Online präsent: Tipps für den perfekten Webauftritt

Eine ansprechende Website ist für Landwirte heute unverzichtbar. Sie dient als digitale Visitenkarte und kann neue Kunden anziehen. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Hof optimal online präsentieren.

Aktualisiert: 30. November 2024

Eine eigene Webseite selber zu erstellen, ist zwar einfacher geworden. Doch der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Bild: zVg.

Durch die Präsenz im Internet gelangt man an Kunden, die man anders schwer erreichen kann. Ein Patentrezept zur Erstellung einer interessanten Webseite gibt es allerdings nicht. Es kommt darauf an, sich mit Text und Layout deutlich vom Mitbewerber abzusetzen. Nutzer sind sehr anspruchsvoll, wenn sie sich im Netz befinden. Eine langweilige Seite wird nicht zweimal besucht.

Warum eine Website für Landwirte wichtig ist

Die Präsentation des Betriebs erfolgt in Schlagworten: Produkte im Überblick, der Inhaber, seine Familie und das Team, Standort und Vertriebsmöglichkeiten. Die kurze Übersicht von der Entstehung des Betriebs bis zum heutigen Tag findet Interesse. Leser wollen wissen, unter welchen Bedingungen landwirtschaftliche Produkte hergestellt werden, wie der Weg von der Saat und Aufzucht bis zur Ernte verläuft. Informationen über artgerechte Tierhaltung hatten nie so grosse Bedeutung wie im Augenblick. Aktuelle Events wie das Hoffest, Feldführungen und die jüngsten Presseveröffentlichungen wecken das Leser-Interesse. Angebote aus dem Hofladen müssen im Netz ständig aktualisiert werden, veraltete Informationen machen keinen guten Eindruck.

Landwirte sind beim Thema Homepage skeptisch: «Muss nicht sein, kostet nur Geld», «Bringt nichts, man kennt uns doch», «Andere machen auch nichts», «Macht nur Arbeit» – solche Einwände hört man immer wieder. Einwände, die berechtigt sind. Doch der Druck, etwas zu tun, wächst, denn Kunden, Lieferanten und die Öffentlichkeit erwarten den Internetauftritt.

Wichtige Inhalte für Ihre Landwirtschafts-Website 

Leser beurteilen die Website nach bestimmten Kriterien: Inhalt, Gestaltung, Navigation und Aktualität der Informationen. Fotos sind ein Blickfang, sie geniessen grösste Aufmerksamkeit.  Ein Panorama-Foto ist meist interessanter als vier kleine Abbildungen, auf denen man nicht viel sieht. Die meisten Auftritte haben in letzter Zeit an Professionalität zugenommen, auch anspruchsvolle Leser finden wenig Anlass zur Kritik. Das Web ist multimedial, wenn Text, Bild und Video miteinander kombiniert werden. Ohne guten Inhalt kommt kein Besucher, oder er klickt gleich weiter. Es genügt also nicht, dass die Seite optisch gut aussieht. So wichtig auch das Webdesign ist, Inhalte stehen im Vordergrund. Allerdings gilt der Grundsatz: Je mehr Text in den digitalen Medien, desto oberflächlicher wird gelesen. Oft werden nur Titel und Absatzanfänge gelesen.

Die symmetrische Textanordnung und Wörter in Großbuchstaben wirken etwas konservativ und sprechen vor allem die Zielgruppe der über 40-Jährigen an. Die Blockanordnung des Textes und eine moderne Schriftart oder Kleinbuchstaben wirken aktuell und fallen auf. Mit der links beziehungsweise rechtsbündigen Textanordnung kann man sich gut abheben und wirkt moderner als eine symmetrische Textanordnung.

Leser verbinden einen modern wirkenden Text mit einem modernen Betrieb. Der Zeilenabstand sollte mindestens fünf Millimeter betragen, die Zeilenlänge achtzig Zeichen. Eine Schriftgrösse von 12 Punkten ist leicht lesbar. Aufmerksamkeitsstarke Schlagzeilen und kurze Absätze kommen gut an. Man sollte sich die Homepage von Konkurrenten ansehen, um sich mit dem eigenen Layout abzugrenzen.

Wenn der Inhalt langweilt, ist die Absprungrate hoch. Informationen müssen nicht nur aktuell sein, sondern auch eine Aufforderung zum Handeln auslösen.

Die Attraktivität der Homepage lässt sich durch Abfragen feststellen. Hundert Besucher in einem Monat helfen nicht viel, wenn die Verweildauer kurz ist. Der Auftritt im Netz sollte einem regelmässigen Relaunch unterliegen. Wer einen Profi damit beauftragt, vergleicht mit Vorteil die unterschiedlichen Angebotspreise sorgfältig.

