PFAS-Belastung bleibt Thema im Landwirtschaftlichen Klub
Die PFAS-Problematik, das Entlastungspaket 2026 und das Projekt Wil West standen im Fokus der Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Klubs des St. Galler Kantonsrats in Flawil vom 25. Juni 2025. Bruno Schweizer wurde neu in den Vorstand gewählt.

Der Landwirtschaftliche Klub des St. Galler Kantonsrats vertritt bäuerliche Interessen parteiübergreifend in den Fraktionen. Er wirkt bei der Meinungsbildung mit und kann parlamentarische Vorstösse initiieren oder unterstützen. Derzeit sind 31 Kantonsratsmitglieder im Klub vertreten.
Wechsel im Vorstand
An seiner ersten Hauptversammlung als Präsident durfte Peter Nüesch am 25. Juni 2025 im Mattenhof Flawil 16 Kantonsräte begrüssen. In seinem Jahresrückblick ging er auf die verschiedenen Erfolge im Kantonsrat ein, die nur dank überparteilicher Zusammenarbeit entstehen konnten. So konnte im September 2024 ein Standesbegehren zu Digiflux mit einer deutlichen Zustimmung im Rat nach Bern entsendet werden. Im Vorstand wurden PFAS, Wil West und die Wolfproblematik besprochen. Am 3. Juni reichten die Kantonsräte Rolf Huber (FDP), Franziska Steiner-Kaufmann (Mitte) und Ruedi Thomann (SVP) zusammen mit 24 Mitunterzeichnern eine Interpellation ein, die wichtige Fragen zur Sicherstellung der Finanzhilfen zur Unterstützung von Gebäudesanierungen stellt.
Der Landwirtschaftliche Klub sei ein wichtiges Gremium, das parteiübergreifend Themen bewirtschafte und Erfolge erzielen könne, so das Fazit von Peter Nüesch.
Kantonsratspräsident Walter Freund trat an der Versammlung aus dem Vorstand zurück. Bruno Schweizer aus Brunnadern wurde einstimmig als sein Nachfolger und SVP-Vertreter gewählt.
PFAS-Problematik
Niklas Joos, Leiter Amt für Umweltschutz, berichtete über die weiterhin anhaltende PFAS-Problematik. Er erklärte, das diese stabilen, schwer abbaubaren Verbindungen in jeder Probe vorkämen. Die gemessenen Werte seien aber doch sehr unterschiedlich und zeigten stark erhöhte Werte im bekannten belasteten Gebiet.
Die gewählte PFAS-Strategie der Regierung setzt auf transparente Kommunikation und eine enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Trotz medialer Aufmerksamkeit und politischer Diskussionen gelte es festzuhalten, dass die Toxizität gering ist. Herausfordernd seien hingegen die hohen Entsorgungskosten und der Umgang mit belastetem Boden, insbesondere in Bau- und Gewässerbauprojekten.
Entlastungspaket 2026
Das vom St. Galler Kantonsrat beschlossene Entlastungspaket 2026 sieht Einsparungen in Höhe von 180 Millionen Franken bis zum Jahr 2028 vor, um die finanzielle Lage des Kantons zu stabilisieren. Bruno Inauen, Leiter Landwirtschaftsamt St. Gallen, erklärte, wo und in welcher Höhe Kürzungen in der Landwirtschaft geplant sind. «Das Sparpaket haben wir bürgerlichen Parteien geschnürt und wir müssen nun gemeinsam schauen, dass die Kürzungen dort erfolgen, wo es Sinn macht», brachte es Franziska Steiner auf den Punkt. «Wir landwirtschaftlichen Vertreter müssen uns gute Argumente ausdenken, um den Kelch der Einsparungen an uns vorbeiziehen zu lassen», ergänzte Rolf Huber. Die überparteiliche Zusammenarbeit ist bei diesem Thema besonders wichtig.
Diskussion um Wil West
Im Weiteren befassten sich die Versammelten mit dem Projekt Wil West und diskutierten intensiv über ein mögliches Ratsreferendum. In der ersten Lesung im Kantonsrat wurde die Vorlage mit 99 zu 14 Stimmen bei zwei Enthaltungen deutlich angenommen – ein klares Signal. Kontrovers blieb jedoch die Frage, ob das Stimmvolk erneut an die Urne gerufen werden sollte.
Befürworter eines Referendums argumentierten, dass ein solch wichtiges Projekt demokratisch breit abgestützt sein müsse, da die Stimmbevölkerung bereits früher über einen Kredit zur Erschliessung des Areals befunden habe. Andere wiederum entgegneten, dass das Projekt Wil West in mehreren Punkten weiterentwickelt und verbessert wurde. Aus landwirtschaftlicher Sicht ist der Verlust von Kulturland zweifellos ein Wermutstropfen. Gleichzeitig ist zu betonen, dass die 22 umliegenden Gemeinden auf neue Baulandumzonungen verzichten und bei einer Annahme der Vorlage 3,8 Millionen Franken in Bodenverbesserungsmassnahmen investiert werden sollen.
