Von PFAS bis Vegan-Zwang-Initiative: SGBV-Vorstand gefordert
Der Vorstand des St. Galler Bauernverbands hielt seine Junisitzung 2026 ab und machte den traditionellen Alpbesuch. Bei der Vegan-Zwang-Initiative ist der Einsatz aller Bäuerinnen und Bauern gefragt.

Der Vorstand des St. Galler Bauerverbands (SGBV) traf sich am Mittwoch, 24. Juni 2026 zu seiner Sommersitzung. Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands (SBV), informierte über wichtige Geschäfte, die auf nationaler Ebene laufen. Das Mercosur-Abkommen wurde in der Gesamtabstimmung im Nationalrat abgelehnt. Die vom Bundesrat vorgeschlagenen Begleitmassnahmen waren aus Sicht des Bauernverbands ungenügend. Zum ersten Mal sind 25 bilaterale Zollkontingente ausserhalb der WTO-Kontingente vorgesehen. Der Schweizer Bauernverband schlug deshalb vor, die Mittel für die Strukturverbesserungen aufzustocken. Das Geschäft geht nun an den Ständerat. Für den SBV ist klar, dass er das Abkommen ohne verbindliche Entschädigung nicht unterstützen kann.
Jetzt Fahnen aufhängen
Weiter berichtete Markus Ritter von einer erfolgreichen Medienkonferenz zum Start der Abstimmungskampagne gegen die Vegan-Zwang-Initiative. Mit Blick auf die Abstimmung vom 27. September engagiert sich der SGBV klar gegen diese Initiative. Diese betrifft nicht nur Fleisch, sondern alle tierischen Produkte. Die Mitglieder sind aufgerufen, aktiv ein Zeichen zu setzen. Die Fahnen, die in den letzten Wochen an alle Mitglieder versandt wurden, sollen bereits jetzt an möglichst gut sichtbaren Standorten aufgehängt werden. Weiter findet am 26. August der «Tag des letzten Cervelats» statt. Hierfür können sich alle über die Website des SGBV anmelden, die ihren «letzten Cervelat» als Zeichen gegen die Initiative bräteln. Ob als Event im Dorf oder im kleinen Rahmen mit Familie und Freunden, eine starke Präsenz ist entscheidend für eine erfolgreiche Abstimmung.

Ebenfalls wird den Bauernverband die AP 2030 stark beschäftigen. Diese wird im Herbst in Vernehmlassung gehen, wie der Bundesrat angekündigt hat. Künftig sollen laut Bundesrat die Direktzahlungen stärker ergebnisorientiert sein, und die Position der Produzenten am Markt soll gestärkt werden. Weiter will die neue Agrarpolitik stabile Produktionsgrundlagen und die Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette gezielt fördern.
PFAS-Weisungen aussetzen
Die PFAS-Problematik beschäftigt den Verband intensiv, wie Geschäftsführer Hansruedi Thoma berichtete. Die vom Bund Ende Mai erlassenen Weisungen führen zu grossen Herausforderungen für betroffene Betriebe. In der Sommersession hat Ruedi Thomann, Präsident des SGBV, gegenüber der Regierung wichtige Fragen gestellt, unter anderem darüber, ob sie sich der finanziellen Auswirkungen eines Verkaufsverbots für Rindfleisch wirklich bewusst sei. In diesem Zusammenhang haben Ständerat Benedikt Würth und Nationalrat Mike Egger gleichlautende Motionen eingereicht, die verlangen, dass die Weisung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen zum Vollzug der PFAS-Höchstgehalte so lange ausgesetzt wird, bis klare gesetzliche Grundlagen, praxistaugliche Lösungen sowie Unterstützungs- und Härtefallmassnahmen vorliegen. Der SGBV unterstützt diese Forderung ausdrücklich.
Auf der Geschäftsstelle konnten alle offenen Stellen wiederbesetzt werden. So ist seit Juni Nathalie Kaufmann aus Oberbüren in der Versicherungsabteilung tätig. Ebenfalls startete Nina Wagner aus Dussnang ihre Tätigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit und im Betriebshelferdienst. Im Herbst wird eine zusätzliche Person die Vakanz in der Versicherungsberatung besetzen.
Vernässung muss freiwillig sein
Im Anschluss an die Sitzung besuchte der Vorstand die Alp Tamons, die im Besitz der Ortsgemeinde Sargans ist. Zur Alp gehört eine Fläche von über 1000 Hektaren, die mit rund 500 Stück Vieh bestossen wird. In zwei Sennereien werden über den Sommer rund 9000 Kilo Alpkäse und etwa 500 Kilo Alpbutter hergestellt. Daniel Peter, Präsident der Ortsgemeinde Sargans, zeigte sich dankbar, dass er auf der Alp auf ein engagiertes Team zählen kann. Er führte die Gruppe zu einem auf der Alp gelegenen Hochmoor. Dieses wurde 2025 in Zusammenarbeit mit dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei wieder vernässt. Bereits zuvor war die Fläche Weideland von mangelnder Qualität, wie Daniel Peter erklärte.

Wie für Daniel Peter ist es auch für Präsident Ruedi Thomann wichtig, dass keine wertvollen Flächen für die Biodiversitätsförderung verloren gehen. Im Fall der Alp Tamons wurde ein unproduktives Sumpfgebiet einvernehmlich mit der Ortsgemeinde in ein aus Sicht des SGBV wertvolles Hochmoor entwickelt. «Es darf keine Flächenausdehnung für die Biodiversitätsflächen gemacht werden, dafür sollen die bestehenden Flächen wertvoll gestaltet werden», so Ruedi Thomann. Weiter müssten solche Projekte auf freiwilliger Basis beruhen.
