Weihnachtszauber in der Backstube vom Rhybeck

Zwischen Teigschüsseln, warmem Ofenlicht und dem Duft von Zimt wächst im Rhybeck in Kriessern jener Zauber, der den Advent so besonders macht. Ein Ort, an dem Tradition, Handwerk und Herzlichkeit miteinander verschmelzen.

Reini und Pia Kobler in ihrer liebevoll arrangierten Guetzliecke.
Reini und Pia Kobler in ihrer liebevoll arrangierten Guetzliecke.

Es duftet nach Zimt, nach Lebkuchen und nach weihnachtlicher Vorfreude. Ein Duft, der sofort an die Kindheit erinnert. An Adventssonntage, an denen Mehlstaub und Puderzucker wie feiner Schnee durch die Luft tanzten und kleine Hände mit klebrigen Fingern aus Teig Sterne, Herzen und Tannenbäume ausstachen. «In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei», das Lied von Rolf Zuckowski trifft auch auf die vorweihnachtliche Stimmung in der Backstube des Rhybeck in Kriessern zu. Zwischen belegten Backblechen, Teigrollen, Mehlschalen und grossen Eimern voller süsser Zutaten liegt ein Zauber in der Luft, der ganze Generationen beim Backen begleitet hat. In der Backstube von Pia und Reini Kobler duftet es nach Geborgenheit, nach Tradition, nach jenem kleinen Funken Weihnachten, der auch in der hektischen Zeit das Herz wärmt.

Weihnachtliches Ambiente

In der Backstube ist es wohlig warm. Die spätherbstlichen Sonnenstrahlen, die durch die Fenster fallen, durchbrechen für einen Moment die Weihnachtsstimmung und erinnern daran, dass hier nicht nur gezaubert, sondern auch gearbeitet wird. Am langen Arbeitstisch bepinseln geschickte Hände die ausgestochenen Guetzli mit einer glänzenden Schokoladenmasse. Daneben formen zwei Händepaare fast synchron belegte Teigstücke zu gleichmässigen Nussgipfeln. Ein paar Schritte weiter schiebt Bäckermeister Reini Kobler ein Blech frisch gefüllter Biberli in den heissen Ofen. Die Temperaturanzeige blinkt, die Wärme schlägt ihm entgegen, und sofort breitet sich der Duft köstlicher Backwaren im ganzen Raum aus. Auch der Verkaufsladen ist stimmungsvoll geschmückt. Warmes Licht fällt auf Regale voller feiner Spezialitäten. In hübsch arrangierten Holzschubladen stehen Säckli mit Guetzli, sorgsam gefüllt und liebevoll verpackt, jedes mit «Mäschli» oder kleinem Anhänger versehen. Dazwischen glänzen goldene Schleifen, feine Dekorationen und kleine Tannenzweige, die dem Ganzen eine festliche Note verleihen. Das weihnachtliche Angebot reicht von traditionellem Konfekt über hübsche Geschenkideen bis zu saisonalen Klassikern. Dazwischen präsentiert sich das ganzjährige Sortiment an frischen Früchten und Gemüse, Milch- und Fleischprodukten sowie Hygieneartikeln, Getränken und Tiefkühlwaren. Hinter der Verkaufstheke, vor dem reichhaltigen Sortiment an Broten und Brötchen, steht Pia Kobler mit ihren Mitarbeiterinnen. Mit einem freundlichen Lächeln bedienen sie ihre Kunden. Zusammen mit ihrem Mann Reini und dem inzwischen 20-köpfigen Team verleiht sie dem Dorfladen jene Wärme, die den Rhybeck ausmacht.

