Wasserknappheit auf St.Galler Alpen: Wer hilft im Notfall?

Trockenperioden bringen die Wasserversorgung auf St. Galler Alpen an ihre Grenzen. Zwei Kantonsräte wollen deshalb klären lassen, wer im Notfall zuständig ist, welche Hilfe möglich wäre und ob auch die Armee Wassertransporte unterstützen könnte.

Dieser Brunnen ist gut gefüllt. In längeren Trockenperioden kann das Wasser auf Alpen jedoch knapp werden. Bild: Franziska Ulmann
Dieser Brunnen ist gut gefüllt. In längeren Trockenperioden kann das Wasser auf Alpen jedoch knapp werden. Bild: Franziska Ulmann

 

Um was gehts?

Bei längerer Trockenheit fehlt auf manchen Alpen Wasser für Tiere und Betrieb. Unklar ist, wer in solchen Notlagen hilft, wer Wassertransporte organisiert und wer die Kosten übernimmt. Zwei Kantonsräte wollen diese Fragen klären lassen.

 

Trockenperioden bringen die Wasserversorgung auf zahlreichen Alpen im Kanton St. Gallen zunehmend unter Druck. Besonders schwierig ist die Lage dort, wo Alpen abgelegen sind, keine Zufahrt haben oder nur ungenügend erschlossen sind. Auch Betriebe, die bereits in ihre Wasserversorgung investiert haben, können bei anhaltender Trockenheit an ihre Grenzen kommen. In einzelnen Fällen muss Wasser mit Helikoptern auf die Alpen geflogen werden. Mit der Einfachen Anfrage im Juli 2026 «Wasserversorgung auf Alpen in Trockenperioden – Zuständigkeiten und Unterstützung klären» (61.26.55) möchten die Kantonsräte Franziska Steiner-Kaufmann, Gommiswald (Die Mitte), und Fredy Louis, Nesslau (SVP), Klarheit schaffen.

Kurzfristige Hilfe nötig

Sie schreiben in ihrem Vorstoss, dass die Verantwortung für eine ausreichende Wasserversorgung grundsätzlich bei den Alpbesitzern liege und der Kanton eine nachhaltige Infrastruktur über die Strukturverbesserungsmassnahmen unterstütze. Doch bei aussergewöhnlichen Wetterlagen könne kurzfristig zusätzliche Hilfe nötig werden.

In der Vergangenheit wurden Wassertransporte je nach Situation von Gemeinden, regionalen Krisenstäben, der Armee oder privaten Organisationen unterstützt. Heute ist laut Vorstoss jedoch unklar, wer in einer akuten Notlage die Koordination übernimmt, welche Hilfsangebote bestehen und unter welchen Bedingungen sie beansprucht werden können. Diese Unsicherheit belaste die betroffenen Alpbewirtschafter zusätzlich.

Zuständigkeiten abklären

Die beiden Kantonsräte wollen deshalb von der Regierung wissen, wie sie die heutige Organisation der Hilfe beurteilt und ob eine zentrale Anlaufstelle nötig ist. Zudem schlagen sie einen runden Tisch mit Gemeinden, Ortsgemeinden, Re-gionen, Landwirtschaft, Zivilschutz, Armee und weiteren Organisationen vor. Dort sollen Zuständigkeiten, Abläufe und Unterstützungsmöglichkeiten geklärt werden.

Weiter soll die Regierung Stellung dazu nehmen, ob bei höherer Gewalt Wassertransporte auf Alpen ohne Zufahrt rasch und unbürokratisch organisiert werden sollen. Schliesslich fordern die Vorstösser, dass sich der Kanton beim Bund für einen stärkeren Einbezug der Armee sowie für klare Regeln bei Zuständigkeiten, Kostenübernahme und Abläufen einsetzt.

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