Die Blauschwarze Holzbiene ist Biene des Jahres 2026

Zum zweiten Mal hat Bienen Schweiz zusammen mit der Schweizer Bevölkerung die Biene des Jahres gewählt. Klare Siegerin ist die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea). Sie ist mit einer Körperlänge von fast drei Zentimetern die grösste Wildbienenart in der Schweiz.

Zur Auswahl standen drei Wildbienenarten, die verschiedene Eigenschaften der Bienenwelt repräsentierten. Die Blauschwarze Holzbiene konnte sich im Rennen um den Titel gegen die Glockenblumen-Scherenbiene und die Gelbbindige Furchenbiene klar durchsetzen. «Mit der Wahl möchten wir auf die Vielfalt der verschiedenen Bienenarten und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse aufmerksam machen», erklärt Sarah Grossenbacher, Redaktorin der Schweizerischen Bienen-Zeitung. «Die Blauschwarze Holzbiene beeindruckt durch ihre Grösse, ihre blau-violetten Flügel und ihren laut-brummenden Flug. Sie zeigt eindrücklich, wie faszinierend und vielfältig die Welt der Wildbienen ist.»

Wenig wählerische Holz-Liebhaberin

Mit einer Grösse bis zu drei Zentimetern zählt sie zu den grössten Wildbienen Europas und ist dennoch besonders sanft. Erkennbar ist sie an ihrem schwarzen Körper, den dunklen Haaren und den blau-violetten Flügeln. Ihren deutschen Namen verdankt sie ihrer besonderen Nistweise: Sie nagt fingerdicke, bis zu 30 Zentimeter lange Gänge ins Holz und verwendet das dabei entstehende Sägemehl, um mit Speichel Trennwände zwischen den Brutkammern zu bauen. In jede Zelle legt sie ein Ei und einen Pollenvorrat.

Holzbiene
Eine Holzbiene am Nagen. Bild: Bienen Schweiz

 

Mit klassischen Insektenhotels kann die Blauschwarze Holzbiene nichts anfangen. Sie ist auf sonnenbeschienene Totholzstrukturen wie abgestorbene Bäume oder dicke Äste angewiesen. Bevorzugt wird totes, aber noch festes Laubholz, etwa von Pappel, Weide oder Apfel.

Bei der Nahrungssuche ist die Blauschwarze Holzbiene wenig wählerisch. Sie zeigt jedoch eine Vorliebe für Lippen- und Schmetterlingsblütler. So kann man sie besonders häufig an Platterbsen oder Muskatellersalbei beobachten. Wer diese Pflanzen im Garten setzt, hat gute Chancen, diese auffällige Wildbiene zu beobachten.

Knapp die Hälfte der Wildbienen ist gefährdet

Während die Holzbiene relativ häufig ist, stehen viele andere Wildbienenarten unter Druck: Knapp die Hälfte gilt heute als gefährdet. Sie sind auf bestimmte Nistplätze – etwa Totholz, Pflanzenstängel oder offene Bodenstellen – sowie auf ein vielfältiges Blütenangebot angewiesen. Einige Arten sind sogar hochgradig spezialisiert und nutzen nur einzelne Pflanzengattungen oder -familien, wodurch sie besonders anfällig auf Veränderungen in der Landschaft reagieren. Neue Herausforderungen wie die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) belasten die Bestäuber zusätzlich.

Mut zu mehr Vielfalt

Wer der Blauschwarzen Holzbiene geeignete Lebensräume bietet – etwa sonnige

Totholzstrukturen und ein vielfältiges Blütenangebot,  tut automatisch auch etwas für viele andere Wildbienen, einschliesslich der spezialisierten Arten. Ein Mosaik aus Pflanzen und Strukturen – von offenen Bodenstellen über abgestorbene Pflanzenstängel bis zu einheimischen Blumen und Hecken – ergänzt das Angebot und schafft wertvolle Nist- und Nahrungsplätze für viele Bestäuberinnen.

Die Blauschwarze Holzbiene ist die Biene des Jahres 2026. Sie fällt besonders durch ihren schwarzen Körper und die blauschimmernden Flügel auf. Bild: Bienen Schweiz

Blühflächenprogramm von Bienen Schweiz

«Um den knappen Nahrungsressourcen und den schwindenden Nistmöglichkeiten entgegenzuwirken, setzt sich Bienen Schweiz mit dem Blühflächenprogramm aktiv für die Gestaltung von Lebensräumen ein», so Mathias Götti Limacher, Geschäftsführer von

Bienen Schweiz. Ein wichtiger Bestandteil des Programms bilden die Beratungen, die von

Fachpersonen durchgeführt werden und so nicht nur zu mehr blühenden Flächen auch im Sommer und Spätsommer verhelfen, sondern eben auch auf das Thema sensibilisieren. In den letzten drei Jahren konnten über 1 Million Quadratmeter geschaffen werden. Für 2026 sind rund 400’000 Quadratmeter geplant.

*Bienen Schweiz

 

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

stgallerbauer.ch Newsletter
Seien Sie die Ersten, um neueste Updates und exklusive Inhalte direkt in Ihren E-Mail-Posteingang zu erhalten.
Anmelden
Sie können sich jederzeit abmelden!
close-link