Mit Strategie zum Erfolg im Kälberstall
Gesunde Kälber sind keine Selbstverständlichkeit, aber die Basis einer leistungsstarken Milchviehherde. Mit einfachen Mitteln lassen sich in der täglichen Routine frohwüchsige Tiere aufziehen. Die Kälberversorgung ist eine der verantwortungsvollsten Aufgaben im Betrieb.

Wer ist auf deinem Betrieb für die Kälber zuständig und somit Kälberversorger oder Kälberversorgerin? Die Antwort auf diese wichtige Frage rückt die Arbeit im Kälberstall in ein anderes Licht. Klare Abläufe, tägliche Routinen und gute Beobachtung sind für die Entwicklung und die Früherkennung von Erkrankungen entscheidend. Es geht nicht nur um die Haltungsform, sondern insbesondere auch darum, dass das vorhandene Wissen auch von Kälberversorgenden mitgetragen und im Stall umgesetzt werden kann. Der Schlüssel dafür liegt oft in der offenen Kommunikation und dem Übertragen von mehr Verantwortung.
Mit Strategie zum Erfolg
Kälbergesundheit beginnt bereits im Mutterleib. Die bedürfnisgerechte Versorgung und Haltung der Galtkuh, möglichst stressarme Geburten und eine konsequente Erstversorgung der Kälber legen den Grundstein für eine gesunde Entwicklung des Jungtiers. Grosszügigkeit zahlt sich auch hier aus: Je besser der Start, desto weniger Probleme folgen später.
Kälber zeigen, wie es ihnen geht. Sind alle Kälber neugierig und bewegungsfreudig? Trinkt das Kalb seine Milch und wedelt aktiv mit dem Schwanz? Hört man seine Kälber husten? Riecht es nach schlecht verdautem Kot? Fressen sie bereits festes Futter und trinken sie dazu auch Wasser? Abweichungen früh erkennen ist die halbe Miete. Für mehr Erfolg ist entscheidend, was man daraus macht. Es sollte nachgedacht und umgesetzt oder nachgefragt werden, was zu tun ist. Damit werden Zeit und Kosten gespart.
Grundbedürfnisse des Kalbes
Damit die Grundbedürfnisse gedeckt sind, braucht ein Kalb je nach Entwicklungsstand ausreichend Milch, Festfutter und Wasser für optimales Wachstum, viel Licht und frische Luft auf Nasenhöhe im Liegen. Zudem bieten grosszügig eingestreute Liegeflächen ausreichend Raum, Schutz vor Kälte und Wetter sowie Ruhemöglichkeiten. Gerade die Wasseraufnahme des Kalbs wird häufig unterschätzt und bei der Planung vernachlässigt: Wasser trinken heisst auch Festfutter aufnehmen. Fressen heisst wachsen.

Liegen im, nicht auf dem Stroh
Grosszügiges Einstreuen aufgrund von idealen Arbeitswegen ist ein Schlüsselfaktor im Kälberstall, insbesondere in der kalten Jahreszeit. Nur mit grosszügigem Stroheinsatz kann sich das Kalb so einbetten, dass die Beine im Liegen nicht mehr sichtbar sind. So kann es seine Körperwärme effektiv halten und Energieverluste vermeiden. Ist die Einstreu gerade in der kalten Jahreszeit zu knapp, zu nass oder verdichtet, steigt der Energiebedarf deutlich an. Energie, die für Wachstum und Immunsystem fehlen wird.
Stress schwächt das Kalb. Gerade kleine Kälber brauchen viel Ruhe und daher eine störungsfreie Rückzugsmöglichkeit im Liegebereich, vorausgesetzt, die Luft ist gleich frisch wie im restlichen Stall. Kälte, Hunger, Durst, Unruhe oder auch Nässe kosten das Kalb zudem viel Energie. Die letzten fünf Prozent der Energieaufnahme stehen für das Immunsystem zu Verfügung. In der kalten Jahreszeit hilft neben genügend Stroheinsatz bis zu ein Liter mehr Milch pro Tränkegang, dass das Kalb trotz höherem Aufwand für die Wärmeproduktion genügend Energie zur Verfügung hat und so gut gerüstet durch die kalten Wintermonate kommt.
Gesunde Kälber sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis von klarer Verantwortung, guter Beobachtung und konsequentem Umsetzen von Verbesserungen. Wer den Kälbern einen schwungvollen Start ermöglicht, spart später Aufwand – und gewinnt gesunde, leistungsfähige Tiere. Weniger Aufwand, richtig eingesetzt, bringt im Kälberstall viel Erfolg. Was ist dein persönlicher Schritt, den du im Kälberstall anpacken wirst?
1. Schweizer Kälberseminar
Das 1. Schweizer Kälberseminar findet vom 22. bis 25. März statt und steht für mehr Freude und Erfolg im Kälberstall. Es fördert die Weiterentwicklung der persönlichen und konsequenten Strategie in der Kälberaufzucht, es unterstützt mit Grundlagenwissen, Betriebsbesuchen, gezieltem Wissensaustausch unter Teilnehmenden und wird durch unabhängiges Coaching geleitet. Weiter legen die Organisatoren besonderen Wert auf einfache, kostengünstige Bau- und Umbaulösungen und vor allem effiziente Arbeitsabläufe ab Geburt bis zum Abtränken. Spannende Inputs von Nathalie Roth und Thyas Künzle (beide LZSG) und weiterer bekannter Grössen rund um frohwüchsige Kälber wie Marianne Kohlmeyer (Kälbercoach), Peter Zieger (Kälberblogger) und auch Christian Manser (kuhsignale.ch) runden das Seminar ab.
Weitere Infos unter www.lzsg.ch
