Rücksicht mit Traktoren und Co. im Strassenverkehr

Wer zwischen Feld und Stall auf den Strassen unterwegs ist, trägt Verantwortung. Für sich selbst, für andere Verkehrsteilnehmer, aber auch für das Bild der Branche. Riskante Überholmanöver lassen sich mit einer Massnahme vermeiden.

Gerade Traktoren mit Anhänger sind für Autofahrer schwer zu überholen und es kann zu gefährlichen Manövern kommen. Bild: Freepik
Gerade Traktoren mit Anhänger sind für Autofahrer schwer zu überholen und es kann zu gefährlichen Manövern kommen. Bild: Freepik

Noch liegt Ruhe über den Feldern. Mit dem Vegetationsbeginn wird auch der landwirtschaftliche Verkehr auf den Strassen zunehmen. Für alle Verkehrsteilnehmenden bedeutet dies erhöhte Aufmerksamkeit. Wer mit Erntemaschine und Transportfahrzeug unterwegs ist, kann einen grossen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Für die Lenkerinnen und Lenker der landwirtschaftlichen Fahrzeuge heisst es in der Verkehrsregelnverordnung: «Die Führer schwerer Motorwagen haben ausserorts den schnelleren Motorfahrzeugen das Überholen angemessen zu erleichtern, indem sie ganz rechts fahren, unter sich einen Abstand von wenigstens 100 Meter wahren und nötigenfalls auf Ausweichplätzen halten.» Auch wenn das Wiedereinmünden schwierig sein könne, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) in einem Themenblatt schreibt.

Gefährliche Überholmanöver

Ohne Rücksicht bilden sich schnell Kolonnen, die rasch in Gefahrensituationen enden. Die BUL schreibt, Verkehrsteilnehmende, die das Überholen vermeiden würden, gerieten unter Druck. Gestresste Fahrer aus den hinteren Rängen setzten zum Überholen an. «Gefährliche Situationen sind vorprogrammiert», so die Beratungsstelle. Vor einigen Jahren wurde im Kanton Luzern gar ein Lenker verzeigt, weil er auf das Rechtsranfahren verzichtete und eine Autokolonne verursachte.

Das Image schützen

Neben dem Vermeiden von Unfällen gilt es, auf die öffentliche Wirkung der Landwirtschaft achtzugeben. «Wenn Verkehrsteilnehmende längere Zeit hinter einem landwirtschaftlichen Fahrzeug fahren müssen, obwohl Ausweichplätze vorhanden sind, leidet das Image der Landwirtschaft», heisst es im Themenblatt. Damit landwirtschaftliche Fahrzeuge in der kommenden Erntesaison nicht als Hindernisse auffallen, gilt es für die Lenkerinnen und Lenker, sich zuvorkommend und fair zu verhalten.

Dazu gehört es auch, verschmutzte Strassen zu reinigen. Andere Verkehrsteilnehmende sind bei Verschmutzung sofort zu warnen und die Strasse rasch zu reinigen. Auch dies ist in der Strassenverkehrsverordnung festgehalten. Wobei angemerkt wird, dass Verschmutzungen grundsätzlich zu vermeiden sind. Die BUL empfiehlt, mit Lohnunternehmen vorgängig zu regeln, wer für die Reinigung der Strasse zuständig ist. Nicht zu vergessen ist die eigene Sicherheit. So gilt es, Leuchtwesten zu tragen. Die BUL schreibt weiter: «Wird entlang von Strassen gearbeitet, sodass die Durchfahrt erschwert wird, ist das Signal ‚Andere Gefahren‘ aufzustellen.»

Rücksicht, Geduld und ein kooperatives Auftreten auf der Strasse tragen dazu bei, das Vertrauen der Bevölkerung in die Landwirtschaft zu stärken und ein positives Bild der Branche zu vermitteln. Autofahrer nehmen Gesten, die zur Verkehrssicherheit beitragen, dankend zur Kenntnis.

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