Bunt und vielfältig statt aufgeräumt

Der Appenzeller Bauernverband, kantonale Behörden, Pro Natura und der WWF suchten an den diesjährigen Meisterschaften die schönsten Hecken Innerrhodens. Den ersten und den vierten Platz holten Judith und Rolf Bischofberger aus Büriswilen mit ihren vielfältigen und langen Hecken.

Die Gewinner der Heckenmeisterschaft (von links): Julia Enzler, Judith und Rolf Bischofberger, Theo Baumgartner und Bernhard Knechtle. Bild: Roger Eggenberger
Die Gewinner der Heckenmeisterschaft (von links): Julia Enzler, Judith und Rolf Bischofberger, Theo Baumgartner und Bernhard Knechtle. Bild: Roger Eggenberger

Die Biodiversität hat für die Menschen eine zentrale Bedeutung. Doch sie hat in den letzten Jahren gelitten. Innerhalb Europas steht die Schweiz bezüglich Biodiversität und Massnahmen zum Erhalt schlecht da. Der WWF, Pro Natura, der Bauernverband und die kantonalen Behörden wollen Gegensteuer geben und führen seit Jahren Wiesen- und Heckenmeisterschaften im Raum St. Gallen und Appenzell durch. Dieses Jahr waren sie auf der Suche nach den schönsten Hecken im Kanton Appenzell Innerrhoden.

Von Oberegg bis Weissbad

Judith und Rolf Bischofberger aus Büriswilen in Oberegg konnten sich mit ihren Hecken gegen die Konkurrenz durchsetzen. Gleich drei Hecken haben sie für den Wettbewerb angemeldet. Diese überzeugen mit ihrer grossen Vielfalt und weisen teilweise erstaunliche Längen auf. Judith und Rolf Bischofberger holen den ersten und vierten Rang nach Oberegg.

Eine besondere Anerkennung verdienen auch Nicole und Bernhard Knechtle, die bei Weissbad auf über 1000 Metern eine neue, mehrreihige Hecke von beachtlicher Länge gepflanzt haben. Sie werden mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Die Hecke von Samuel Eugster in Oberegg ist schon alt. Dem jungen Bauern fällt das Verdienst zu, sie erhalten zu haben. Dafür wird er mit dem dritten Platz belohnt. Ein schönes Beispiel präsentiert auch die Fünftplatzierte, Julia Enzler. Ihre Hecke steht am Rand des Siedlungsgebiets in Meistersrüte und führt den Einfamilienhausbesitzern vor Augen, was in ihren Gärten auch möglich wäre. Ihre Hecke ist noch jung und wird sich weiterentwickeln. Auch der sechste Platz von Theo Baumgartner auf über 1200 Metern Höhe beim Restaurant Eggli oberhalb von Steinegg ist eine verdiente Platzierung. Eine gepflegte Hecke auf dieser Höhe ist doch ein seltenes und schönes Beispiel.

Gute Zusammenarbeit

An der Preisverleihung im Rahmen eines Bauernbrunches auf dem Hof von Judith und Rolf Bischofberger in Oberegg würdigte Landeshauptmann Stefan Müller die Teilnehmer der diesjährigen Heckenmeisterschaft. Er unterstrich, dass die Biodiversität in der Landwirtschaft eine grosse Bedeutung habe. Ebenso zeigte er sich erfreut über die gute Beteiligung der Innerrhoder Landwirte an der Meisterschaft und die schöne Zusammenarbeit zwischen Amtsstellen, Umweltverbänden und den Landwirtschaftsbetrieben.

20 Hecken angemeldet

Für den Wettbewerb haben sich 14 Bauern mit 20 Hecken angemeldet. Nachdem Fachleute der Botanik in einem ersten Rundgang jede einzelne Hecke begutachteten und bewerteten, legte eine Jury unter den besten sechs Hecken die entsprechende Rangfolge fest.

Hecken dienen der Vielfalt

Artenvielfalt stellt sich nicht automatisch ein, weshalb botanische Schätze wie Hecken wichtig sind. Diese bieten Vögeln, Kleinsäugern und vielen anderen Arten Unterschlupf und Nahrung. Die Hecken liegen an den verschiedensten Orten, mal nahe einer Strasse oder einer Siedlung, mal abgelegen. Sie bevölkern verschiedene Klimastufen – von den tieferen Lagen Innerrhodens bis auf Höhenstufen – wo das Wachstum schon deutlich verlangsamt ist.

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