Vier-Rassen-Eliteschau: Eine Hommage an die Zuchtarbeit

Bereits zum 21. Mal fand die Vier-Rassen-Eliteschau in der Olma-Arena statt. Unter fachkundiger Leitung der Juroren wurden die fünf Missen der Rassen Holstein, Fleckvieh, Jersey, Brown Swiss und Original Braunvieh erkoren. Die hervorragende Qualität war kaum zu überbieten.

Die fünf Missen der 21. Olma-Eliteschau der Rassen Jersey, Original Braunvieh, Brown Swiss Fleckvieh und Holstein (von links) zeigten sich in Topform.
Die fünf Missen der 21. Olma-Eliteschau der Rassen Jersey, Original Braunvieh, Brown Swiss Fleckvieh und Holstein (von links) zeigten sich in Topform.

Im Namen von Holstein Switzerland wurde die 21. Vier-Rassen-Eliteschau von Simon Wiederkehr aus Nassen eröffnet. Beim Einlaufen der ersten Kategorie mit fünf Kühen der ersten bis dritten Laktation betonte er die internationale Wichtigkeit der Holstein-Kuh als Milchrasse, die sich unter anderem mit hervorragender Futterverwertung und robusten Gliedmassen auszeichnet. Die ehrenvolle Richteraufgabe der Holstein- und Red-Holstein-Kühe durfte Alain Jungo aus Tentlingen FR übernehmen. Als Siegerin der ersten Abteilung jüngere Holstein-Kühe ging die mittelgrosse Corinne von Stefan Brunner aus Kappel am Albis hervor. Sie überzeugte mit viel Breite, einem sehr guten Gesamteuter mit starkem Zentralband und hatte so den Vorrang gegenüber der zweitplatzierten Doreen aus dem Stall von Heinz Meier aus dem zürcherischen Kyburg.

Die zweite Abteilung mit älteren Holstein-Kühen präsentierte sich mit Stärken in allen Merkmalen. Der erste Rang ging an die älteste Kuh, Aileen, aus dem Stall von Erich Walder, Buch am Irchel im Kanton Zürich, die zugleich auch den Miss-Holstein-Titel abräumte. Richter Alain Jungo beschrieb sie als ausbalancierteste Kuh, sehr jugendlich, sehr milchtypisch mit sensationellem Euter und vier Topgliedmassen. Sie hatte den Vorrang zur zweitplatzierten Flash von David Frey aus Affoltern am Albis ZH, da sie noch etwas mehr Milchcharakter zeigte.

Fleckvieh im Fokus

Der Einmarsch der ersten Abteilung jüngere Fleckvieh wurde durch Matthias Schelling, Direktor von Swissherdbook Zollikofen kommentiert. Auf den ersten Rang der fünf Erstlaktierenden stellte Richter Alain Jungo die junge Red-Holstein-Kuh Gina von Remo Frauchiger aus dem zürcherischen Bauma. Sie überzeugte mit ihrem absolut perfekten Beckenausbau, gutem Voreuter und starkem Zentralband und erhielt so gegenüber der zweitplatzierten Maja von Heinz Meier aus Kyburg den Vorrang. Die zweite Abteilung der älteren Red-Holstein-Kühe präsentierte sich mit viel Qualitäten in unterschiedlichen Merkmalen. Das Rennen um den Sieg der sechs zweit- bis viertlaktierenden Kühen gewann Frosinone von Stefan Gut-Bleuler aus Birmensdorf im Kanton Zürich, die auch den Championtitel der Kategorie Fleckvieh holte. Sie zeigt den modernen Typ Kuh mit solider Lende, Topbecken und starkem Zentralband und hob sich von ihren Konkurrentinnen durch ihre noch etwas bessere Beckenstruktur und Topgliedmassen ab. Die Attractio-Tochter verkörpert die Rasse mit ihrer Ausgeglichenheit und Ruhe, der optimalen Beckenlage und -breite sowie dem sensationellen Euter, welches perfekt zum Körperbau passt.

