GP Sargans: Grosser Erfolg für den Kanton St. Gallen

Beim internationalen GP von Sargans sind in der Markthalle School zum 20. Mal 142 Spitzenrinder von 124 Ausstellern aus 19 Kantonen und vier Länder vor Tausenden Besuchern gegeneinander angetreten. St. Galler Züchter eroberten vier Abteilungssiege.

Die Markthalle School platzte am Samstag fast aus den Nähten. Vorwiegend Jugendlichen macht diese kombinierte Art – erst Tierpräsentation und dann Party – einen Heidenspass. An hochkarätiger Konkurrenz fehlte es in Sargans nicht. 124 Züchter aus vier Ländern und 19 Kantonen kämpften um Ruhm und Ehre. Nach der Vorselektion wurde rund 150 Jungtieren eine Startberechtigung zugesprochen. 142 Paarhuferinnen buhlten ab 18 Uhr bis Mitternacht in zwölf Abteilungen um begehrte Gruppensiege und um den Championtitel 2022.

GP Sargans
Champion Zrotz Brice Vera von den Salzgeber-Brüdern, die Vize-Miss Brice Bolly und die Mention Honorable Barca Linnell, beide aus dem Stall von Elmar Hofstetter aus Oberentfelden.

Erfolge kehren zurück

In den ersten Jahren nach Jahrhundertwende waren die St. Galler, insbesondere die Sarganserländer Braunviehbesitzer sehr erfolgreich. Doch im Laufe der Zeit wurden Abteilungssiege und weiter Podestplätze immer rarer. Ob sich die Konkurrenz besser entwickelt hat, oder hierzulande die Züchter sich auf den Ruhmeslorbeeren zu lang ausgeruht haben: Das steht in den Sternen. Jedenfalls wurde nicht die Faust im Sack gemacht, sondern nach dem Motto: Wer einmal den Kopf angeschlagen hat, der weiss, wo der Balken ist. Anscheinend wurde in den letzten Jahren einiges dazugelernt. Und siehe da: Die einstigen Erfolge kehrten zurück. Dazu reicht allein ein «Buschi» mit schönem «Body» nicht. Was für einen Aufwand für den Auftritt in der Sägemehlarena betrieben wird: Für einen Unbeteiligten unvorstellbar. Schon geraume Zeit vor dem GP von Sargans, fangen minutiöse und umfangsreiche Vorbereitungen an. Anscheinen wurde dieser Aufwand auf St. Galler Bauernhöfen wieder auf sich genommen. Die richtigen Weichen bezüglich Stierbesamungen gewählt. Augenfällig: Mit möglichst grosser Anzahl von Rindern versuchten früher einige Bauer ihr Glück. Dieses Unterfangen ist mittlerweile Passé.

Gerade elf Bauern gingen in Sargans mit nur je zwei Rindern an den Start. Nicht weniger als einen Drittel aller Abteilungssiege blieben im Gastgeberkanton.

In verflossenen 21 Jahren entwickelte sich der Grand Prix von Sargans im Handumdrehen, von einer «Grauen Maus» zur bedeutungsvollsten nationalen Stylings-Schau von Brown Swiss-Rindern, sowie zur grössten internationalen offenen Rinderschau in den Alpenländern. Ein Wettbewerb der von der Schauzone nicht mehr wegzudenken ist. Eine negative Kerbe, welche die Organisatoren zwangsläufig einstecken mussten: Die Seuchenauflagen seitens Bund in den Jahren 2017 und 2018. Welche Tiereinfuhr aus den umliegenden Länder stark einschränkte, und Tierausfuhren sogar verboten hat.

Vier Abteilungssieg für St. Gallen

27 St. Galler Züchter versuchten mit 29 Nachwuchstieren ihr Glück beim 20. GP. Mit vier Siegen viel die «Ausbeute» respektabel aus. In der Abteilung eins schwang der Züchter Sandro Huser aus Necker mit Mandy obenauf. Die nachfolgende Abteilung gewann Dalayla von Christian Näf aus Brunnadern. Die Abteilung sechs wurde angeführt von Timona aus dem Stall von Martin Schlegel aus Unterterzen. In der Abteilung sieben – gemäss Richter Patrick Gubelmann der stärksten vor Ort – siegte beim Kopf-an-Kopf-Rennen Jule von Hansueli Tischhauser aus Krummenau. Mit einem 2. Platz rundeten Urs und Martin Hochreutener aus Eggersriet mit Madeira, sowie einem 3. Rang, errungen von Irma von Valentin Gabathuler aus Malans die Erfolgsbilanz vom Gastgeberkanton ab. Die schweizer Vormachtstellung bekamen die beteiligten Länder aus Österreich, Italien und dem Fürstentum Liechtenstein klar zu spüren. Weder einen Titel noch Podestplatz konnte über die Grenze geführt werden.

GP Sargans
B: Der GP als Zuschauermagnet: Die Kombination von Viehschau und Party lockt das Volk an.

 

Salzgeber-Jungs zum Zweiten

Im Ring stand mit Patrick Gubelmann ein mit viel Talent und Gespür ausgestatteter

Schaurichter, der zusammen mit dem Ringmann Florian Riget aus Schänis einen guten Eindruck hinterliess. Klar, deutlich und in geraffter Form wurden die jeweiligen Platzierungen an der Spitze in den Abteilungen begründet. Nebst den zwölf Qualifizierten wurden noch zusätzlich zwei Zweitplatzierte in älteren Abteilungen zur Championwahl zugelassen. Die Anspannung im showbehafteten Titelrennen um den Tagessieg stieg bei Tausenden von Besuchern. Die Zerreisprobe stieg verständlicherweise ins unermesslich, bei den Teams, welche die Tiere umsorgten. Drei Finalistinnen blieben übrig. Für alle anderen gings zurück an die Box. Es verblieben damit nur noch Rinder aus den höchsten Altersklassen im Rennen. Diese Endscheidungsfindung konnten viele Nachvollziehen. Weil damit künftige negative Entwicklung-Überraschungen auf ein Minimum reduziert wird. Den eindeutigen Championsieg wurde Zrotz Brice Vera von den «Three–Salzgeber», drei jungen Brüdern aus dem bündnerischen Pany zugesprochen. Als Grünschnäbel holten sich die Brüder Tom, damals mit 13 Jahren der älteste der Brüder, Noe und Sam bereits 2010 den Championsieg – für den kurz zuvor verstorbeben Vater.

Wie schon oft, vermochte Elmar Hofstetter aus Oberentfelden auch heuer wieder zu brillieren. Die Vize-Miss Hoftstetter’s Brice Bolly und die Mention Honorable Hofstetters Barca Linnell kommen beide aus dem aargauischen Stall aus Oberentfelden.

Die Rangliste ist unter: www.gpvonsargans.ch zu finden.

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