dort wurden die fünf Missentitel der Rassen Holstein, Fleckvieh, Jersey, Brown Swiss und Original Braunvieh vergeben.

Im Namen von Holstein Switzerland wurde die 22. Vier-Rassen-Eliteschau an der Olma von Olivier Buchs eröffnet. Er erwähnte die hochstehende Qualität der neun Kühe aus dem Gastkanton St. Gallen, die das Zuchtziel der internaional wichtigsten Milchviehrasse mit ihren hervorragenden Exterieur-Merkmalen und exzellenter Futterverwertung perfekt verkörpern. Die würdige Richteraufgabe der Holstein- und Fleckviehkühe übernahm der erfahrene LBE-Experte und Landwirt Roland Gerber aus Eggiwil (BE).
Die siegreichen Holsteinkühe
Als Siegerin der Erstlaktierenden bestimmte er Perennial Alessa aus dem Stall von Jakob Meier aus Waldkirch. Die sehr homogene Kuh mit breiter Brust und bestem Fundament machte gegenüber der Zweitplatzierten Chief Ribana von Linus Ziegler aus Niederbüren aufgrund ihrer besseren Euterbreite das Rennen. Aus den vier Holsteinkühen der zweiten Abteilung stach Sidekick Kalina, ebenfalls aus dem Stall von Linus Ziegler, hervor. Die spätere Miss Olma Holstein überzeugte den Richter mit ihrem sensationellen Euter und Topgliedmassen mit sehr feiner Sprunggelenksausprägung. Kalina beeindruckte in der 1. Laktation mit ihrem enorm hohen Milchgehalt von 5,1 Prozent Fett und 3,7 Prozent Eiweiss mit 8359 Kilo Milch. Ein würdiger Abschluss für die langjährige erfolgreiche Zuchtarbeit von Linus Ziegler, der nun seine Holsteinherde in jüngere Hände weitergibt.

Starkes Fleckvieh
Der Einmarsch der Abteilung Swiss Fleckvieh wurde durch Sandra Staub, Mitglied der Geschäftsleitung von Swissherdbook Zollikofen, kommentiert. Sie hob die positiven Eigenschaften der milchbetonten Zweinutzungsrasse als ideale Weidekuh und Stärken in funktionellen Merkmalen wie Zellzahl und Fruchtbarkeit hervor. Die Kühe in 2. und 3. Laktation zeigten sich in eindrücklicher Manier. Hardy Hortensia aus dem Stall von Mathias Rüegg aus Uznach siegte dank ihrem tollen Euter wie auch ihrem feingliedrigen Bein vor Bernino Beatrice von Ueli Gassner aus Flums. Die fünf Red-Holstein-Kühe der 2. Abteilung Fleckvieh zeigten ihre Qualitäten als grossrahmige, leistungsstarke und frühreife Milchrasse mit einer ausserordentlichen Futtereffizienz. Das Rennen um den Sieg machten die beiden Swingman-Töchter Rhein-Valley H20 und Wiederkehr’s Lulu unter sich aus, wobei H20 aus dem Stall von Urs Horni aus Bad Ragaz vom Richter den Vorzug bekam. Er betonte, dass H2O mit ihrer soliden Lende mit einem Topbecken sowie ihrem sensationellen Euter sich als kompletteste Kuh ihrer Kategorie präsentierte. Hortensia gewann den Championtitel der Kategorie Fleckvieh vor H2O. Der Richter begründete die Wahl aufgrund ihres Potenzials auf internationalem Niveau und ihrer perfekt auf das Zuchtziel ausgerichteten Erscheinung.