Für das Richten der Jersey- wie auch der Braunvieh-Tiere durfte der junge und erfolgreiche Richter Roman Schirmer aus Goldingen das Zepter übernehmen. André Stalder als Präsident des Vereins Swiss Jersey stellte die fünf eleganten Jersey-Kühe aus dem Gastkanton Zürich kurz vor, währenddem sich Roman Schirmer an das Einstellen der qualitativ hochstehenden Kategorie machte. Die gewählte Miss Jersey Alaska von Christian Steiner aus Wernetshausen überzeugte mit sehr viel Breite und Flankentiefe, einem idealen Becken, einem tollen Fundament wie auch einem hoch und breit aufgehängten Euter. Sie konnte sich dadurch gegenüber der zweitrangierten Fanny von Roland Duss aus Hinwil im Kanton Zürich, den entscheidenden Vorteil verschaffen.

Immer beliebtere OB

Der bekannte und erfahrende OB-Züchter Felix Honegger aus Hinwil erklärte an den acht Vertreterinnen der Rasse Original Braunvieh in der Arena die rassentypische Bemuskelung der Zweinutzungsrasse, die genügsam, alptauglich und dadurch im Berggebiet auf dem Vormarsch ist. Der heutige Anteil an OB-Tieren innerhalb des Braunviehs hat die Zehnprozentmarke geknackt, was den Beliebtheitsgrad dieser Rasse bestens aufzeigt. Unter versiertem Blick von Roman Schirmer wurden die acht OB-Kühe von der ersten bis zur siebten Laktation begutachtet und anschliessend von ihm rangiert. Die Spitzenkuh und diesjährige Miss Olma Original Braunvieh Viola von Duri Campell aus dem bündnerischen Chapella in zweiter Laktation überzeugte den Richter als äusserst komplette Kuh mit guter oberer Linie, breitem Becken, Topfundament im Winkel und in der Ausprägung. Vize-Miss und beste selbst gezüchtete Kuh wurde Fadrina von Felix Honegger aus Hinwil. Mitten unter die OB-Kühe gesellte sich auch der vielversprechende Olma-Stier Wädi, ein Fortuna-Sohn von Matthias Aemisegger, der gut 1140 Kilo Lebendgewicht auf die Waage bringt. Er ist amtierender Vize-Mister OB Zug und hat bereits 18 weibliche Nachkommen. Er kommt aus einer sehr euterstarken Familie und seine Grossmutter Waldi durfte die höchste Zuchtfamilie mit 90 Punkten bei den OB-Tieren stellen.

Ein bedeutender Höhepunkt der diesjährigen Eliteschau war die Präsentation der beeindruckenden Zuchtfamilie von Sprechers Amuro Lindsay mit fünf weiblichen Nachkommen von Christian Sprecher aus Wald AR. Sie erreichte hervorragende 41 Punkte in den inneren Werten und eine Gesamtpunktzahl von 90 Punkten. Lindsay zeichnet sich als herausragende Vererberin aus, die ihre Qualitäten sehr gut an ihre Nachkommen weitergibt.

Leistungsstarke Tiere

Mit dem Einlauf der 100 000er-Kühe zeigte sich anschliessend das Potenzial von langlebigen, gesunden und fruchtbaren Kühen als lebende Beweise der langjährigen Zuchtarbeit und der optimalen Betreuung der Kühe durch die Betriebsleiterfamilien. Unter den präsentierten Kühen hat es gleich mehrere mit bekannten Kuhfamilien, was auch den Wert der jahrelangen Zuchtarbeit widerspiegelt. Beispielsweise Meihowa Vasir Jakson, die mit Jakarta, einstiger Olma-Champion 2014, eine bekannte Grossmutter und eine starke Kuhfamilie im Hintergrund hat.

