Globi feiert mit Papageien Jubiläum
Globi hat erreicht, was ihm erst mal einer nachmachen muss. Die Hundert ist voll. Anfang März ist der 100. Globi-Band, «Globi bei den Papageien», erschienen. Nebst dem Jubiläum gab es eine Premiere zu feiern. Eine Globi-Band-Version, die es zuvor noch nie gab.

«Freundschaft soll man stetig pflegen! Globi steigt deshalb verwegen rauf ins Storchennest im Zoo, setzt sich schön bequem ins Stroh.» Mit diesem Vers startet der neuste Globi-Klassik-Band. Bezeichnend für den kultigen Vogel ist, dass bereits im ersten Satz das Wort «Freundschaft» fällt. Egal, auf welches Abenteuer sich Globi einlässt, eines ist ihm stets auf sicher, er ist ein Meister, wenn es um Freundschaften knüpfen geht. So erstaunt es nicht, dass er sich auch in der 100. Ausgabe mit den Protagonisten des Buchs, den Papageien, anfreundet. «Globi ist ein pfiffiges Kerlchen. Sowohl in den Geschichten als auch im realen Leben hätten vermutlich einige gerne einen Freund wie ihn», sagt Gisela Klinkenberg, Leiterin des Globi-Verlags.
Globi – ein Phänomen
Dass der blaue Vogel seit Band 1 begeistert, ist neben seinem authentischen, zeitlosen Wesen auch der klaren Farbgebung zuzuschreiben. Der Wiedererkennungswert ist enorm und hat ihn zu einer eigenen Marke gemacht. «Globi ist bei Jung und Alt bekannt und wird über Generationen hinweg weitergegeben», erklärt Gisela Klinkenberg den bis heute anhaltenden Erfolg. Was anfangs als Maskottchen zum Jubiläum des Kaufhauses Globus konzipiert wurde, hat sich kontinuierlich zu einem Globi-Kosmos entwickelt. Drei Jahre nach dem Kaufhausjubiläum ist 1935 der erste Klassik-Band «Globis Weltreise» erschienen und die Globi-Bewegung entstand. Nach und nach wurden neue Bände veröffentlicht. Besonders Dauerbrenner wie «Globi am Flughafen» oder «Globis abenteuerliche Schweizer Reise» sind bei den Fans hoch im Kurs. «Allen Bänden gemeinsam ist das Reihenkonzept. Wir greifen Themen auf, die für Kinder spannend sind. Eine Besonderheit ist, dass Globi manchmal hinter die Kulissen einer Institution blicken darf», sagt die Verlagsleiterin. «Ab und zu gehen wir Kooperationen mit Personen oder Firmen ein, dies vor allem für die fachliche Unterstützung.»

Mit Teamwork zum Ziel
Schauplätze im 100. Band sind der Zoo Zürich und das Pantanal in Brasilien, das weltweit grösste Feuchtgebiet. Dort leben die vom Aussterben bedrohten blauen Hyazintharas, die Hauptdarsteller der Geschichte. Die Fakten und Ideen bekam der Verlag vom Zoo geliefert. Anschliessend verarbeiteten Samuel Glättli, der Zeichner und Geschichtenentwerfer, sowie Christian Koller, der die Verse macht, dieses Material weiter. Während Ersterer seit 17 Jahren die Story, gemeinsam mit Gisela Klinkenberg, entwickelt und zeichnet, dichtet Christian Koller seit 2019 die Verse. Für ein komplettes Buch benötigt der Autor vier bis acht Wochen. Während dieser Phase ziehe er sich komplett zurück und denke und spreche nur noch in Globi-Reimen, wie er in einem Interview beschreibt. Doch bevor sich Christian Koller seiner Aufgabe stellen kann, liegt die Arbeit beim Zeichner Samuel Glättli. Abwechselnd mit einem anderen Zeichner illustriert er jedes zweite Globi-Buch. Fast zwei Jahre benötigt er dafür, verrät er einem Magazin. Die Verlagsleiterin erzählt, dass die Globi-Buchideen bis ins Jahr 2030 notiert sind. «In jedem Band steckt viel Teamarbeit drin. Da ist ein fixer zeitlicher Ablauf von Vorteil», sagt sie. Doch zuerst wartet der neuste Wurf mit einer Premiere auf. «Zum 100. Jubiläum fand ich, dass es an der Zeit wäre für eine Mundartversion», erzählt Gisela Klinkenberg.
Bäuerlich geprägt
Bei den Produkten rund um Globi fällt auf, dass ein Thema besonders häufig vorkommt: Globi in Verbindung mit dem Bauernhof. Sei es auf der Alp, als schlauer Bauer oder wie man einen Stall baut. «Themen, die sehr schweizerisch sind, kommen gut an. Ob die Rettungsflugwacht oder das Leben auf dem Land, die Leser mögen es», erläutert Gisela Klinkenberg. Der erste Globi-Klassik-Band, in dem Globi als Bauer unterwegs ist, kam vor 82 Jahren mit dem Titel «Wie Globi Bauer wurde» auf den Markt. «Da es inhaltlich nicht mehr in die heutige Zeit passt, ist dieser Band seit Längerem vergriffen.» Dasselbe gilt für «Globi an der Landesausstellung». Dieses Werk ist mittlerweile rar, sodass der Sammlerwert bei bis zu 5000 Franken liegt.
Einer, der sich einen Deut um Marktwert und Geld schert, ist Globi selbst. Ihm sind Freundschaften und Abenteuer wichtiger: «Nur mit starkem Flügelschlagen kann ihn Ademar (der Storch) knapp tragen. Dankbar löst mit Abschiedsgruss, Globi sich von seinem Fuss.»
