Spitzen Braunvieh-Show: Erstklassiges Braunvieh im Fokus

160 Tiere von 88 Betrieben starteten bei der 21. SpitzenBraunvieh-Show in der Markthalle School in Sargans. Marco Wildhaber aus Flumserberg holte sich mit Virestar Nischa den Championtitel. Jungzüchter Manuel Schneider gewann mit Aldo SG Kruemmel das Rinderchampionat.

 

«Solch eine Eliteschau ist ganz klar der Motor in der Braunviehzucht.» Diese von Reto Grünenfelder, Präsident von Braunvieh Schweiz, vor Ort gemachte Aussage bewahrheitete sich am Freitagabend an der 21. Spitzen-Braunvieh-Show der Züchtergruppe St. Gallen in Sargans. 88 Betriebe haben in der Markthalle School ihre besten Rinder und Kühe aufgeführt.

Virestar Nischa von Marco Wildhaber aus Flumserberg holte sich den Championtitel.
Virestar Nischa von Marco Wildhaber aus Flumserberg holte sich den Championtitel.

 

 

Zum Wettbewerb wurden insgesamt 183 Huftiere aus den Kantonen St. Gallen, beider Appenzell und dem Fürstentum Liechtenstein zugelassen. Infolge verschiedenster Gründe blieben 23 Tiere zu Hause im Stall. Bevor das Milchvieh am Mittag in der Markthalle angebunden werden konnte, wurden die Paarhuferinnen einer genauen ärztlichen Kontrolle unterzogen. Alle Tiere präsentierten sich in so einem erfreulichen Zustand, dass es keinerlei Beanstandung gab. Bekannterweise zählt das Toggenburg zu einer Züchterhochburg der Braunviehrassen. Das bewiesen die 30 Züchter mit ihren rund 70 Tieren in Sargans. Aus Sarganserländer Viehzuchtbetrieben schafften 43 Kühe und Rinder die Vorselek- tionshürde ebenfalls.

Gute Ausgangslage

Mit 13 Podestplätzen in Abteilungsbewerben, darunter drei Siege, schaffte der gastgebende Bezirk Sarganserland eine gute Ausgangslage für die fünf Sonderkonkurrenten und schürten damit auch die Hoffnung auf ehrenvolles Abschneiden bei den abschliessenden Schauhöhepunkten bei Rindern und Kühen.

Konsequent suchte der Schauexperte Paul Caduff aus Morissen in jeder Abteilung das «kompletteste», also ein kräftiges und milchbetontes Tier mit trockenem Sprunggelenk aus. Zudem wurde ein Augenmerk auf eine optimale Zitzenplatzierung sowie auf starke Vor- und Nacheuteraufhängung und noch vieles mehr gelegt. Einige Entscheidungsfindungen fielen dem exzellent agierenden Bündner Oberländer nicht leicht. Oftmals mussten Nuancierungen herbeigezogen werden, um überhaupt ein Urteil zu fällen. Ringwoman Laura Darnuzer aus dem Prättigau sorgte für geordnete Abläufe in der Sägemehlarena und begleitete jeweils die Sieger zum Fotoshooting, auf dem die beiden Ehrendamen Sandra Tischhauser und Sahra Abderhalden aus Krummenau das Erscheinungsbild abrundeten.

Jungzüchter Manuel Schneider erhielt für Aldo SG Kruemmel aus dem Stall von Felix Schneider aus Schwendi den Rinderchampion-Titel.
Jungzüchter Manuel Schneider erhielt für Aldo SG Kruemmel aus dem Stall von Felix Schneider aus Schwendi den Rinderchampion-Titel.

Speditive Entscheidungen

Innert sechs Stunden wurden von Caduff in 25 Wettbewerben insgesamt 160 Tiere gerichtet. Virestar Nischa von Marco Wildhaber aus Flumserberg gewann die 21. Spitzen-Braunvieh-Ausstellung in Sargans vor dem St. Galler Braunviehpräsidenten Andreas Wittenwiler aus Nesslau mit Calvin Joio und Phil Daesy aus dem Stall von Bruno Manser in Muolen. Jungzüchter Manuel Schneider aus Schwendi eroberte mit Aldo SG Kruemmel von Felix Schneider (Schwendi) den Rinderchampion-Titel. Vizemeister wurde Ueli Zirda von Christian Eggenberger mit Vorführer Christoph Eggenberger, beide aus Gams. Die Ehrenerwähnung holte sich Silverstar Tiara von Walter Kessler-Giger mit Jungzüchter Marco Kessler, beide aus Oberterzen. Vor dem Grande Finale vor Mitternacht wurden die Titel Jungkuhchampion, Fitness Star, Miss Genetik und Schöneuter ältere und jüngere vergeben.

Die Zuschauer verfolgten gebannt das Geschehen im Ring.
Die Zuschauer verfolgten gebannt das Geschehen im Ring.

Qualitätssicherheit gesteigert

Die Fachwelt in der Markthalle in Sargans war sich einig: Die Qualität der Braunen Rasse habe sich in den letzten Jahren in fantastischem Masse gesteigert. Das sei in allererster Linie auf die vor 14 Jahren eingeführte genomische Selektion der Stiere zurückzuführen. Die früher gefürchteten Erbfehler haben an Schrecken verloren, denn heute werden dank der Genomik alle Jungstiere auf Erbfehler getestet. Zudem kann das Kappa- oder Beta-Kasein beeinflusst werden. Das Wichtigste sei aber, dass die Genomik mehr Sicherheit in die Zucht gebracht hat. Dank dem Gesamtpaket, das auf hohem Niveau mittlerweilen weitervererbt werden kann, wie Leistung, Fitness, Gesundheit und Exterieur, wurde dieser Quantensprung erst ermöglicht. Das Niveau in der Zucht von Brown Swiss und Original Braunvieh ist dank dieser Genomik-Erkenntnisse markant angestiegen.

Hier gehts zur Rangliste.

Das könnte Sie auch interessieren

stgallerbauer.ch Newsletter
Seien Sie die Ersten, um neueste Updates und exklusive Inhalte direkt in Ihren E-Mail-Posteingang zu erhalten.
Anmelden
Sie können sich jederzeit abmelden!
close-link