Das war das Jahr 2025 – Teil 2/2
Ein Jahr voller Geschichten: In 51 Ausgaben begleitete der «St. Galler Bauer» das Leben auf dem Land in der Ostschweiz. Es gab viele Herausforderungen. Aber auch Schönes und Bewegendes. Wir blicken zurück aufs Jahr 2025 – Teil 2.
118 neue Landwirte
Vor den Sommerferien erhielten 118 Landwirtinnen und Landwirte am Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez ihr Fähigkeitszeugnis. Raphael Fässler (Nachholbildung) erreichte eine Note von 5,825. Mit 5,725 schlossen Kevin Zeller und Sepp Hofstetter ab. Mit der Note 5,7 beendeten Bernhard Schlegel und Beat Eggenberger ihre Ausbildung.

LSD in Frankreich
Im Sommer wurden in Frankreich nahe der Schweizer Grenze mehrere Fälle der Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) bestätigt. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hatte zur Bekämpfung der Tierseuche Massnahmen angeordnet, um eine Ausbreitung zu verhindern und die Tiere in der Schweiz zu schützen. Überwachungszonen mit Impfpflicht wurden im Kanton Genf sowie in Teilen der Kantone Waadt und Wallis eingerichtet.
Jodeln in Altstätten
Das Nordostschweizer Jodlerfest fand in diesem Jahr in Altstätten statt. Mit 40 000 Besucherinnen und Besuchern und 3000 aktiven Mitwirkenden, 420 Wettvorträgen und 1300 Helfenden verzeichneten die Organisatoren ein farbenfrohes und klangvolles Volksfest.
So gehts weiter mit Wil West
Nachdem die Stimmbevölkerung des Kantons St. Gallen im September 2022 den Sonderkredit für die Arealentwicklung Wil West abgelehnt hatte, suchten die Regierungen der Kantone St. Gallen und Thurgau nach Verbesserungsmöglichkeiten. Die 12,3 Hektaren Land im Besitz des Kantons St. Gallen in Münchwilen wollte der Kanton St. Gallen an den Kanton Thurgau verkaufen. Der St. Galler Kantonsrat hatte diesem Verkauf in der Sommersession zugestimmt. In der Herbstsession wurde ein Ratsreferendum angenommen. Nun wird das Volk über den Verkauf der Grundstücke abstimmen.
21 Jahre Agriviva
Rahel Fürst aus Rebstein leitete 21 Jahre lang für den St. Galler Bauernverband die Vermittlungsstelle von Agriviva (Landdienst). Der Austausch mit Familien und Jugendlichen war für sie immer das Schönste. Marlies Bürgi aus dem Kanton Thurgau übernahm die Aufgabe.

1. August mit Bundesrat
Am 1. August besuchte Bundesrat Martin Pfister den Brunch auf dem Hof der Familie Eisenhut in Lütisburg. Auf Einladung von Bauernpräsident Markus Ritter mischte er sich unter die Bevölkerung und genoss das feine Brunchbuffet.

Erste Bartgeierbrut
In den Jahren 2010 bis 2014 wurden insgesamt zwölf junge Bartgeier im Calfeisental ausgewildert. Über zehn Jahre nach der Auswilderung fand die erste wilde Brut eines Bartgeierpaars im Kanton St. Gallen statt.
Unerwarteter Todesfall
Für alle plötzlich und unerwartet wurde Christoph Högger, Leiter Direktzahlungen und Stellvertretender Amtsleiter beim Landwirtschaftsamt, während einer Wanderung über die Churfisten von einem Blitz tödlich getroffen. Albert Fässler, bisheriger Stellvertreter, führt die Abteilung Direktzahlungen weiter.
Europameister Reto Fuchs
Die Schweiz hat an der Europameisterschaft im Handmähen im bayrischen Thundorf Eindruck hinterlassen. Reto Fuchs aus Gonten wurde zum Europameister gekrönt.

König Orlik
Ende August fand in Mollis das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt. Rund eine Million Besucher zählte das OK. Der Maienfelder Armon Orlik wurde zum Schwingerkönig gekrönt. Der Schlussgang zwischen Samuel Giger aus Ottoberg und Werner Schlegel aus Hemberg endete gestellt. Das bedeutete, dass Orlik die höchste Punktzahl erreichte.

