Trends in der Landwirtschaft: Mehr Frauen und mehr Bio
Nach einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Anzahl der Lernenden im Berufsfeld Landwirtschaft auf einem hohen Niveau. Auffallend ist der weiterhin zunehmende Anteil von Frauen und der wachsende Bio-Schwerpunkt, insbesondere im Gemüsebau.
Derzeit befinden sich 3800 Lernende in einer Ausbildung für einen Beruf in der Landwirtschaft. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als 3891 Lernende gezählt wurden. Laut den Erhebungen der Organisation der Arbeitswelt Landwirtschaft, landwirtschaftliche Spezialberufe, Berufe der Verarbeitung von Landwirtschaftsprodukten sowie Pferdeberufe OdA AgriAliForm streben mit stolzen 86 Prozent nach wie vor die meisten Lernenden eine Ausbildung als Landwirtin oder Landwirt an, während knapp sechs Prozent einen der beiden Weinberufe gewählt haben. Der Gemüsebau macht mittlerweile 2,5 Prozent der Lernenden aus, gefolgt von den weiteren Spezialberufen in den Bereichen Obstbau und Geflügelwirtschaft.

Neue Wege einschlagen
Ein Drittel der Lernenden absolviert die landwirtschaftliche Ausbildung als Zweitausbildung, also nach bereits abgeschlossenem Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis. Besonders im Gemüsebau ist dies auffällig: Hier sind rund die Hälfte der Lernenden Zweitausbildner. Dies spiegelt die zunehmende Attraktivität der Landwirtschaft auch für Personen wider, die zunächst einen anderen Beruf erlernt haben.
Auch der Anteil der Frauen unter den Lernenden ist erneut gestiegen und liegt nun bei 23 Prozent. Besonders im Gemüsebau ist der Frauenanteil mit fast 40 Prozent überdurchschnittlich hoch. Dies steht im Gegensatz zu den Weintechnologen, wo der Frauenanteil weiterhin vergleichsweise niedrig ist.
Ein weiterer bemerkenswerter Trend ist der Bio-Schwerpunkt im Gemüsebau. Fast 60 Prozent der Lernenden in diesem Bereich spezialisieren sich auf biologischen Anbau – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Über das gesamte Berufsfeld hinweg haben acht Prozent der Lernenden einen Bio-Schwerpunkt, wobei dieser Schwerpunkt bei den Weintechnologen nicht angeboten wird.
Anstieg bei Agropraktikern
Die zweijährige Attestausbildung zum Agropraktiker EBA verzeichnet ebenfalls einen Anstieg. Im Vergleich zu vor zwei Jahren ist die Zahl der Lernenden um 23 Prozent gestiegen. Diese Ausbildung bietet eine wichtige Alternative für Lernende, die schulisch schwächer sind, aber dennoch einen qualifizierten Abschluss anstreben.
Beruf für die Zukunft
Themen wie Digitalisierung und Automatisierung spielen eine zunehmend wichtige Rolle. Gleichzeitig stellen der Klima-, Tier- und Umweltschutz die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Daher wird an einer Totalrevision der Grundbildung gearbeitet, die ab dem Schuljahr 2026/27 in Kraft treten soll.
Lernende in der Landwirtschaft würden früh Verantwortung übernehmen und arbeiteten eng mit Pflanzen, Tieren und moderner Technik, so die OdA AgriAliForm. Die Berufsaussichten seien gut, auch für Lernende ohne familieneigenen Betrieb. Ausserdem stehen den Absolventen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, von der Berufs- und Meisterprüfung über höhere Fachschulen bis hin zu einem Hochschulstudium in Agronomie, offen.
