Politik beschäftigt Rheintaler Landwirte

Dieses Jahr trafen sich die Mitglieder der bäuerlichen Vereinigung unteres Rheintal in Diepoldsau zu ihrer Hauptversammlung. Das Projekt Rhesi und die Wahlen beschäftigen die Landwirte.

Der Vorstand mit Arnold Dürlewanger, Peter Nüesch, Christian Eugster und Bruno Sonderegger führte speditiv durch die HV (von links).
Der Vorstand mit Arnold Dürlewanger, Peter Nüesch, Christian Eugster und Bruno Sonderegger führte speditiv durch die HV (von links).

43 stimmberechtigte Landwirtinnen und Landwirte der bäuerlichen Vereinigung unteres Rheintal kamen kürzlich im Restaurant Schiffli in Diepoldsau zusammen. Sie hielten ihre Hauptversammlung (HV) unter dem Präsidium von Christian Eugster ab und verfolgten die Ausführungen von Verbandspräsident Peter Nüesch. Ausserdem stellten sich die anwesenden bäuerlichen Kantonsratskandidaten und -kandidatin vor.

Der Jahresbericht von Christian Eugster liess zunächst das bäuerliche Jahr Revue passieren. So kamen sowohl der nasse Frühling als auch der nasse Herbst zur Sprache. «Der erste Schnitt Futter wurde spät gemäht und die Qualität war nicht gut. Auch das Maissäen wurde zu einer Herausforderung», sagte Christian Eugster. Der Präsident ging kurz auf die Anlässe des letzten Jahres ein. So war man an der Rhema-Sonderschau «Natur-Erleben-Rheintal» präsent und besichtigte im Juni die SBB-Baustelle zwischen Altstätten und Rüthi auf Einladung des Vorstands der im oberen Rheintal beheimateten Landwirtschaftlichen Vereinigung Rheintal. Der Sommeranlass fand auf dem Tratthof bei Familie Nüesch mit den Referenten Martin Rufer, Esther Friedli und Markus Ritter statt und war gut besucht. Die Flurbegehung fand auf dem Hof von Ramona und Bruno Sonderegger statt, wo der neue Stall besichtigt wurde. Im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel allerdings der beim Rheintaler Maislabyrinth geplante Bauernmarkt. Die Wahlen im letzten Jahr fielen zur Zufriedenheit der bäuerlichen Vereinigung aus. Die Wahl von Esther Friedli in den Ständerat und der Rechtsrutsch bei den Nationalratswahlen wertete Christian Eugster als Erfolg für die Bäuerinnen und Bauern.

Neue Delegierte gewählt

Das Protokoll, der Jahresbericht und die Jahresrechnung, die mit einem Verlust von knapp 4000 Franken bei einem Vermögen von rund 250 000 Franken schloss, wurden einstimmig angenommen. Hanspeter Rohner aus Diepoldsau und Bruno Sonderegger aus St. Margrethen wurden als Delegierte des Schweizer Bauernverbands (SBV) gewählt.

Peter Nüesch, Präsident des St. Galler Bauernverbands (SGBV), informierte über die aktuellen Geschäfte. Für die Kantonsratswahlen konnten 38 bäuerliche Kandidatinnen und Kandidaten aufgestellt werden, die der SGVB unterstützt. Ebenfalls unterstützt der SGBV die sechs bürgerlichen Regierungsratskandidaten und Regierungsratskandidatinnen: die Bisherigen Susanne Hartmann und Bruno Dammann (Mitte), Marc Mächler und Beat Tinner (FDP) sowie die neu kandidierenden Christof Hartmann und Dana Zemp (SVP). Weiter rief Peter Nüesch bereits jetzt auf, an die kommunalen Wahlen im Herbst zu denken. Auch dort sei es wichtig, bäuerliche Vertreter zu haben. Denn beispielsweise die Ortsplanung werde auf Gemeindeebene gemacht und dort werde über neue Schutzzonen entschieden.

Der erste Schnitt Futter wurde spät gemäht und die Qualität war nicht gut.

Biodiversitätsinitiative im Herbst

Weiter machte er auf die Abstimmung vom 22. September über die Biodiversitätsinitiative aufmerksam. Das Ziel der Initianten sei es, 30 Prozent der Landesfläche als Biodiversitätsförderflächen auszuscheiden, so Peter Nüesch. Dabei handle es sich nicht nur um nichtproduktive Flächen. Bereits habe sich eine breite Allianz gegen die Initiative gebildet, bestehend aus Vertretern der Energiewirtschaft, dem Tourismus, der Bauwirtschaft, der Waldwirtschaft sowie der Landwirtschaft. Auch die Bundesfinanzen wären stark von der Annahme dieser Initiative betroffen. Er lud die Bäuerinnen und Bauern dazu ein, sich im Wahlkampf zu engagieren.

Rhesi beschäftigt weiterhin

Eine Diskussion unter den Anwesenden löste das Thema Rhesi aus. Unklar ist, wer die Kosten für die Bodenverbesserungen übernehmen soll, die mit dem überschüssigen Erdmaterial aufgrund der Renaturierung des Rheins vorgenommen werden sollen. Die Humusschicht müsse aufgrund einer Verwertungspflicht das Projekt übernehmen. Im Moment laufe allerdings noch ein Gutachten, wie genau diese Erdschicht definiert werden soll, sagte Peter Nüesch. Kantonsrat Peter Kuster verlieh der Sorge Nachdruck, dass wohl das Erdmaterial zur Verfügung gestellt werde, die Kosten für Transport und so weiter jedoch selber getragen werden müssten. Kantonsrat Walter Freund bemerkte, dass aus dem Projektbudget eigentlich nicht nur dem Hochwasserschutz und der Renaturierung etwas zukommen sollte, sondern auch der Landwirtschaft, die durch das Projekt Kulturland verliert.

Neben den bekannten bisherigen SVP-Kantonsräten Peter Kuster, Walter Freund und Peter Nüesch (bisheriger FPD-Kantonsrat) stellten sich auch weitere bäuerliche Kandidaten und eine Kandidatin anlässlich der HV vor. Es waren dies Vivienne Oggier (FDP, Beraterin LZSG, Kriessern), Michel Bischof (SVP, Landwirt, Rheineck) sowie Christian Freund (SVP, Landwirt, Eichberg).

 

Alle Traktanden wurden einstimmig gutgeheissen.
Alle Traktanden wurden einstimmig gutgeheissen.

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