Jersey und Braunvieh
Unter versiertem Blick des erfahrenen Richters Florian Pfulg und Ringman Stefan Pfulg, beide aus Rosmoos, durften die Abteilungen Jersey und Braunvieh ihre Qualitäten präsentieren. André Stalder als Präsident des Zuchtvereins Swiss Jersey stellte die fünf eleganten Jersey-Kühe aus dem Gastkanton St. Gallen kurz vor. Die Jerseykuh als weltweit zweithäufigst vertretene Milchviehrasse zeichnet sich vor allem durch ihre Effizienz, ihren Gehalt und die besonders gute Verträglichkeit ihrer Milch aus. Als Siegerin überzeugte Ferdinand Charlotte aus dem Stall von Roman Weishaupt aus Flawil mit ihrer enormen Breite, ihrem idealen, breiten Becken und dem hoch und breit aufgehängten Euter.
Der Präsident von Schweizer Original Braunvieh Verband und erfahrene OB-Züchter Andreas Anderegg aus Unterbach (BE) kommentierte den Einmarsch der sieben Original-Braunvieh-Kühe und beschrieb die Stärken der Zweinutzungsrasse mit steigendem Beliebtheitsgrad: Die rassentypische Bemuskelung mit kräftigem, dennoch trockenem Fundament, ihre ideale Beckenneigung sowie die ausgesprochene Alptauglichkeit.
Ebenfalls mit von der Partie in der Arena war der Olma-Stier Zibu, ein mächtiger Vertreter der Rasse Original Braunvieh mit 1107 Kilo Lebendgewicht aus dem Stall von Peter Horner aus Glarus. Er hat diesen Sommer auf der Alp verbracht und wird im nächsten Jahr am ESAF 2025 in Mollis als Siegermuni im Sägemehl stehen.

Grosses Potenzial
Richter Florian Pfulg betonte das Potenzial der präsentierten jungen OB-Kühe. An die Spitze und somit auch als diesjährige Miss Olma Original Braunvieh setzte sich Ozean Gina aus dem Stall von Patrik Steuble aus Appenzell. Die mittelgrosse Kuh überzeugte mit ihrem Rahmen, der harmonischen Bewegung, dem idealen Becken und dem fantastischen Euter, das ihr als Euterchampion den Vorteil gegenüber ihren Konkurrentinnen einbrachte. Vize Miss und beste selbst gezüchtete Kuh wurde Gaio Gioia von Christoph Rhyner aus Nassen.
Weitere Höhepunkte der diesjährigen Eliteschau waren die Präsentationen der Zuchtfamilie Balmi und der 100 000er Kühe. Vileno Balmi aus der Zucht von Christian Gähler aus Jonschwil überzeugte mit ihren sechs weiblichen Nachkommen. Die behornte Zuchtfamilie erreichte im Frühjahr hervorragende 38 Punkte in den inneren Werten und eine Gesamtpunktzahl von 86 Punkten. Die Stammkuh Balmi EX93 befindet sich aktuell in der 6. Laktation mit einer Lebendtagleistung von 15 Kilo Milch.
Engagierte Betreuung
Den Beweis langlebiger, fruchtbarer und vitaler Kühe lieferten die sechs 100 000er Kühe in der Arena. Sie zeigten sich mit überaus guten Exterieur-Merkmalen, kombiniert mit einer Topfitness: die Ernte jahrelanger Zuchtarbeit und engagierter Betreuung der Kühe auf ihrem Heimbetrieb. Hervorzuheben beispielsweise Glenn Gabi der Familie Kaspar Hoffmann-Minder aus Davos, die mit ihrer Jugendlichkeit trotz ihrem hohen Alter von über 19 Jahren beeindruckte. Oder Lenox Lady von Andreas Studach aus Mörschwil, die aktuelle Miss Fitness Talgebiet 2024, die mit ihrer Durchschnittsleistung von über 12 800 Kilo und den ausgezeichneten Fitnesswerten auffiel. Lady hat ebenfalls eine Zuchtfamilie mit sechs weiblichen Nachkommen. Unter den präsentierten Kühen waren gleich mehrere mit bekannten Kuhfamilien zu Gast. Glenner Donna von Christian und Hansjürg Lötscher aus Fürstenau GR stammt aus einer Kuhfamilie, in der bereits drei direkte Vorfahren von Donna mehr als 100 000 Kilo Milch produziert haben.