Wie alles begann

Angefangen hat alles vor bald 35 Jahren. Mit einer kleinen Backstube und einem ebenso kleinen Verkaufsladen. Pia Kobler, damals 25 Jahre alt und Floristin, und ihr vier Jahre älterer Mann Reini wünschten sich etwas Eigenes. Als sie hörten, dass das Ehepaar Baumgartner in Kriessern in Pension ging und eine Nachfolge suchte, meldeten sie sich. «Wir wollten selber etwas aufbauen», erinnert sich Pia Kobler. Ihr erstes Kind war gerade ein halbes Jahr alt, als sie im April 1991 die Bäckerei übernahmen. Schon bald merkten sie, wie anspruchsvoll der Alltag war. Backstube, Laden, Haushalt und Kleinkind unter einen Hut zu bringen war zu viel für nur zwei Paar Hände. Pia Kobler sagt: «Wir dachten, was unsere Vorgänger schafften, schaffen wir auch. Schliesslich waren wir jung und motiviert. Aber wir mussten rasch einsehen, dass wir Unterstützung brauchten.» Familie und Freundeskreis sprangen ein, halfen in der Backstube, standen im Laden und packten überall mit an. «Ohne sie hätten wir es in den ersten Jahren kaum geschafft.»

Wenn Reini Kobler den Ofen öffnet, breitet sich ein weihnachtlicher Duft in der Backstube aus.
Wenn Reini Kobler den Ofen öffnet, breitet sich ein weihnachtlicher Duft in der Backstube aus.

Zum vielseitigen Geschäft

Mit den Jahren wuchs das Geschäft von Pia und Reini Kobler nicht nur personell, sondern auch räumlich. Die einst winzige Backstube und der enge Verkaufsladen wurden umgebaut und fortlaufend den neuen Bedürfnissen angepasst. Auch in den Brotregalen fand ein deutlicher Wandel statt. «Früher brauchten wir vor allem grosse weisse und dunkle Kilobrote und Pfünderli, daneben Bürli, Gipfeli und Weggli und natürlich den Sonntagszopf. Heute kauft kaum mehr jemand ein ganzes Kilo. Dafür ist der Bedarf an Kleinbroten und Brötchen stark gestiegen, genau wie das Sortiment an Spezialbroten», erklärt Reini Kobler. Auch das süsse Angebot entwickelte sich weiter. Neben dem Nussgipfel, der Cremeschnitte, dem Erdbeertörtchen und der Schwarzwäldertorte entstand über die Jahre ein richtiges Schlaraffenland für Schleckmäuler.

Weihnachtszauber im Rhybeck

Ab Allerheiligen beginnt es im Rhybeck zu weihnachten. Für Pia und Reini Kobler sowie ihr Team ist dieser Tag der Startschuss, sich auf eine stimmungsvolle, aber auch arbeitsintensive Zeit einzustimmen. Bald erstrahlt der Laden in festlichem Glanz, und überall warten liebevoll ausgewählte Geschenkideen. Aus der Backstube duftet es nach Zimt und Lebkuchen. Das Sortiment passt sich mit Grittibänz, sternförmigen Zuckerbrötchen und Weihnachtsguetzli ebenso der Jahreszeit an. «Es ist eine intensive, aber wunderschöne Zeit. Wir machen alles selber. Überall kommt noch ein weihnachtliches Detail dazu», sagt Pia Kobler. Ihr Mann ergänzt: «Wenn wir Chräbeli aus dem Ofen holen, Sterne ausstechen und der Duft von Änis in der Luft liegt, dann wird es richtig weihnachtlich.» So verwandelte sich die kleine Bäckerei mit den Jahren in einen Dorfladen, der weit über Kriessern hinaus bekannt ist. Ein Ort, an dem Handwerk, Herzlichkeit und eine Portion Weihnachtszauber bis heute spürbar sind.

Süssteigchläusli vom Rhybeck

Süssteigchläusli vom Rhybeck

  • 1 Kg Weissmehl
  • 5 dl Milch
  • 100 g Zucker
  • 150 g Butter
  • 20 g Salz
  • 90 g Hefe
  1. 1. Alles zu einem seidigen Teig kneten. Zugedeckt in einer Schüssel um das Doppelte aufgehen lassen.
  2. 2. 60 g Teigstücke abwägen und rund machen, anschliessend in Tropfenform bringen. Mit etwas Teig den Kapuzenrand auflegen und kurz ruhen lassen.
  3. 3. Mit Ei anstreichen, mit der Schere den Bart einschneiden und etwas groben Zucker aufstreuen. Nochmals kurz ruhen lassen und im Ofen bei 190 Grad backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.
  4. 4. Die Chläuse auskühlen lassen und mit weisser und dunkler Schokolade Augen und Nasen aufsetzen.

Rezept: Reini Kobler

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