Wichtige Energiethemen an MBRsolar-Event vertieft

Am Samstag, 16. August 2025 lud die MBRsolar AG die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür in die neu errichtete Lagerhalle in Wängi ein. In drei Fachreferaten wurden die Themen Energiemarkt, Energievermarktung, Batteriespeicher und Eigenverbrauchsoptimierung vertieft.

Sie informierten über erneuerbare Energien und Entwicklungen am Energie- markt : Marcel Thoutberger, Christian Wolf und Simon Bolli (von links).
Sie informierten über erneuerbare Energien und Entwicklungen am Energie- markt : Marcel Thoutberger, Christian Wolf und Simon Bolli (von links).

Christian Wolf, Geschäftsleitung/Leitung Vertrieb bei der MBRsolar AG, begrüsste die Besucher in den Räumen der neuen Lagerhalle in Wängi zum Referateblock. In seinen Ausführungen standen Batteriespeichersysteme im Fokus. Er sagte, dass das Batteriespeichersystem für eine nachhaltige Energiewende ein Schlüsselelement sei. Einer der Vorteile des Systems sei, dass durch den Batteriespeicher der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms maximiert werde. Dies reduziere die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz und senke die Stromkosten. Zudem seien moderne Batteriespeicher mit intelligenter Technologie ausgestattet, die den Energiefluss optimal steuern und eine nachhaltige Energieversorgung gewährleisten. Gemäss Wolf ist der Batteriespeicher wirtschaftlich, wenn die Nutzungsdauer passt und die Grösse des Speichers richtig dimensioniert ist. Die Batteriegrösse definiert das «Hazard Level» (Gefahrenklassifizierung) und die Massnahmen bezüglich des Brandschutzes.

Wirtschaftlichkeit im Fokus

Christian Wolf stellte fest, dass es für Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) noch keine Brandschutznorm gibt. Jeder Kanton, jede Gemeinde suche individuelle Lösungen. Der Markt und die Grösse der Systeme wachse exponentiell; mit einer neuen VKF-Brandschutzrichtlinie sei voraussichtlich erst in zwei Jahren zu rechnen.

Der Energiepreis wird von der Börse definiert: Da Solarstrom zu den fluktuierenden Energien gehört, hat er einen schlechten Stand an der Börse. Immer mehr Netzbetreiber wechseln auf die Variante «Referenzmarktpreis», die Energieverordnung lässt das zu. Nach dem «Ja» bei der Volksabstimmung zum Stromgesetz gelten ab 2026 schweizweit vereinheitlichte Regeln für die Abnahme von Solarstrom, inklusive Mindestvergütungen für Anlagen mit einer Leistung von weniger als 150 Kilowatt. Die Mindestvergütung soll bei tiefen Marktpreisen eine Amortisation über die Lebensdauer einer PV-Anlage sicherstellen. «PV-Anlagen für den Eigenverbrauch sind wirtschaftlich, sofern die Eigenverbrauchsquote bei über 30 Prozent liegt», sagte Christian Wolf.

Neues Stromgesetz

Simon Bolli von der Fleco Power AG, einer Produzentenorganisation und Tochterfirma der MBR- Solar, thematisierte Entwicklungen am Strommarkt. Er erörterte, wie zukünftig mit dem neuen Stromgesetz der Marktpreis schweizweit Grundlage für die Rückliefervergütung wird. Die Höhe der Vergütung der Stromversorger richtet sich bis Ende 2025 weiterhin nach den vermiedenen Beschaffungskosten gleichwertiger Energie.

Ab Januar 2026 richtet sich die Höhe der Vergütung am vierteljährlich gemittelten Referenzmarktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung. Für den Fall von tiefen Marktpreisen hat der Gesetzgeber Minimalvergütungen für Anlagen bis zu einer Leistung von 150 Kilowatt eingeführt. Diese kommen zur Anwendung, falls die Referenzmarktpreise tiefer als die Minimalvergütungen liegen.

Die steigende Volatilität am Strommarkt bietet aber auch neue Chancen für die Zusatzvermarktung von Batteriespeichern am Energiemarkt. Fleco Power bündelt Batteriespeicher zu einem «virtuellen Grossspeicher» und nutzt diesen beispielsweise für die Vermarktung von Flexibilität zur Netzstabilisierung am Regelenergiemarkt sowie für Arbitragegeschäfte* im Energiehandel. Dadurch können gemäss Simon Bolli erhebliche Zusatzerträge für Betreiber von Batteriespeichern erwirtschaftet werden.

Die MBR Solar AG lud zum Tag der offenen Tür und zur Besichtigung der neuen Lagerhalle ein.
Die MBR Solar AG lud zum Tag der offenen Tür und zur Besichtigung der neuen Lagerhalle ein.

Vermarktung von Strom

Für Photovoltaikstrom kommen die Rückliefertarife zunehmend unter Druck. «Deshalb sollte eine Erweiterung des Eigenverbrauchs über die lokale Vermarktung angestrebt werden», informierte Simon Bolli. Mit dem neuen Energiegesetz und der Einführung von lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sei dies ab 2026 möglich, erklärte er weiter. Eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft verbindet Produzenten und Verbraucher von Strom in derselben Gemeinde direkt über das bestehende Stromnetz. So wird lokaler, erneuerbarer Strom dort genutzt, wo er erzeugt wird.

Eine LEG schaffe einen Mehrwert für alle Beteiligten. Verbraucher profitieren von günstigem Strom, Produzenten erzielen bessere Erträge, als dies in der Rücklieferung möglich ist. Für den direkt gelieferten Strom gilt ein reduziertes Netzentgelt, was weitere Einsparungen ermöglicht.

Marcel Thoutberger, Verkaufsmanager bei Watts.ch, stellte modulare Batteriespeicherlösungen vor. Mit diesen sollen Energiekosten gesenkt, die Versorgungssicherheit erhöht und die Nachhaltigkeit gefördert werden. Für die Landwirtschaft wird beispielsweise ein dreiphasiges Batteriesystem angeboten, das für die Eigenverbrauchsoptimierung oder Lastspitzenkappung einsetzbar ist.

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