Erfahrene Experten
Als Kommentatoren der Brown-Swiss-Kühe übernahmen Landwirt Heini Stricker, erfahrener Schau- und Verbandsexperte in nationaler und internationaler Tätigkeit und Präsident der Tierausstellungskommission der Olma-Tierausstellungen, sowie Landwirt Hans-Jörg Meier, Präsident St. Galler Braunviehzuchtverband, das Mikrofon. Sie stellten die Schlüsselmerkmale des Braunviehs als ideal für die Kuh der Zukunft vor. Die herausragenden Fitnesseigenschaften, die Langlebigkeit und optimale Grundfuttereffizienz machen das Braunvieh zur wirtschaftlichen Milchkuh mit Topkasein-Eigenschaften.
Als Siegerin der ersten Abteilung der jüngeren Erstlaktierenden ging Silke von Alfred Preisig aus Frümsen vom Platz. Sie überzeugte mit ihrem Topeuter. Die Titel der Schöneutersiegerin wie auch beste selbst gezüchtete Kuh dieser Kategorie gingen ebenfalls an die tolle Jungkuh. Die zweite Abteilung der älteren Kühe in 1. Laktation entschied Salomon Gloria aus dem Stall von René Schwarz aus Vals GR für sich. Gloria punktete mit ihrem enorm starken Rahmen, dem Topfundament und Euter. Der Sieg der dritten Abteilung der zweitlaktierenden Brown-Swiss-Kühe ging an Blooming Santana Rose von Flurin Planta und Gina Camichel aus Zuoz GR. Die überaus rahmenstarke Kuh, mit guter Winkelung und Ausprägung des Sprunggelenks und ihrem hohen Euter, holte den Abteilungssieg sowie Schöneutersiegerin ihrer Kategorie.
Titel Miss Olma
Als hochstehend präsentierte sich das Niveau der vierten Abteilung der jüngeren Drittlaktierenden. Das Duo Swizzero Berna und Pete Alessia von Hansueli Lanker, aus der Zucht von Hansueli Tischhauser, machte den Sieg unter sich aus. Das Rennen machte schliesslich Swizzero Berna von Renzo Blumenthal aus Vella GR. Berna ist die amtierende Schöneuter-Champion der Europaschau 2024. Die Ausnahmekuh präsentierte sich in Topform mit harmonischem Gesamtbild, viel Breite im Körper und Euter sowie einem super Euter. Sie gewann in ihrer heutigen Verfassung ebenfalls den Championtitel als Miss Olma Brown Swiss.
Pinia von Hansueli Lanker aus Waldstatt, aus der Zucht von Willi Schmid, beeindruckte den Richter dank ihrer Stabilität und Breite, ihrem ausgezeichneten Euter mit starkem Zentralband. Pinia gewann damit die 5. Abteilung drittlaktierender Kühe. Mit der letzten und 6. Abteilung der älteren Brown-Swiss-Kühe ab 4. Laktation zeigte sich einmal mehr, wozu Brown Swiss fähig ist. Das Niveau der acht ausgewachsenen Kühe mit hohem Leistungspotenzial und viel Kapazität war hoch angesetzt. Der erste Rang ging an Delico Soraya von Jürg Ammann aus Alt St. Johann, die am Abend als Vize Miss Brown Swiss gekürt wurde. Soraya begeisterte mit viel Eleganz und Milchtyp, dem Topfundament und ihrem hervorragenden Euter. Sie überzeugte in ihrer Abteilung mit mehr Schulterschluss und Stabilität gegenüber der zweitplatzierten Nadin von Albert Peter aus Lienz, die wiederum mit dem besten Euter ihrer Kategorie ausgezeichnet wurde.
Den Titel Miss Genetik holte Jolina von Jakob Knaus aus St. Peterzell mit einem sehr hohen Gesamtzuchtwert von 1435. Sie stammt aus einer tiefen Kuhfamilie mit hoher Leistungssicherheit.
