St.Galler Bauernverband distanziert sich von Abstimmungssujet zu Wil West

Am 8. März 2026 entscheidet die St. Galler Bevölkerung über den Verkauf der Grundstücke Wil West und die Kompensation von Fruchtfolgeflächen. Der St. Galler Bauernverband (SGBV) betont die Meinungsvielfalt innerhalb der Landwirtschaft und distanziert sich von irreführenden Abstimmungssujets, die eine einheitliche Unterstützung suggerieren.

Am 8. März stimmt die St. Galler Bevölkerung über den Kantonsratsbeschluss zum Verkauf der Grundstücke Wil West sowie zur Kompensation von Fruchtfolgeflächen im Kanton St. Gallen ab.

Der Landwirtschaftsrat des St. Galler Bauernverbands hat an seiner Sitzung vom 19. Januar mit 19 zu 14 Stimmen die Stimmfreigabe zu Wil West beschlossen. Die Stimmfreigabe des Gremiums kam nach einer ersten Abstimmung zustande, in der zunächst über ein Ja oder Nein zur Vorlage abgestimmt wurde. Dabei resultierte zuerst ein überdeutliches Nein, bevor der Landwirtschaftsrat im Anschluss die Stimmfreigabe beschloss. (Siehe Artikel hier)

Demokratischer Entscheid

Dieses Ergebnis spiegelt die Meinungsvielfalt innerhalb der Landwirtschaft wider: Neben den Befürwortern stehen breite Kreise der Mitglieder der Vorlage kritisch gegenüber oder lehnen sie ab. Dieses knappe Ergebnis zeigt deutlich, dass innerhalb der Landwirtschaft unterschiedliche Auffassungen zur Vorlage bestehen. Der Landwirtschaftsrat ist breit abgestützt mit Bäuerinnen und Bauern aus verschiedenen Regionen sowie Produktionsrichtungen.

Screenshot eines Social-Media-Posts zur Wil-West-Abstimmung (inzwischen gelöscht). Bild: Screenshot Social Media

Der ganze Post war auf Instagram und Facebook zu sehen. Er wurde inzwischen in den Sozialen Medien gelöscht. Video: zVg.

Stellungnahme der Bäuerlichen Allianz für Wil West

„Der beschriebene Post wurde nicht durch die Allianz autorisiert. Er wurde wenige Minuten nach der Bekanntmachung durch die Allianz löschen lassen. Der Post erschien zudem nicht über die überparteiliche Ja-Kampagne, sondern über den Kanal einer privatorganisierten Initiative und Agentur aus dem Raum Wil“, schreibt die Bäuerliche Allianz für Wil West in einer Mitteilung am Dienstag, 24. Februar 2026.

 

Vor diesem Hintergrund distanziert sich der St. Galler Bauernverband klar vom Abstimmungssujet des Komitees «Ja zu Wil West», das mit der Aussage «Auch die Landwirtschaft ist dafür» wirbt. «Diese Darstellung erweckt den Eindruck einer geschlossenen Unterstützung durch die Landwirtschaft, was nicht den Tatsachen entspricht», schreibt der Verband in einer Mitteilung.

Eine vereinfachende oder pauschale Darstellung der Haltung der Landwirtschaft ist daher nicht korrekt. Sei es für oder gegen die Vorlage.

Boden zieht nicht um

Der Schutz von Kulturland hat für die Landwirtschaft einen hohen Stellenwert. Insbesondere die wertvollen Fruchtfolgeflächen gelte es langfristig zu sichern. In diesem Zusammenhang kritisiert der Verband auch das Sujet «Das Land geht nicht verloren. Es zieht nur um». Eine solche Aussage verharmlost den Verlust von Kulturland und wird der Bedeutung von Fruchtfolgeflächen für die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion nicht gerecht.

Der St. Galler Bauernverband erwartet eine sachliche und faire Abstimmungskampagne, die die Meinungsvielfalt in der Landwirtschaft respektiert. Die Landwirtschaft darf nicht für eine einseitige Botschaft vereinnahmt werden. Der Verband appelliert deshalb an alle Akteure, den Abstimmungskampf transparent, fair und ohne irreführende Darstellungen zu führen, damit die Bevölkerung auf Basis korrekter Informationen entscheiden kann.

 

 

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