Die Website als digitales Aushängeschild

Was Leser interessiert sind, Veröffentlichungen über den Betrieb, die man mit einem Link öffnen kann. Güte- und Zertifizierungssiegel dürfen beim Auftritt nicht fehlen. Die Seite ist aktuell, wenn man zum Beispiel Hinweise über Interviews veröffentlicht oder neue Vertriebsformen bekannt gibt. Wenn der gut gestaltete Webauftritt Sympathien auslöst, erreicht man das Langzeitgedächtnis der Leser.

Allgemeine Aussagen wie «Wir freuen uns auf Ihren Besuch», «kompetente Beratung», «freundliches Team», «umfangreiches Sortiment im Hofladen» werden häufig getextet, sind aber wirkungsschwach. Freundlichkeit ist selbstverständlich und schwer messbar. Es gilt, den Kunden noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Die Aussagen «Wir bieten…», «Wir haben…», «Wir können…» lassen sich  kundenorientiert umformulieren: «Nutzen Sie unseren Lieferdienst…» (statt «Wir bieten einen Lieferdienst im Umkreis von…»), «Sie», «Ihnen» und «Ihre» sind  Magnetwörter. So spricht man Kunden direkter an.

Unter dem Begriff ZDF sind Zahlen, Daten und Fakten zu verstehen. Zahlenangaben sind wirkungsstark, müssen aber stimmen. Beispiel: «Wir bewirtschaften eine Fläche von 25 Hektaren, das sind etwa 50 Fussballfelder, mit elf Mitarbeitern».

Dagegen setzen kleinere Firmen auf ein anderes Alleinstellungsmerkmal. Mit «Small is beautiful» informieren sie über die persönliche Betreuung der Kunden. Saisonangebote bringen den Leser auf Ideen und schaffen Bedarf. Im digitalen Zeitalter werden auch Online-Bestellungen angeboten.

Wichtige 30 Sekunden – sie entscheiden

Auf der Homepage wird vielleicht auch die Bestellung von Newslettern angeboten, um Kundenbindung zu erreichen. Die vielen Möglichkeiten von Texten und Bildern können aber auch zu einem Informationsüberangebot führen, dem so genannten «Overkill». Die Nutzer sind sehr anspruchsvoll, wenn sie sich im Netz befinden. In den ersten 30 Sekunden entscheidet der Besucher, ob er auf der Seite bleibt.

Grosses Interesse gilt auch den aktuellen Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, einige Berufskollegen informieren per Netz, was sie genau dazu beitragen: schadstoffarmer Fuhrpark, ökologische Verpackungen, Photovoltaik auf dem Dach. Leser interessieren sich für die Betriebsphilosophie und die Betriebsgeschichte, die man über einen Download finden kann. Inzwischen ist es auch üblich, Stellenangebote und Ausbildungsplätze ins Netz zu nehmen. Das bringt Bewerbungen und ist somit hilfreich bei der Suche nach Saisonkräften und Aushilfen.

Bewerber nutzen inzwischen die Möglichkeiten des Internets, wenn sie eine Stelle suchen. Die Homepage ist eine gute, günstige Plattform. Auch Lieferanten sehen sich die Homepage an, und treffen eine Bewertung. Zudem ist für den Landwirt der Auftritt seines Lieferanten im Netz von Bedeutung.

Empfehlungsmarketing im Netz

Empfehlungsmarketing findet häufig im Internet statt. Es gibt immer mehr Portale, auf denen Kunden ihre Erfahrung mit landwirtschaftlichen Betrieben kommentieren, bewerten oder empfehlen. Obwohl Bewertungen im Netz auch kritisch gesehen werden, gibt es viele Interessenten, die sich im Internet umsehen, welcher Anbieter Empfehlungsgeber hat. Weiterempfehlungen im Netz sind ein aussichtsreicher Weg zum Erfolg. Umfragen haben ergeben, dass die Bewertung durch Kunden besonders sorgfältig gelesen wird, und auch die Stellungnahme des Landwirts zu kritischen Anmerkungen. Mit einem Kontaktformular «Ihre Meinung ist uns wichtig» erreicht man Bewertungen zu bestimmten Themen. Erstkunden achten besonders auf die Bewertungen.

 Weitere Tipps für die Webseite

  • Zielgruppenanalyse: Wer soll Ihre Website besuchen?
  • Domainwahl: Einprägsamer und passender Name für Ihren Hof.
  • Professionelles Design: Übersichtliche und ansprechende Gestaltung.
  • Hochwertige Inhalte: Texte und Bilder, die Ihren Betrieb authentisch darstellen.
  • Kontaktinformationen: Leicht auffindbare Adresse, Telefonnummer und E-Mail.
  • Mobile Optimierung: Ihre Seite sollte auf Smartphones und Tablets gut aussehen.
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO): Relevante Keywords und Meta-Beschreibungen verwenden.
  • Aktualität: Regelmässige Updates zu Produkten, Veranstaltungen und Neuigkeiten.
  • Datenschutz: Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Datenschutzerklärung bereitstellen. red.

 

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