Überwintern von Balkonpflanzen

Zierpflanzen wie Geranien und Fuchsien sind eigentlich mehrjährig. Die dankbaren Sommerblüher sind jedoch bei uns nicht winterhart. In der Regel lassen sie sich aber gut überwintern.

Fuchsien und Geranien vor dem Rückschnitt.
Fuchsien und Geranien vor dem Rückschnitt.

Geranien und Fuchsien sind klassische Überwinterungspflanzen. Vor dem ersten Frost werden die Pflanzen ins Winterquartier geholt. Zur Überwinterung eignen sich Orte mit fünf bis zehn Grad. Ist der Überwinterungsort hell, behalten die Pflanzen ihre Blätter. An hellen Standorten benötigen sie aber auch mehr Wasser. Da die Pflanzen an hellen Orten weiterwachsen, werden die neuen Triebe gerne lang, dünn und blass. Diese Triebe sind vergeilt und sollten im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Um die Pflanzen gesund und mit geringem Schädlingsbefall über den Winter zu bringen, werden die Geranien und Fuchsien zurückgeschnitten. Dabei gilt, je dunkler der Überwinterungsort, umso weniger Blätter sollten an den Pflanzen sein. Mit einer scharfen Gartenschere werden die Triebe grosszügig gekürzt. Dabei darauf achten, dass nicht ins alte Holz geschnitten wird. Unter altem Holz versteht man die dickeren, laublosen Triebe mit einer meist faserigen Rinde. Am besten schneidet man die Triebe oberhalb eines Blattknoten (Nodium) zurück. Blattknoten sind die verdickten Stellen, aus denen die Blätter wachsen. An dieser Stelle spriessen im folgenden Jahr die neuen Triebe. Ein Austrieb ist auch aus dem alten Holz möglich, braucht aber viel länger. Nach dem Zurückschneiden werden abgefallene Blätter und Blüten aus den Töpfen entfernt. Falls die Geranien oder Fuchsien Schädlinge wie Blattläuse haben, können die noch bekämpft werden. Die oberirdischen Pflanzenteile sollten beim Einräumen unbedingt gut abgetrocknet sein. Werden Geranien und Fuchsien mit nassem Laub ins Winterquartier gestellt, neigen die Blätter zu Pilzkrankheiten. Das Winterquartier unbedingt regelmässig lüften, um Pilzbefall zu vermeiden. Wassergaben sind im Winterquartier stark reduziert. Der Wurzelballen sollte nicht komplett austrocknen, darf aber auch nicht ständig nass sein. Am besten wird der Wasserhaushalt mit der Fingerprobe überprüft. Über den Winter brauchen Geranien und Fuchsien keinen Dünger.

Fuchsien und Geranien nach dem Rückschnitt und dem Ausputzen
Fuchsien und Geranien nach dem Rückschnitt und dem Ausputzen.

Schädlinge im Winterquartier

Besonders an hellen, eher warmen Überwinterungsorten kommt es gerne zu Schädlingsbefall. Blattläuse können sich rasant vermehren und sollten bekämpft werden. Auch Trauermücken leben gerne um Pflanzen und legen ihre Eier in die Erde. Die Larven der Trauermücken ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Gegen Trauermücken haben sich sogenannte Gelbfallen bewährt. Ein weiterer Schädling, der gerne zusammen mit den Pflanzen überwintert, ist die Larve des Dickmaulrüsslers.

Dickmaulrüsslerlaven sind cremeweiss, haben einen braunen Kopf und keine Beine. Sie leben mehrere Monate in der Erde und schädigen die Pflanzen zum Teil nachhaltig durch Wurzelfrass. Der ausgewachsene Käfer frisst nachts entlang der Blattränder halbrunde Löcher. Gegen die Larven lassen sich im Herbst beim Einwintern Nematoden einsetzen. Andermatt Biogarten bietet neben Nützlingen auch ein Video zur Bestimmung der Engerlinge an.

Wenn es wärmer wird

Sobald die Tage wieder wärmer werden, können die Fuchsien und Geranien aus dem Winterquartier geholt werden. Wenn nötig, werden abgebrochene oder vergeilte Triebe zurückgeschnitten. Nun können die Pflanzen umgetopft oder die Töpfe mit frischer Erde aufgefüllt werden. Auch eine Langzeitdüngergabe kann in die Erde gegeben werden. Geranien und Fuchsien sollten langsam an das Licht gewöhnt werden. Gerade bei dunkel überwinterten Pflanzen kann es gerne einmal zu Sonnenbrand an den ungeschützten Trieben kommen. Am besten eignen sich schattige Standorte zur Lichtgewöhnung. Sollte es nochmals zu frostigen Nächten kommen, sollten die neuen Triebe geschützt werden. Gibt es doch einmal Erfrierungen von Trieben, werden diese weggeschnitten. Meist erholen sich die Pflanzen wieder.

Rückschnitt der nicht verholzten Triebe oberhalb eines Blattknotens (Nodium).
Rückschnitt der nicht verholzten Triebe oberhalb eines Blattknotens (Nodium).

Winterharte Fuchsien

Von einer frostfreien Überwinterung ausgenommen sind ausgepflanzte Freilandfuchsien. Diese verholzende, mehrjährige Staude kann an geschützten Standorten gross und buschig werden. Freilandfuchsien sind langlebig und blühen ebenfalls bis zum ersten Frost. Da die winterharte Fuchsie vor allem aus der Basis austreibt, sollte sie tief eingepflanzt werden. Der Rückschnitt bei den Freilandfuchsien findet erst im Frühjahr statt, sobald die ersten Blätter erscheinen. Freilandfuchsien werden meist von Baumschulen angeboten.

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