Saubere Luft: Kaltluftseen vermeiden, Holz umweltfreundlich verbrennen
Das Verbrennen von ungenügend trockenem Holz verursacht starken, schädlichen Rauch und ist grundsätzlich nicht erlaubt. Nachfolgender Beitrag erklärt, wann es Ausnahmebewilligungen gibt und wie man korrekt verbrennt.
Aktualisiert: 30.November 2024

Warum trockenes Holz entscheidend ist
Das Verbrennen von natürlichen Wald-, Feld- und Gartenabfällen ist ausserhalb von geeigneten Verbrennungsanlagen nur erlaubt, wenn sie so trocken sind, dass dabei nur wenig Rauch entsteht. Es ist verboten, frisches Material, das nicht lange trocknen konnte, zu verbrennen. Werden ungenügend trockene Reste verbrannt, entsteht starker und lästiger sowie schädlicher Rauch.
Gefahren von Kaltluftseen im Winter
Vor allem in der Winterzeit bilden sich Kaltluftseen in Senken und Ebenen. Abgase und Schadstoffe aus qualmenden Feuern können sich in den Kaltluftseen sammeln und die Luftqualität während langer Zeit verschlechtern. Die Luft reichert sich mit polyaromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Feinstaub an. Beide Stoffe können Krebs oder andere Krankheiten verursachen.
Ausnahmebewilligungen für das Verbrennen von nicht ausreichend trockenem Material kann nur die Gemeinde erteilen. Dafür muss ein überwiegendes Interesse bestehen. Überwiegendes Interesse kann zum Beispiel Verklausungsgefahr, Waldschutz sowie die Ausbreitungsgefahr von Krankheiten oder Schädlingsbefall sein. Der Förster kann im Rahmen der Holzschlagbewilligung beurteilen, ob ein Verbrennen von Schlagabraum erforderlich ist und aus welchem Grund. Eine Bewilligung kann er jedoch nicht erteilen.
Material umschichten, Tiere schützen
Übrigens, abgedecktes Material muss vor dem Verbrennen umgeschichtet werden, da sich Tiere darin befinden können.
Saubere Luft ist ein kostbares Gut, denn Menschen atmen jeden Tag ungefähr 15 000 Liter Luft ein und aus. Von der Winterzeit bis zum Blatt- und Grasaustrieb im Frühling sind jedoch auch im Kanton St. Gallen immer wieder Rauchsäulen zu erkennen. Sie entstehen, wenn nicht ausreichend trockener Schlagabraum, Material von Waldrandsäuberungen oder Entbuschungen von Weiden verfeuert werden.
Tipps für umweltfreundliches Verbrennen
- Verwenden Sie nur vollständig getrocknetes Holz.
- Vermeiden Sie das Verbrennen bei Kaltluftseen.
- Holen Sie bei Bedarf eine Ausnahmebewilligung von Ihrer Gemeinde ein.
- Schichten Sie abgedecktes Material vor dem Verbrennen um, um Tiere zu schützen.
- Beachten Sie stets die Vorschriften zur Luftreinhaltung.
Praxistipp: Lagern Sie Holz mindestens zwei Jahre trocken, um eine saubere Verbrennung mit minimaler Rauchentwicklung zu gewährleisten.
*Jörg Hässig ist Regionalförster, Dominik Noger arbeitet beim Amt für Umwelt
