Gesunde Ernährung leicht und zeitsparend umsetzen
In einem hektischen, stressigen Alltag geht es darum, eine Balance zwischen Zeitersparnis und einer guten, abwechslungsreichen Ernährung zu finden. Um Mangelerscheinungen und gesundheitliche Schäden zu vermeiden, sollten Fertigprodukte die Ausnahme sein.

Was heisst eigentlich gesund essen? Es heisst, nüchtern betrachtet, den Körper mit all jenen Stoffen zu versorgen, die er braucht, um nicht nur leistungsfähig, sondern auch gesund zu bleiben. Beim heutigen Stand der Forschung und bei der immensen Informationsflut muss man bewusst wegschauen, um den Einfluss der Ernährung zu ignorieren. Die Ernährung hat viel mehr mit der Gesundheit zu tun, als viele sich eingestehen wollen.
Nebst dem Zuführen aller notwendigen Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, genügend Eiweiss, den richtigen Fettsäuren und genügend Ballaststoffen geht es auch um das Gegenteil. Dem Weglassen oder Reduzieren all jener Stoffe, die den Körper unnötig belasten oder überlasten, wie zu viel Zucker, zu viele Industriefette, zu viele Zusatzstoffe oder zu viel und zu oft tierisches Eiweiss am Abend.
Tagesrhythmus anstreben
Nebst oben genannten Punkten hilft Essen im Rhythmus der Organe, das Optimum an Nährstoffen aus den Nahrungsmitteln herauszuholen. Schon in der Antike wusste man um die Wichtigkeit der Naturrhythmen. Was früher von Generation zu Generation weitergegeben wurde, ist heute dank modernster Genforschung bewiesen. Jedes Organ hat Aktivphasen und Regenerationsphasen. Beim Essen im Tagesrhythmus der Organe gemäss Heinrich Tönnies werden diese Aktiv- und Regenerationsphasen ausgenutzt. Ein kaiserliches Frühstück zum Beispiel darf alles enthalten, was man an einem reichhaltigen Brunchbuffet findet, natürlich in einer Menge, die nicht übertrieben ist. Am Morgen geht es darum, die gute Magenzeit auszunutzen und regelmässig Eiweiss zuzuführen. Eiweiss gehört chemisch gesehen zu den schwerstverdaulichen Nährstoffen und es braucht dazu einen starken Magen. Die Fähigkeit des Magens, genügend Magensäure und eiweissspaltende Enzyme zu produzieren, ist am Morgen und Mittag am grössten. Nicht richtig abgebautes Eiweiss belastet schlussendlich die Leber.
Das Mittagessen soll noch einmal eine aktivierende Mahlzeit sein, wieder hochwertiges Eiweiss mit Kohlenhydraten liefert. Dazu passt, ebenfalls am besten in der Mitte des Tages, Rohkost wie Salate oder Früchte, welche am Abend schlechter verdaut wird. Das Abendessen hingegen sollte viel schonend gedämpftes oder gebratenes Gemüse enthalten, welches für eine gute Regeneration über Nacht wichtig ist und dadurch die Leber entlastet. Wer diese Aspekte mitberücksichtigt und seine Ernährung in diese Richtung verändert, spürt bald die positiven Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Mit diesem Wissen lässt sich problemlos eine unkomplizierte, zeitsparende und einfache Ernährung praktizieren. Informationen zum Essen im Tagesrhythmus findet man unter boe-verein.ch.
Gesunde Tipps
Hier einige Tipps, um Zeit zu sparen und gleichzeitig gesund zu essen:
- Unverarbeitete, naturbelassene Nahrungsmittel wie unterschiedliche Vollgetreide und Hülsenfrüchte als Basis für vollwertige Mahlzeiten nutzen: Fast alle Getreideprodukte, die im Laden gekauft werden, sind aus Weizen hergestellt. Manche essen als weitere Kohlenhydratlieferanten vielleicht noch Kartoffeln oder Reis. Die anderen wertvollen Getreide werden vernachlässigt. Die Ernährung wird allein schon deswegen besser, wenn man die Vielfalt der verschiedenen Getreide ausnutzt und sie in ihrer vollwertigen Variante kocht. Ribelmais, gelber Mais, Gerste, Hafer, Dinkel, Roggen, Quinoa oder Amaranth ergeben eine wunderbare Basis für vollwertige einfache Gerichte.
- Getreide und Hülsenfrüchte frühzeitig einweichen und auf Vorrat kochen: Es lohnt sich, grosse Portionen Hülsenfrüchte und Vollgetreide acht bis achtzehn Stunden einzuweichen und, wenn man sowieso in der Küche steht, diese zu kochen. Getreide hält sich im Kühlschrank aufbewahrt bis zu drei Tage und kann dann jeweils als Basis für diverse Gerichte genutzt werden. Eingeweichte und gekochte Hülsenfrüchte lassen sich in kleinen Portionenbeuteln gut einfrieren und können bei Bedarf ohne Zeitaufwand direkt einem Gericht beigegeben werden. Diverse Hülsenfrüchte und Getreide auf Vorrat zu haben, lohnt sich.
- Einfache Rezepte mit wenigen Zutaten wählen: Nicht jedes Gericht muss in sich vielfältig zusammengestellt sein. Oft ist weniger mehr. Die lebensnotwendigen Stoffe sollen über den Tag verteilt vorkommen, nicht aber in jedem Gericht oder je-der Mahlzeit. Das reduziert die Zutatenliste.
- Gesunde Snacks jederzeit griffbereit halten: Hierfür eignen sich eine Handvoll Nüsse, Knäckebrot, selbstgemachte Cracker oder Gemüse, das gut roh gegessen werden kann wie Rüebli, Kohlräbli, Tomätli, Gurke. Damit möglichst wenig Fertigprodukte mit Zusatzstoffen und Zucker konsumiert werden, ist es gut, für den grössten Hunger oder bis etwas Richtiges zubereitet ist, ein paar Snacks bereitzuhaben.
- Moderne Geräte zum Vorprogrammieren von Mahlzeiten nutzen: Neuere Küchengeräte lassen sich oft programmieren. Sodass mindestens die Getreidebasis fertig zubereitet ist, wenn man nach Hause kommt.

Suppen stellen leicht verdauliche und regenerierende Abendessen oder auch Mittagessen dar. Bild: Pixabay
