Herrliche Aussicht über die Grenze
Bei herrlichem Wetter machte sich eine kleine Gruppe des VESTG auf die Alpwanderung. Von Gais ging es Richtung Gäbris. Die Wanderfamilie genoss einen abwechslungsreichen Tag.

Am Dienstag, 19. Juli, bei prächtigem Wetter, mit Temperaturen, die rekordverdächtig heiss werden sollen, trafen nach und nach wanderfreudige Ehemalige und ein Grüppchen von fünf Kindern zur Alpwanderung des Vereins ehemaliger Schüler und Schülerinnen St.Galler Landwirtschafts- und Hauswirtschaftsschulen (VESTG) am Bahnhof in Gais ein. Zum Erstaunen war gar jemand aus dem Bernbiet dabei, jedoch mit Wurzeln aus dem Appenzellerland. Die eher ungewohnt kleine Gruppe machte sich gemütlich auf den Weg durchs schöne Dorf Gais Richtung Gäbris.
Anfangs waren einige Höhenmeter in der Sonne zu absolvieren. Dies verlangte einigen doch etwas an Schnauf und Durchhaltewille ab. Oben angekommen erwartete die Gruppe zum Glück aber ein besonderes Ruhebänkli und eine grandiose Aussicht auf den Säntis und den Alpstein. Schnell erholten sich alle wieder und man wanderte weiter entlang gemähter Wiesen und Alpweiden zum nächsten Ziel. Auf dem Weg ergaben sich immer wieder einmalige Ausblicke Richtung St.Gallen und Bodensee und dank guter Sicht bis weit nach Deutschland hinein.
Helfen statt melken
Nach rund anderthalb Stunden traf man nach und nach in der Wirtschaft Unter Gäbris ein, wo die Gruppe von der Familie Bodenmann herzlich empfangen wurde. Schnell wurden die schattigen Plätze unter den Sonnenschirmen in Beschlag genommen. Hier erwartete die Wandergruppe eine kleine aber willkommene Überraschung in Form eines Appenzeller-Käsefladen mit einem Getränk nach Wahl. Nach dieser kleinen Zwischenverpflegung begeisterte Heinz Bodenmann mit seinen spannenden Ausführungen zum Landwirtschaftsbetrieb mit Milchproduktion. Er meinte jedoch, wenn’s «brennt» drüben im Restaurant, werde sogar beim Melken Pause gemacht, um in der Gastwirtschaft mitanzupacken bis die Gäste bedient sind.

Nebst dem Landwirtschaftsbetrieb betreut der gelernte Medizintechniker in der ganzen Schweiz medizinische Geräte, vorab in Spitälern. Er führte auch aus, dass sein Vater gerne im Stall und bei allen anfallenden Arbeiten auf dem Hof mitwirke. Vor allem das Melken sei eine seiner liebsten Tätigkeiten. Er führe diese Arbeit zuverlässiger aus als es ein Melkroboter. Aber auch das Mitwirken von weiteren Familienangehörigen, hilft, das gewaltige Pensum Arbeit, eines solchen Betrieb zu bewältigen. Am Schluss der Betriebsvorstellung erntete der von Heinz Bodenmann entwickelte Prototyp eines elektrisch angetriebenen Fahrzeugs mit Ähnlichkeiten eines Terra -Tracks bei den Männern viel Beachtung.
Geschenke verteilt
Doch bevor man sich wieder auf den Weg machte, übergab die Präsidentin des VESTG, Elisabeth Graf, Heinz und Annelies Bodenmann zum Dank für ihre Gastfreundschaft das obligate schön verzierte Rindenbrett. Anschliessend wanderte man kurz und gemütlich weiter Richtung Schweizerfamilie Feuerstelle beim Gäbrisseeli. Schnell war dort ein Feuer entfacht und bald danach duftete es nach feinen Grillwürsten.
Nach dem willkommenen Mittagsrast unter Schatten spendenden Bäumen begab sich die VESTG-Wanderfamilie wieder auf den Weg Richtung Schwäbrig zum Sommersberg zu Familie Silvia und Martin Zellweger. Dort wartete ein feines «Chriesi-Träumli» mit oder ohne Röteli. Anschliessend wurden als kleines Andenken an diesen Tag natürlich noch die seit vielen Jahren obligaten «Chüeli» oder die «Appezeller mit Hund»-Messingfiguren an die Kinder verteilt.
Auf «Leas Spuren»
Die VESTG-Wanderfamilie genoss diesen gemütlichen Ausklang eines abwechslungsreichen und sehr warmen Tages bei angeregten Gesprächen unter Sonnenschirmen. Hier auf dem Sommersberg wird man auch mit einmaliger Aussicht ins Rheintal, sowie ins angrenzende Österreich und Lichtenstein verwöhnt.
Am späteren Nachmittag begab man sich auf dem gut begehbaren Wanderweg über den Geissensteig und Leas Kraftplatz zurück zum Ausgangsort in Gais, um von dort nach dem Wandern auf «Leas Spuren» zufrieden und um einen einmaligen Tag reicher, den Heimweg anzutreten.
Elisabeth Graf