175 Jahre Bündner Bauern
In diesem Jahr feierte der Bündner Bauernverband sein 175-jähriges Bestehen. Die Feier fand Ende August in der Arena Cazis statt.
PFAS bewegte
Im Kanton St. Gallen ist die Landwirtschaft von PFAS-Einträgen betroffen. Zum Thema PFAS gab es zahlreiche Vorstösse im Kantonsrat. Auch andere Kantone kommen nicht am Thema vorbei. Appenzell Innerrhoden bietet bis 2026 allen Betrieben freiwillige, kostenlose Tests an und unterstützt sie mit 20 000 Franken. Der Kanton Thurgau startet ein dreijähriges Projekt zur Abklärung der Situation. Und auch der Kanton Appenzell Ausserrhoden startet eine Untersuchungskampagne. Alle Landwirtschaftsbetriebe können Tankmilch und Tränkewasser kostenlos testen lassen. Rund die Hälfte der Betriebe folgte dem Aufruf.
Appenzeller ist Europameister
Andrin Dobler, Landmaschinenmechaniker aus Weissbad, wurde an den EuroSkills in Herning in Dänemark Europameister.

Glänzendes SwissSkills-Gold
Vom 17. bis 21. September fanden in Bern die Schweizer Berufsmeisterschaften SwissSkills statt. Landmaschinenmechaniker Tobias Roth aus Ebnat-Kappel holte sich das begehrte Gold. Ronja Jäger (Bild) aus Hoffeld ging bei den Milchtechnologen als Gewinnerin aus dem Wettbewerb.

Hattrick im Stall
Die Brown-Swiss-Kuh Petra von Simon Vetsch überraschte mit einer Drillingsgeburt. Am 31. August erblickten die drei Kuhkälber in Sevelen/Rans das Licht der Welt.

Höhener ging in Pension
Mit Koni Höhener wurde auf Anfang September ein weiterer Mitarbeiter des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen (LZSG) verabschiedet. Der Leiter Höhere Berufsbildung ging nach über 30 Jahren beim LZSG in Pension.

Museum in Ruggisberg
Das Regionale Landwirtschaftsmuseum Ruggisberg in Häggenschwil feierte sein 20-Jahr-Jubiläum. Edwin Germann initiierte das Museum. Seine Sammelleidenschaft, die 1980 begann, gipfelte in der Gründung des Museums, das 200 Jahre Landwirtschaftsgeschichte erzählt.
Letztes Training der Familie Milz
Die Olma-Verantwortlichen informierten im Weiler Hofen in Amlikon-Bissegg über die Zukunft der Säulirennen. Nach 30 Jahren gibt Familie Milz das Trainerzepter weiter. Dominik und Jessica Dörig aus Gossau übernehmen den Job ab 2026.

Kein Stacheldraht mehr
Am 1. Oktober lief die vierjährige Übergangsfrist zum Rückbau von verbotenem Stacheldraht sowie von dauerhaft nicht benötigten Zäunen ab.
Ausgezeichnete Weine
Der Branchenverband St. Galler Wein freute sich über die hervorragenden Resultate, die sechs St. Galler Weingüter an renommierten Preisverleihungen erreicht haben. Neben zahlreichen Goldmedaillen wurden der Meistertitel «Gran Maestro du Pinot noir» (Stefan Hörner) sowie der Newcomer-Ehrentitel «Rookies des Jahres 2026» (Wetli-Brüder) in den Kanton St. Gallen geholt.
Verabschiedung von Toni Huber
Nach 15 Jahren engagierter Tätigkeit im Stiftungsrat der Stiftung St. Galler Landwirtschaft wurde Toni Huber aus Oberhelfenschwil an der Sitzung vom 17. September offiziell verabschiedet. Acht Jahre stand er als Präsident an der Spitze des Gremiums und prägte die Arbeit der Stiftung wesentlich.

Jubiläumsschau Hemberg
Gelebte Tradition: Der Viehzuchtverein Hemberg feierte im Herbst sein 125-jähriges Bestehen mit einer farbenfrohen Schau. 28 Züchterfamilien fuhren auf. Den Titel Miss Hemberg Original Braunvieh räumte Florian Schweizer mit seiner Arcas Fränzi ab. Den Titel Miss Hemberg Brown Swiss holte Walter Rechsteiner mit Julius Nora in den Stall.

Eigenmietwert abgeschafft
Bei einer Stimmbeteiligung von 49,5 Prozent haben die Schweizer Stimmberechtigten anlässlich der Volksabstimmung vom Sonntag, 28. September, die Reform der Wohneigentumsbesteuerung mit 57,7 Prozent Ja- zu 42,3 Prozent Nein-Stimmen angenommen.
«Wow Wow Wallis»
Vom 9. bis 19. Oktober war das Wallis Gastkanton an der Olma in St. Gallen. Diese traditionelle, aber auch innovative Veranstaltung bot dem Wallis die Gelegenheit, seine kulturelle und sprachliche Vielfalt, Regionalprodukte sowie typische, in der Region heimische Tierrassen zu präsentieren.

Der Titelbildsammler
Ernst Roth aus Degersheim sammelt Titelbilder des «St. Galler Bauer». Sein Schlafzimmer und sein Arbeitszimmer sind mit 90 Bildern tapeziert. Das macht natürlich auch der Redaktion viel Freude.

