Bessere Silage dank Siliermitteln

Siliermittel sind eine sinnvolle Lösung, um bei der Konservierung von Nassfutter die Futterqualität zu sichern, Nährstoffverluste zu minimieren und die Nacherwärmung zu verhindern.

Eine saubere Ernte ist ebenso wichtig wie der gezielte Einsatz von Siliermitteln. Bild: zVg.
Eine saubere Ernte ist ebenso wichtig wie der gezielte Einsatz von Siliermitteln. Bild: zVg.

Auf Futtermitteln befinden sich stets verschiedene Mikroorganismen – sowohl nützliche als auch schädliche. Ziel des Silierprozesses ist es, die Aktivität der Milchsäurebakterien gezielt zu fördern. Durch die Milchsäuregärung wird der pH-Wert der Silage rasch abgesenkt, wodurch unerwünschte Prozesse wie die Vermehrung von Fäulniserregern oder Schimmelpilzen unterdrückt werden.

Damit dieser Prozess optimal abläuft, sind grundlegende Voraussetzungen entscheidend. Eine saubere Ernte reduziert unerwünschte Verunreinigungen. Zudem ist eine schnelle und ausreichende Verdichtung der Silage notwendig, da Milchsäurebakterien unter anaeroben Bedingungen wachsen und Sauerstoff den Verderb fördert.

Verbesserung Silierqualität

Zur Verbesserung der Silierqualität können verschiedene Zusatzstoffe eingesetzt werden. Man unterscheidet zwischen chemischen und biologischen Siliermitteln sowie enzymatischen Zusätzen.

Chemische Siliermittel basieren meist auf organischen Säuren oder deren Salzen. Sie senken den pH-Wert direkt ab und hemmen unerwünschte Mikroorganismen, wodurch die Gärung stabilisiert wird.

Biologische Siliermittel enthalten ausgewählte Milchsäurebakterien. Ziel ist es, die gewünschte Gärflora gezielt zu unterstützen, sodass sich diese gegenüber schädlichen Mikroorganismen durchsetzt. Dabei werden häufig verschiedene Bakterienstämme kombiniert, um sowohl eine schnelle Ansäuerung als auch eine gute Stabilität zu erreichen.

Homofermentative Milchsäurebakterien wandeln Zucker effizient in Milchsäure um und sorgen für eine rasche pH-Absenkung. So wird das Siliergut schnell konserviert und die Nährwerte bleiben erhalten.

Heterofermentative Milchsäurebakterien bilden zusätzlich Essigsäure, die das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen hemmt und somit die aerobe Stabilität der Silage nach dem Öffnen verbessert und die Verluste an Trockenmasse verringert.

Enzyme einsetzen

Bei Futtermitteln mit niedrigem Zuckergehalt und hohem Proteingehalt, wie zuckerarmen Gräsern, Leguminosen oder Kräutern, ist es sinnvoll, zusätzlich zu den Milchsäurebakterien noch Enzyme einzusetzen. Diese helfen dabei, den im Futter enthaltenen Zucker freizusetzen und somit den Milchsäurebakterien für die Fermentation zur Verfügung zu stellen.

Neben der Konservierung beeinflussen Siliermittel auch die Verdaulichkeit und Schmackhaftigkeit der Silage. Eine gezielte Steuerung der Gärung trägt dazu bei, wertvolle Nährstoffe besser zu erhalten und die Futteraufnahme zu fördern. Eine stabile und kontrollierte Milchsäuregärung führt in der Regel zu einer gut akzeptierten Silage. Fehlgärungen hingegen, wie eine starke Buttersäurebildung, können den Geruch und Geschmack negativ beeinflussen und die Futteraufnahme deutlich reduzieren.

Wirksames Hilfsmittel

Zusammenfassend sind Siliermittel ein wirksames Hilfsmittel, um die Qualität und Stabilität von Silagen gezielt zu verbessern. Sie unterstützen eine korrekte Gärung, reduzieren Nährstoffverluste und tragen dazu bei, die Futteraufnahme zu sichern.

Dennoch ersetzen Siliermittel keine gute Silierpraxis, sondern ergänzen diese sinnvoll. Nur das Zusammenspiel aus sauberer Ernte, guter Verdichtung und dem gezielten Einsatz von Zusatzstoffen führt zu einer hochwertigen und schmackhaften Silage.

*Die Autorin ist regionale Verkaufsleiterin bei Multiforsa

Das könnte Sie auch interessieren

stgallerbauer.ch Newsletter
Seien Sie die Ersten, um neueste Updates und exklusive Inhalte direkt in Ihren E-Mail-Posteingang zu erhalten.
Anmelden
Sie können sich jederzeit abmelden!
close-link