Rekordjahr für Rehkitzrettung Schweiz: Über 6400 Rehkitze gefunden
Die Hauptsaison für die Rehkitzrettung dauert von Ende April bis Anfang Juli. Bei der nun zu Ende gegangenen Saison 2025 verzeichnete Rehkitzrettung Schweiz Rekordzahlen in allen Bereichen. 6451 Rehkitze wurden aufgefunden. Das entspricht gegenüber der bisherigen Rekordsaison 2023 einem leichten Anstieg.
Diese Steigerung der Rehkitzrettungen hat verschiedene Gründe:
- Von Januar bis April 2025 konnte Rehkitzrettung Schweiz wieder zahlreiche neue Pilotinnen und Piloten ausbilden, so dass in dieser Saison erstmals mehr als 700 Teams im Einsatz standen. Einige Rehkitzretter-Teams konnten dabei wiederum von der Drohnenflotte des Schweizer Tierschutzes STS profitieren, die der Rehkitzrettung Schweiz zur Verfügung gestellt wurde.
- Die Einsatzzeiten der ehrenamtlich fliegenden Lebensretterinnen und Lebensretter von Rehkitzrettung Schweiz haben nochmals stark zugenommen. In dieser Saison wurden erstmals über 6300 Einsatztage registriert, rund 1300 mehr als in der bisherigen Rekordsaison 2023. Dabei wurde rund 62’000 Hektaren Wiesland abgeflogen. Dies entspricht rund einem Drittel mehr als noch 2023.
- Das Wetter spielte eine entscheidende Rolle. Der Frühling 2025 war geprägt von ungewöhnlich warmem, sonnigem und trockenem Wetter. Der Juni war mit einer Abweichung von +3,8 °C zum Klimamittel der zweitwärmste seit Messbeginn und sehr trocken, gefolgt von einer stabilen, sonnigen letzten Juniwoche. Das Wetter könnte auch das Setzverhalten der Rehgeissen beeinflusst haben: In warmen, trockenen Frühlingen werden vermehrt offene Wiesen mit hohem Gras als Setzplätze genutzt, während in nassen Jahren hingegen Rehgeissen feuchte Wiesen eher meiden und geschützte Plätze im Wald als Setzplatz wählen. Es ist daher gut möglich, dass 2025 besonders viele Kitze in Wiesen zur Welt kamen und entsprechend häufig durch Drohneneinsätze entdeckt und aufgefunden werden konnten. Gleichzeitig begünstigte das stabile, trockene Wetter die Durchführung der Drohneneinsätze selbst: Gute Sichtbedingungen und zuverlässige Flugverhältnisse ermöglichten einen effizienten und sicheren Einsatz der Teams. Weiter werden die Heuernten in diesen langanhaltenden Perioden besser verteilt, womit sich die Arbeitslast der Teams angenehmer gestaltet.

Warum Rehkitzrettung wichtig ist
Jeden Frühling bringen zahlreiche Rehgeissen ihre Kitze ins hohe Gras, wo sie sich verstecken. Die Rehkitze haben in den ersten Lebenswochen einen Duckinstinkt, der sie vor ihren natürlichen Feinden schützt. Dieser Instinkt birgt für Rehkitze aber auch eine tödliche Gefahr: Die Landwirtinnen und Landwirte müssen ihre Wiesen mähen. Dabei kommt es häufig vor, dass ein unentdecktes Rehkitz einer Mähmaschine zum Opfer fällt. Die offizielle Statistik weist im langjährigen Schnitt rund 1500 durch landwirtschaftliche Maschinen getötete Rehkitze aus. Die Dunkelziffer ist jedoch gemäss Fachleuten noch einiges höher. Man geht in der Schweiz von mehreren tausend getöteten Tieren pro Jahr aus.
Der gemeinnützige Verein Rehkitzrettung Schweiz hat sich die Rehkitzrettung auf die Fahne geschrieben. Er hat zum Ziel möglichst vielen Rehkitzen das Leben zu retten. Die ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten mit ihren Drohnen und Wärmebildkameras sind in der Lage Rehkitze effizient zu finden. Dabei wird intensiv mit der Jägerschaft und Landwirtschaft zusammengearbeitet.
Informationsveranstaltungen ab 11. August 2025
Um in Zukunft das Angebot von Rehkitzrettung Schweiz noch flächendeckender erbringen zu können, werden jährlich neue Rettungsteams ausgebildet. Ab 11. August 2025 werden daher wieder Informationsveranstaltungen in der ganzen Schweiz durchgeführt. Die Daten und Veranstaltungsorte sind unter folgendem Link abrufbar: www.rehkitzrettung.ch
