Schweizer Christbäume auf Erfolgskurs

Je nach Baumart dauert es acht bis zehn Jahre, bis aus einem kleinen Samen ein verkaufsfertiger Christbaum entstanden ist. Bis ein Schweizer Christbaum in der warmen Stube steht, braucht es also viel Zeit, und hinter jedem festlich geschmückten Baum steckt sorgfältige Pflege und Fachwissen.

Fast die Hälfte aller Christbäume in der Schweiz stammen dieses Jahr aus inländischer Produktion. Bild: Renate Hodel
Fast die Hälfte aller Christbäume in der Schweiz stammen dieses Jahr aus inländischer Produktion. Bild: Renate Hodel

Die ersten Aufzeichnungen über Christbäume als allgemein üblichen Brauch reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Beliebter wurde dieser Brauch dann ab dem 18. Jahrhundert. Heutzutage werden in der Schweiz pro Jahr ungefähr 1,5 bis 1,7 Millionen Christbäume verkauft.

Ungefähr 650 Christbaumproduzentinnen und -produzenten gibt es in der Schweiz, rund 250 davon sind Mitglied der IG Suisse Christbaum. Die Dachorganisation der Schweizer Christbaumproduzentinnen und -produzenten vertritt deren Interessen auf verschiedenen Ebenen. Die Labels IG Suisse Christbaum und Schweizer Holz garantieren die Schweizer Herkunft der Christbäume.

Mehr Schweizer Christbäume

«Direktvermarkter und Grossverteiler erwarten eine stabile Nachfrage nach Christbäumen in diesem Jahr», berichtet Philipp Gut, Geschäftsführer der IG Suisse Christbaum. «Dabei wird wahrscheinlich der Trend hin zu Christbäumen aus Schweizer Produktion weiter zunehmen. Diese Entwicklung tragen erfreulicherweise auch die grossen Handelsketten und die Landi mit.» Somit wird laut Philipp Gut die Menge an inländischen Christbäumen bald über 50 Prozent ausmachen, nachdem sie noch vor 20 Jahren unter 40 Prozent gelegen ist.

Schweizer Christbäume überzeugen auch in den Bereichen Biodiversität und Nachhaltigkeit. Schmetterlinge, Käfer, Insekten, Grasfrösche, Erdkröten, Eidechsen, Blindschleichen und zahlreiche Singvögel finden in den Kulturen Unterschlupf. Pro Hektare binden Christbäume während ihrer rund zehnjährigen Wachstumszeit bis zu 145 Tonnen Kohlenstoffdioxid und produzieren gleichzeitig 105 Tonnen Sauerstoff.

Importierte Bäume

«Zum ersten Mal seit längerer Zeit werden die Preise für Schweizer Christbäume diesen Winter leicht steigen. Zieht man die Inflation der letzten zehn Jahre in der Schweiz zum Vergleich heran, so kosten die Bäume damit immer noch weniger als vor zehn Jahren. Fichten und Blautannen sind weiterhin günstig im Angebot», berichtet Philipp Gut über die diesjährige Christbaumsaison.

Markantere Preissteigerungen seien bei den importierten Bäumen, die vor allem aus Dänemark stammten, zu erwarten. «Das Hauptexportland in Europa hatte Anfang Jahr mit Spätfrost zu kämpfen und auch die Überproduktion der Vorjahre hat sich abgebaut. Daher ist das Angebot in diesem Jahr eher knapp, was zu höheren Preisen führt», erklärt Philipp Gut.

Positive Bilanz

Der Geschäftsführer der IG Suisse zieht eine positive Bilanz über die jährige Saison: «Das Wetter im vergangenen Jahr war gut für die Bäume und wir verzeichneten keine grösseren Unwetter oder Hagelschläge. Auch die im Spätherbst gesunkenen Temperaturen sind optimal, denn so sind die Bäume gut ausgereift und halten somit länger. Es ist auch ein Vorteil, dass die Bäume lokal produziert werden und nur kurz gelagert und transportiert werden.»

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