Löwenzahn im Grünland richtig managen

Der Löwenzahn breitet sich im Frühling rasch in vielen Wiesen aus. Zwar ist er für Rinder schmackhaft und nährstoffreich, doch er mindert den Ertrag und erschwert die Futterkonservierung. Mit gezielter Bewirtschaftung lässt sich sein Anteil im Bestand jedoch wirksam reduzieren.

Der Frühling ist früh dran und schon bald werden in den Tal-, Hügel- und tieferen Bergzonen wieder gelb übersäte Futterbauflächen zu sehen sein. Löwenzahn ist beim Rindvieh zwar beliebt und enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, bringt jedoch wenig Ertrag und verursacht hohe Bröckelverluste bei der Konservierung.

Zeigerart Löwenzahn

Aufgrund der tiefen Pfahlwurzel kann der Löwenzahn Wasser- und Nährstoffreserven aufbauen. Dadurch ist er trockenresistent und schwierig aus dem Bestand zu entfernen. Selbst kleine Wurzelstücke im Boden können wieder austreiben. Löwenzahn ist bei intensiven oder zu intensiven Wiesen konkurrenzstark. Er fühlt sich vor allem bei kombinierter Übernutzung und Überdüngung wohl. In Magerwiesen ist der Löwenzahn weniger anzutreffen. Zudem ist das Kraut ein Zeiger für lückige Bestände und offene Grasnarben. Entscheidend ist daher eine dichte Grasnarbe, damit die gewünschten Gräser genügend Licht erhalten und sich Löwenzahnkeimlinge nicht durchsetzen können.

Die ersten Löwenzahnpflanzen blühen. Bild: Livia Meier
Die ersten Löwenzahnpflanzen blühen. Bild: Livia Meier

Löwenzahn mähen

Wenn die Temperaturen über neun Grad steigen, Sonnenstrahlen die Wiesen erreichen und die Blüten von Kräutern und Leguminosen sich öffnen, starten auch die Bienen und Kleinlebewesen mit der Nahrungssuche. Löwenzahn zieht die Honigproduzenten an und bietet eine gute Nektarquelle. Vor dem Mähen sollten darum einige Punkte beachtet werden: Bei einem Mähdurchgang früh am Morgen oder spät am Abend wird der Bienenflug umgangen. Wenn der Bienenbesatz bei mehr als einer Biene pro Quadratmeter liegt, sollte auf den Aufbereiter verzichtet werden. Die Wiesen sollten von innen nach aussen gemäht werden, um den Insekten und Kleinlebewesen einen Ausweg zu gewährleisten. Insekten suchen zudem auch in kleinen Flächen Schutz, beispielsweise um Schächte und Steine, die nicht ausgemäht wurden.

Es ist wichtig, zu wissen, dass sich Bienen durch Geräusche und Vibrationen nicht wegscheuchen lassen. Tieferes Tempo bei einer Durchfahrt mit einer hohen Bienenbesatzung macht deshalb keinen Unterschied. Die Überlebenschance der Insekten ist bei rotierenden Mähwerken (z.B. Trommel- oder Scheibenmähwerken) um einiges tiefer als bei Mähgeräten mit Messerbalken*.

Früh mit Weiden beginnen

Durch eine zu hohe Intensität werden die erwünschten Futterpflanzen aus dem Bestand verdrängt und Löwenzahn, Blacken oder andere Lückenfüller können sich in der Lücke etablieren. Darum ist es wichtig, die Düngungs- und Nutzungsintensität dem Standort anzupassen.

Löwenzahnkeimlinge an offener Bodenstelle. Bild: Bruno Nabulon
Löwenzahnkeimlinge an offener Bodenstelle. Bild: Bruno Nabulon

Wenn der Löwenzahn zurückgedrängt werden soll, muss die Grasnarbe dichter werden. Es gilt daher, zu lange Herbstweiden mit Trittschäden als Folge zu vermeiden. Im Frühjahr ist eine Bestockung der erwünschten Gräser und Leguminosen wichtig, um die Konkurrenzkraft zu erhöhen. Ein früher Weidegang ist dazu die kostengünstigste Variante. Bei Bedarf kann die Wiesenpflege auch mit Striegeln, Eggen oder Walzen erfolgen.

Durch einen tiefen Schnitt werden Pflanzen mit flachen Wurzeln, zu denen die meisten guten Futtergräser wie Englisches Raygras oder Wiesenrispe gehören, zurückgedrängt. Sie haben einen kleineren Energievorrat in den Wurzeln und speichern einen Teil ihres Nährstoffvorrats für den Wiederaustrieb im Stängel. Da ihnen ein grosser Teil davon geraubt wurde, haben sie gegen die Konkurrenz einer Pflanze mit Pfahlwurzel (z.B. Löwenzahn oder Blacke) nur wenig Chancen. Ein hoher Schnitt ist bei der Bekämpfung von Löwenzahn daher sinnvoll.

*Die Autorinnen sind Beraterinnen am Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen

 

Der Löwenzahn

Löwenzahn enthält zahlreiche sekundären Inhaltsstoffe wie Flavonoide und Vitamine (B2: 35 mg/ 100 g; C: 28,9 mg/100 g), Mineralstoffe wie Kalium (109 mg/g) und Kalzium (20,7 mg/g) sowie Phosphor (23,9 mg /g) und Magnesium (2,56 mg/g).

 

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