Mastitis fordert vielfältig heraus
Sowohl klinische als auch subklinische Mastitiden verursachen wirtschaftliche Schäden – etwa durch Milchverluste, Behandlungskosten, eine erhöhte Remontierungsrate und Fruchtbarkeitsprobleme.

Je länger hohe Zellzahlen bestehen, desto schwieriger ist die Heilung – eine schnelle, gezielte Therapie ist daher wichtig. Noch wichtiger ist die Prophylaxe: Die Hygiene beim Melken ist entscheidend für die Gesundheit von Euter und Tier. Eine glatte, gepflegte Zitzenhaut lässt sich leichter reinigen und bietet Keimen weniger Angriffsfläche, während raue oder trockene Haut zur Ansammlung von Schmutz und Bakterien führt.
Die richtige Euterhygiene
Moderne Euterhygieneprodukte enthalten desinfizierende Wirkstoffe wie Milchsäure oder PVP-Jod in Kombination mit hautpflegenden Substanzen. PVP-Jod setzt kontinuierlich Jod frei und ist in seiner Form stabiler als traditionelle Produkte. Mit weniger Produkt wird so eine höhere Wirksamkeit erzielt. Für die Vor- und Nachreinigung wird das Dippen empfohlen. Eine gründliche Vorreinigung führt zu glatter, gepflegter Zitzenhaut. Nach dem Melken bleibt der Strichkanal bis zu einer Stunde geöffnet – eine kritische Phase, in der Keime leicht eindringen können. Deshalb ist eine direkte Nachdesinfektion zentral. Dabei werden Produkte empfohlen, die eine Schutzschicht bilden und die Zitzen bis zum nächsten Melken vor Keimen, Schmutz und Sonneneinstrahlung schützen.

Auf den ersten Blick scheint die Fütterung keinen direkten Einfluss auf die Euterhygiene zu haben – doch tatsächlich spielt sie eine zentrale Rolle. Eine bedarfsgerechte Versorgung, insbesondere mit Energie, Vitaminen und Spurenelementen, beeinflusst die Gesundheit und Widerstandskraft der Kuh. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Trockenstehzeit. In der Galtphase heilen bestehende Infektionen ab und das Drüsengewebe regeneriert sich. Eine angepasste Ration mit hohem Trockensubstanzverzehr, wenig Energie und gezielter Vitamin- und Mineralstoffergänzung ist ausserdem wichtig, um Stoffwechselstörungen nach dem Abkalben zu vermeiden. Wird beispielsweise die Kalziummobilisierung in dieser Zeit nicht trainiert, kann der erhöhte Bedarf bei der Milchproduktion zu Kalziummangel führen. Dies schwächt auch den Zitzenschliessmuskel, was das Eindringen von Krankheitserregern ins Euter erleichtert. Weiter ist eine pansenfreundliche Fütterung zentral. Pansenfermentationsstörungen können durch eine Pansenazidose oder minderwertiges Futter ausgelöst werden. Dann kann es zur Freisetzung von Giftstoffen kommen, die Entzündungen verursachen – auch im Euter. Der Einsatz eines Pansenstabilisators und von Toxinbindern hilft, das Pansenmilieu zu stabilisieren, und wirkt vorbeugend gegen Euterentzündungen.
Ganzheitliches Konzept
Des Weiteren sind ein gutes Hygienemanagement im Stall, die Überprüfung der Melktechnik und ein angepasstes Trockenstellmanagement wichtig für die Eutergesundheitsprophylaxe. Nur ein ganzheitliches Konzept senkt Zellzahlen dauerhaft und sichert die Milchleistung. Die kontinuierliche Auswertung der Milchdaten ermöglicht frühzeitiges Handeln. Diesen Service bietet beispielsweise Multiforsa mit DairyCheck365. Damit lässt sich die Eutergesundheit nachhaltig optimieren.
*Die Autorin ist regionale Verkaufsleiterin bei Multiforsa