Erste Miss Fleckvieh
In Benken wurde die Miss Fleckvieh See und Gaster gekürt. Sie steht im Stall von Jürg Huber aus Kaltbrunn und heisst Jarana. «Das Linthgebiet ist die erste Region im ganzen Kanton St. Gallen, die einen solchen Anlass für Fleckvieh organisiert», versicherte der Experte Martin Gubelmann. Ihm oblag die verantwortungsvolle Aufgabe, die Miss aller Fleckenmissen zu erküren.

Moor aufwerten
Die Moorflächen der Alp Tamons im Gemeindegebiet Mels sind Hochmoore von nationaler und regionaler Bedeutung. Sie erstrecken sich auf einem Gebiet von über 100 Hektaren auf einer Höhenlage zwischen 1400 und 1900 Metern über Meer. Am 13. Oktober fiel der Startschuss für die Bauarbeiten zur Aufwertung der grössten zusammenhängenden Moorlandschaft im Kanton St. Gallen.

Bäuerliches Bodenrecht
Der Bundesrat hatte seine Botschaft zur Teilrevision des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht verabschiedet. Mit der Vorlage will er das seit 1994 bestehende Gesetz modernisieren, das Prinzip der Selbstbewirtschaftung festigen, die Position von Ehepartnern auf landwirtschaftlichen Betrieben stärken und mehr unternehmerische Flexibilität schaffen.
Drei Laster Futter für Blatten
Nach dem schweren Bergsturz vom im Mai unterstützte der St. Galler Bauernverband und weitere St. Galler Unternehmen die Bauern vom Lötschental. Sie sammelten Futterspenden, die dann ins Wallis geliefert wurden.

Digiflux-Initiative gescheitert
Am 23. Oktober fand in Bern die Vorprüfung der St. Galler Standesinitiative 24.323 «Neue Bürokratie in der Landwirtschaft und im Gartenbau stoppen: Die Einführung von Digiflux muss vereinfacht werden» statt. Die Kantonsräte Sepp Sennhauser (Die Mitte) und Christian Vogel (SVP) fuhren nach Bern, um die Antwort entgegenzunehmen. Sie wurden enttäuscht: Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) gab der Standesinitiative keine Folge.

GAöL soll neu geregelt werden
Die Zuständigkeit im Vertragsnaturschutz soll neu geregelt werden. Zu diesem Zweck hatte das Volkswirtschaftsdepartement einen Gesetzesnachtrag ausgearbeitet. Die Regierung eröffnete die Vernehmlassung.
PFAS auch in Glarner Böden
Erste punktuelle Messungen zeigten, dass auch die Böden im Glarnerland PFAS aufweisen. Die Messkampagne wurde ausgeweitet, um Belastungen besser eingrenzen zu können.
Drittbester Käse der Welt
An den World Cheese Awards in Bern ging der Sieg an einen Gruyère AOP Spezial der Bergkäserei Vorderfultigen. Super Gold und den dritten Platz belegte die Käserei Ifang in Degersheim mit einem Appenzeller Edel-Würzig. Für die Familie Tschumper ein besonderes Ereignis.

In Alarmbereitschaft
Seit Anfang November 2025 wurden mehrere Wildvögel in der Schweiz positiv auf das hochansteckende Vogelgrippevirus getestet. Am 21. November fielen vier Enten und ein Schwan dem Virus zum Opfer. Der Bund verordnete zum Schutz des Hausgeflügels Stallpflicht an. Diese gilt ab 25. November und dauert bis 31. März 2026.
Eisvogel ist Vogel des Jahres
Über 18 000 Menschen nahmen an der Wahl von Bird Life Schweiz teil. Der Eisvogel gewann das Rennen mit 30,47 Prozent der Stimmen. Zweitplatzierte ist die Wasseramsel mit nur 53 Stimmen weniger (30,19%). Es folgen die Gebirgsstelze (16,37%), der Flussregenpfeifer (12,57%) und die Uferschwalbe (10,40%). Der Eisvogel steht für naturnahe Gewässer und gilt als Symbol für bedrohte Wasserlebensräume.

Ribelmais zwischen Buchdeckeln
Das neue Buch «Ribelmais» zeigt die Geschichte des «goldenen Korns des Rheintals» und stellt Menschen in den Mittelpunkt, die sich für den Erhalt einer generationenverbindenden Identität der Region eingesetzt haben. An einer Vernissage wurde das Buch präsentiert.

Wolf einfacher regulieren
Der Nationalrat hat zwei Vorstösse gutgeheissen, die den Umgang mit den zunehmenden Wolfsbeständen einfacher machen. Der Schweizer Bauernverband und der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband freuen sich darüber, dass bestehende Hürden abgebaut werden.
Tausende Seiten
Was für eine Zahl: 3644 Seiten «St. Galler Bauer» wurden in diesem Jahr produziert.