Als Kommentator der Brown-Swiss-Kühe stieg Stefan Knecht aus dem zürcherischen Feldbach aufs Podest, währenddessen die erste Abteilung von fünf BS-Kühen in erster Laktation in die Arena einmarschierte. Sehr gute Kaseinwerte der Rasse Braunvieh, gute Abkalbeeigenschaften und Langlebigkeit betonte er als zentrale Ziele der Zuchtarbeit. Als Siegerin der ersten Abteilung der jüngeren Erstlaktierenden ging Valmeta von Andrin und Domenik Ledergerber aus Herrliberg, Kanton Zürich, hervor, die zweite Abteilung der älteren Erstmelkenden entschied Cadalberts Pete Nozza aus dem Stall von Matthias und Melanie Vitali aus Olivone im Kanton Tessin für sich. Sie wurde zugleich auch Schöneutersiegerin ihrer Abteilung. Beide Jungkühe präsentierten sich als sehr komplett mit starkem, funktionellem Fundament und Topeuter mit idealem Zentralband und korrekten Zitzen in Form und Stellung. In der dritten Abteilung der jüngeren zweitlaktierenden Brown-Swiss-Kühe siegte Tischhausers Pete Alessia im Besitz von Hansueli Lanker aus Waldstatt als kompletteste Kuh mit stabiler oberer Linie, einem überzeugenden Euter mit hohem Nacheuter. Die vierte Abteilung der älteren Zweitlaktierenden fiel insgesamt mit viel Qualität auf, allen voran die Kuh Daline von Danilo Taddei ebenfalls aus dem Tessin (Leontica). Der Richter bezeichnete ihre Stärke mit einem Hammereuter, viel Breite und einem funktionellen Fundament. In der fünften Abteilung präsentierten sich weitere acht Spitzenkühe der dritten und vierten Laktation in wunderbarer Manier. Lennox Aurelia aus der Zucht von Konrad Keller aus Hundwil beeindruckte den Richter auch in diesem Jahr wieder. Er setzte die komplette mittelgrosse Kuh mit einem topfunktionellen Euter (EX97) an die Spitze ihrer Kategorie.

Herausragende Qualität

Mit dem Einmarsch der letzten Kategorie der älteren Brown-Swiss-Kühe ab der vierten Laktation zeigte sich einmal mehr die herausragende Qualität an der 21. Eliteschau der Olma. Der erste Rang ging an NZ Saas BS Calvin Palmira, einer Calvin-Tochter, aus dem Stall von Renzo Blumenthal aus dem bündnerischen Vella. Palmira hat ihre Höchstleistung mit 9330 Kilo in der zweiten Laktation erzielt. Die jugendliche und feine Kuh setzte sich ebenfalls als Miss Olma Brown Swiss mit ausgezeichneten Qualitäten, viel Breite, langem, breitem Becken, Topfundament und einem Hammereuter, mit dem sie auch den Schöneuterpreis ihrer Kategorie abholte, durch. Sie verdrängte die ebenfalls hervorragende Häsis Blooming Furka aus der Zucht von Ivo Hengartner aus Zihlschlacht auf den zweiten Platz, da Palmira ein noch etwas ausgeprägteres Zentralband auswies. Den Ehrenplatz der Championwahl ging an Tischhausers Pete Alessia, die am Abend als Vize-Miss vom Platz ging. Das sensationelle Euter von Palmira mit noch stärkerer Voreuterverbindung gegenüber Alessia machte den Schlussentscheid aus.

Den Titel Miss Genetik holte sich Etterlins BS Palmer Violina von René Etterlin aus Obfelden im Kanton Zürich mit einem sehr hohen Gesamtzuchtwert von 1359. Ihre langlebige Grossmutter Valbella mit 141 000 Kilo Lebensleistung war die Mutter des bekannten Fitness-Stiers Silverstar.

Die 21. Vier-Rassen-Eliteschau fand trotz teils kräftigen Regens mit viel fachkundigem Publikum statt. Die hervorragende Qualität der präsentierten Kühe bot viel und war eine Hommage an die überaus wertvolle Zuchtarbeit unserer leidenschaftlichen Milchviehhalter.

Als Miss Olma Brown Swiss überzeugte Palmira aus dem Stall von Renzo Blumenthal. Bilder: Braunvieh Schweiz
Als Miss Olma Brown Swiss überzeugte Palmira aus dem Stall von Renzo Blumenthal. Bilder: Braunvieh Schweiz

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