Effizient und modern: Automatische Fütterung in der Rinder- und Munimast
Automatische Fütterungssysteme revolutionieren die Rinder- und Munimast. Sie bieten frisches Futter rund um die Uhr, steigern die Futteraufnahme und fördern das Tierwohl.
Aktualisiert: 30. November 2024

Ruhe im Stall, frisches Futter, kostengünstige Futterkomponenten und gutes Tierwohl sind die wichtigsten Herausforderungen für eine erfolgreiche Rinder- und Bullenmast. An einem Lely Webinar diskutierten Muni- oder Bullenmäster mit den Lely-Management-Beraterinnen Dagmar Überle und Merel de Baat sowie dem Landwirt Thomas Metzger, was ein Automatisches Fütterungssystems AFS dazu beitragen kann.
Kontinuierliche Futterversorgung: Vorteile für Wachstum und Gesundheit
Thomas Metzger ist Bullenmäster in Bayern und hat in seinen neuen, zweireihigen Stall Platz für 264 Mastbullen, die er zuvor im Kälber- und einem Vormaststall aufzieht. Er füttert die Fleckviehbullen von etwa 300 Kilo bis 750 Kilo mit einem Lely-Vector und lässt diesen drei verschiedene Futterrationen mischen und ausdosieren. Die Rationen bestehen aus Silomais, Corn Cob Mix (CCM), Soja, Wintergerste, etwas Körnermais, Stroh und zwei bis drei Prozent Grassilage. Als ausschlagegebende Faktoren für den Betriebserfolg nennt der Landwirt hohe Tageszunahmen, geringe Futterkosten und wenig Arbeit.

Das automatische Fütterungssystem hilft Kosten zu sparen
Hohe Tageszunahmen lassen sich dann erreichen, wenn das Futter bedarfsgerecht gemischt wird und es frisch sowie ständig verfügbar ist. Der Lely Vector trägt dazu bei, indem es die Futterration nach Vorgabe mischt und frisches Futter in kurzen Intervallen am Futtertisch vorlegt. Auf die Futterkosten hat das AFS keinen direkten Einfluss, aber es hilft, Futter zu sparen, da wenig Restfutter am Futtertisch liegen bleibt. Der Vector misst mittels Laserstrahl die Futterhöhe am Futtertisch und teilt erst dann wieder Futter aus, wenn der Tisch leer gefressen ist. Man spricht von bedarfsorientierter Fütterung, bei der die Bullen praktisch das ganze Futter fressen. «Ich reinige meinen Futtertisch praktisch nicht», sagt Metzger. Doch das setzt voraus, dass das Futter den Bullen schmeckt.
Mastbullen können nur dann eine gute Leistung erbringen, wenn es ihnen wohl ist, das heisst, wenn sie gesund sind und tierfreundlich gehalten werden. Voraussetzung ist, dass die Tiere genügend Platz haben, um einander ausweichen zu können. Von Vorteil ist ein Auslauf ins Freie mit zwei Türen. Auch zum Fressen benötigen die Tiere genügend Platz. Da meistens mehr Tiere in einer Bucht sind als Fressplätze vorhanden sind, ist es wichtig, dass die Bullen nicht um einen Fressplatz streiten müssen. Ist immer Futter vorhanden, dann können auch rangniedere Tiere in Ruhe fressen. Das Auge des Landwirtes bestimmt, wie oft neues Futter vorgelegt wird, das heisst, wie der Landwirt das AFS programmieren muss. Wird zu oft gefüttert, kommt es zu mehr Restfutter. Wird zu wenig oft gefüttert, dann gibt es beim Fressen mehr Auseinandersetzungen. Die Tiere wachsen auseinander.

Wie automatische Fütterungssysteme den Arbeitsalltag erleichtern
Der Hauptgrund, warum Bullenmäster Metzger, ein AFS eingebaut hat, liegt in der Arbeitsersparnis und der grösseren Flexibilität bei der Arbeitseinteilung. Früher benötigte er etwa anderthalb Stunden pro Tag zum Füllen des Mischwagens, zum Mischen und Ausdosieren. Jetzt entfalle diese Arbeit. Dafür muss er zwei bis drei Mal pro Woche die Lagerbehälter in der Futterküche befüllen. Dafür rechnet er pro Woche mit vier bis fünf Stunden. Die wöchentliche Arbeitszeit wird damit ungefähr halbiert und der Landwirt kann seine Zeit flexibler einteilen. Auf der anderen Seite können plötzlich dringende Reparaturen anfallen. «Es geht dann etwas kaputt, wenn es am wenigstens passt», sagt der Landwirt. Oft liege es nur daran, dass eine Batterie ersetzt werden muss, aber manchmal brauche es auch schnell ein spezielles Ersatzteil oder sogar den Servicetechniker auf dem Hof. Technik unterstützt, aber macht auch abhängig. Deshalb ist eine gute Zusammenarbeit mit dem Hersteller wichtig.
Automatische Fütterungssysteme lassen sich in bestehende Ställe einbauen
An seiner automatischen Fütterung schätzt Metzger auch, dass die Tiere ruhiger sind als früher, denn es gibt immer genügend frisches Futter. Wenn der Verteilwagen über den Futtertisch fährt, stehen nicht mehr alle Tiere auf und wollen miteinander fressen. Das hat allerdings den Nachteil, dass der Landwirt nicht auf einen Blick sieht, ob ein Tier krank ist. Dafür müsse man die Tiere genauer beobachten und das Auge schulen, sagt der Landwirt. Eine mobile, nicht überwachte, automatische Anlage muss besondere Sicherheitsstandards erfüllen. Dazu gehören eine Notaus-Taste, ein Anfahrschutz und genügend Abstand zu festen Einrichtungen, so dass es nicht zu Quetschungen kommen kann. Nicht zuletzt muss die Futterküche mit den verschiedenen automatischen Fördergeräten sicher und abschliessbar sein. Ein grosser Vorteil von automatischen Fütterungssystemen ist, dass sie nicht viel Platz benötigen, selbständig von der Futterküche zum Stall fahren und sich in bestehende Ställe einbauen lassen.
Füllen des Mischers
Checkliste
Arbeitsersparnis: Reduzieren Sie den täglichen Arbeitsaufwand durch automatisierte Fütterung.
Futtereffizienz: Stellen Sie sicher, dass stets frisches Futter verfügbar ist, um die Futteraufnahme zu maximieren.
Tierwohl: Fördern Sie die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Tiere durch kontinuierliche Futterversorgung.
Flexibilität: Planen Sie die Integration des AFS in Ihre bestehenden Stallstrukturen.
Wirtschaftlichkeit: Analysieren Sie die Investitionskosten im Verhältnis zu den langfristigen zeitlichen Einsparungen.

